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Fußballkultur

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Willi-Kühn-Sportpark, Heimat des SV Leipzig Nordwest

Willi-Kühn-Sportpark, Heimat des SV Leipzig Nordwest

Ich bin Fußballfan. Das wissen langjährige Leser nur zu gut und schütteln nun vermutlich unglücklich den Kopf. Aber weil die Saison für meinen favorisierten und geliebten NUFC ohnehin gelaufen ist und ich dem Doppelpass abgeschworen habe, gibt es nun kein Zeter und Heben der geballten Faust zum Himmel – es gibt etwas zum Nachdenken. Es kann all den Fußballmoralaposteln und Definiteuren nicht schaden, hin und wieder einmal nachzudenken. 

Ich wohne in Leipzig. Leipzig ist eine schöne Stadt. Wir haben Parks und schöne Häuser, die Menschen sind wunderbar entspannt und wir gehen gern zum Fußball. Es gibt in Leipzig viele Vereine und Ersatzbank-Alex und ich wollen sie alle besuchen; weil es kaum etwas Schöneres gibt, als an einem Sonnabendnachmittag mit einem alkoholfreien Weizen auf einer Tribüne zu sitzen und einem Spiel beizuwohnen.

Leipzig hat fußballtechnisch keinen guten Ruf. Obwohl hier am 28. Januar 1900 der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegründet wurde, im Zentralstadion und all den Stadien drumherum wichtige Spiele stattfanden – stattdessen ist außerhalb von Leipzig der Ruf der Stadt irgendwas mit „fußballkulturlos“ und „keine Fans, die in die Stadien strömen und ohnehin sind da nur Gewalttäter oder Erlebnisfans“. Es ist mühselig, mit Nicht-Leipzigern über Fußball zu reden, deren Wissen und Eindruck sich einzig aus den Artikeln der 11Freunde und irgendwelcher Fußballblogs speist.

Ich bin kein Fan von Rasenballsport Leipzig. Ich habe Newcastle United und der Verein sucht sich einen aus; RB hat mich nicht ausgesucht. Wir sind wie Bekannte, die sich füreinander interessieren – wobei ich RB vermutlich egal bin, ich aber dennoch die Artikel zum Verein lese, hin und wieder ins Stadion pilgere und mich über einen Aufstieg in die zweite Liga sehr freuen würde.

Folgt man der Argumentation diverser Journalisten, dann kann man kein Fan von Rasenballsport sein. „Der Untergang der Fußballkultur“ schreien sie und die Anhänger anderer Vereine zeigen mit dem Finger und erhobener Nase nach Leipzig: „Ihr habt keine Kultur.“ Das ist so falsch wie unverschämt; und noch sehr viel nerviger. Erwähnte ich, dass es keinen Spaß macht, sich ständig für einen Verein zu rechtfertigen, der in der Heimatstadt Spiele austrägt – wie noch 137 andere Vereine, darunter die einzig wahre BSG, die Spielgemeinschaft Motor Gohlis Nord oder der SV Mölkau 04?

Wir benutzen den Begriff „Fußballkultur“, als wüssten wir alle, was das ist: Fußballkultur. Als würde es seit Gründung des DFB vor 114 Jahren eine Kultur geben, die sich nicht veränderte. 1900 – eine Zeit, in der Vereine wie Borussia Dortmund, Schalke oder Leverkusen ebenfalls noch nicht gegründet waren. Fußball kam erst spät nach Deutschland – 1900 gab es viele der Vereine, die für uns heute fest zum Sport gehören, noch nicht.

„Kultur“ beschreibt das, was der Mensch hervorbringt. Und das Verb colere, von dem Kultur kommt, meint: den Acker bestellen. Wenn man einen Kalauer bringen mochte: Wann wird der Acker mehr bestellt, als wenn 22 Spieler 90 Minuten in der Hoffnung auf drei Punkte übers Feld pflügen? Fußball ist Kultur.

Dazu gehören auch die Fans. Und nur weil ein Verein erst seit 2009 besteht, heißt es nicht, dass man nicht Fan sein kann. Der Verein, um noch einmal Nick Hornby zu bemühen, sucht sich einen aus. Und Rasenballsport hat sich in dieser Stadt mittlerweile Tausende Fans ausgesucht. Vielleicht, weil der eine mit einem anderen Verein der Stadt nichts anfangen konnte, vielleicht weil der andere gern hochklassigen Fußball sehen wollte; vielleicht weil der Vater weiß, dass er seine Kinder mit ins Zentralstadion nehmen kann, ohne Angst vor eskalierenden Polizisten und erlebnisorientierten Fans zu haben, deren Erlebnis nur mit aufgeplatzter Oberlippe vollständig ist.

„Ihr habt keine Fankultur!“ bekam ich vor einiger Zeit als Nachricht eines Freundes. Und ich dachte zum einen, dass ich mit „ihr“ nicht gemeint sein kann, weil ich sehr wohl meine eigene Fankultur habe, die über das Tragen meiner Derbysocken hinausgeht. Und dass es nicht keine Fankultur geben kann.

Man holt den Schal aus dem Schrank, steigt in die Straßenbahn, fährt ins Stadion und bestellt dann vielleicht nicht den Acker – aber man bevölkert die Tribüne; man singt, man schreit „Nein“, wenn das todsichere Ding dreißig Meter übers Tor gezimmert wird; man brüllt vor Freude, wenn das erlösende Tor gefallen ist, wirft sich in die Arme des unbekannten Nebenmannes und erlebt einen kathartischen Moment; man hält sich die Arme vors Gesicht, wenn das Gegentor gefallen ist, nach dem furchtbaren Abwehralbtraum des jungen Mannes, den der ohnehin nur zu kritisierende zur Winterpause als „großes Talent“ geholt hat. Das habe ich beim BVB erlebt (Gründung 1909), bei Newcastle United (Gründung 1892), beim VfL Bochum (Gründung 1938), bei Kickers Emden (Gründung 1946) und auch bei RB Leipzig (Gründung 2009).

Sicherlich: Es ist nicht der Traum eines Fans, dass sein Verein als Marketinginstrument eines Brauseherstellers gegründet wurde und nicht all das erfüllt, was einen Verein ausmacht. Liverpool FC wurde von einem Brauereibesitzer gegründet, der nach dem Auszug vom Everton FC 1892 einen neuen Verein in seinem Stadion brauchte – auf das die trinkwütigen Familienväter auch weiterhin sonntags seinen Gerstensaft kauften! Liverpool FC war geboren und es gibt kaum einen Fan, der nicht weiß, dass dort, in der Anfield Rop, You’ll Never Walk Alone zur Hymne aller Fans wurde. Mein liebster Verein Newcastle United gehört Mike Ashley, über den man viel sagen kann, aber vor allem, dass er Gründer von Sports Direct (ein Unternehmen für Sportartikel) ist.

Wer nun auf die furchtbaren englischen Verhältnisse schimpft, sollte nicht vergessen, dass der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, ein vehementer Kritiker der 50+1-Regel ist, die besagt, dass die Mehrheit der Anteile einer Profimannschaft beim Verein bleiben muss (es gibt da einen ellenlangen Artikel bei Wikipedia…). Was 2017/2018 passiert, wenn er aufgrund einer bestimmten Klausel die 50+1-Regel außer Kraft setzt: Wir werden es sehen. Und ob dann „Kommerz“ geschrien wird?

Nein, wir wollen alle, dass unsere Vereine auch unsere Vereine bleiben. Wir wollen Fan mit Mitspracherecht sein. Gleichzeitig wollen wir, dass unsere Vereine Geld für gute Transfers ausgeben, damit wir auch im kommenden Jahr hochklassige Mannschaften zu Gast haben. Aber woher soll das Geld kommen, wenn Spieler für 28 Millionen Euro von einem Verein zum anderen transferiert werden und wir auch gern noch beheizte Toiletten in den Stadien hätten? Es ist der typische Fall von „Das eine ohne das andere wollen“.

Auch ich hätte gern, dass Geld nicht die wichtigste Rolle im Profifußball spielt. Aber diese Entwicklung ist nicht neu und es hat lange niemanden interessiert. Wer Fußball ohne Kommerz sehen möchte, der soll in seine Stadtligen gehen – aber das wird von denen, die am lautesten schreien, dann als Rumpelfußball abgetan. Fußball verändert sich, Fankultur verändert sich; und bei RB können wir, ihr nun mitverfolgen und mitgestalten, wie sich Verein und Fans arrangieren. Das hat keine Häme gegenüber den Fans verdient, sondern vor allem Respekt und Anerkennung. Und das ist das Mindeste, was man erwarten kann. Und jetzt möchte ich bitte nie wieder etwas von fehlender Fußballkultur in Leipzig lesen; ich muss einen Ausflug zu Rotation vorbereiten und etwas über das Südost-Stadion schreiben.

(Wer mehr zu RB lesen möchte, sollte dem Rotebrauseblogger folgen. Fankultur, Einsatz und unglaubliches Expertenwissen in einer Person vereint.)

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24 Kommentare zu “Fußballkultur

  1. „Fußball verändert sich, Fankultur verändert sich; und bei RB können wir, ihr nun mitverfolgen und mitgestalten, wie sich Verein und Fans arrangieren.“

    Mitgestalten. Ist das Propaganda oder kann das weg?

    • Das ist keine Propaganda. Fans gestalten mit; sicherlich gibt es die zurzeit ohnehin viel diskutierten Fälle von Beschränkungen. Aber auch bei RB weiß man doch um die Wichtigkeit der Fans, die einen Verein erst (be)greifbar machen und ich bin sehr sicher, dass man eine Lösung finden wird.

      • Selbstverständlich weiß man bei Red Bull um die Wichtigkeit der Fans, sind sie doch der größte Träger der Message. An Mitgestaltung glaube ich aber auch nicht – wo denn? Vielleicht im Rahmend er Wahl der Unterhose zum Auswärtsspiel.

  2. Was mars sagt. Du hast nicht wirklich „mitgestalten“ geschrieben, oder?

  3. Ich folge Dir jetzt mal, bin vom Rote Brause Blogger hier her gekommen… Du sprichst mir aus der Seele. Und das sage ich als „Neu-Leipziger“ (seit 2004) und Dynamo Anhänger (seit 1983)

  4. Was ist jetzt eigentlich die Message dieses Textes? Dass es ok ist, einer Werbemaßnahme hinterherzulaufen, weil es grad mal so passiert? Lese ja sonst gerne hier, aber aus diesem versuchten Exculpationstext werd ich nicht schlau.

  5. Irgendeine Kultur um einen Ort an dem Fußball gespielt wird bildet sich immer. Und natürlich kann man Fan von einem Konstrukt wie RB Leipzig sein. Doch stellt sich die Frage ob man möchte, dass der Hort seiner Leidenschaft eine beliebige Werbekampagne eines ausländischen Limoproduzenten ist. Dietrich Mateschitz hat ungefähr einen so großen Bezug zu Leipzig wie Papiss Demba Cisse zu wonga.com. Natürlich kann man auf Städte wie Leverkusen, Sinsheim und Wolfsburg verweisen, wo auch mächtige Konzerne mit viel Geld das Sagen in den jeweiligen Vereinen haben, doch zumindest für den deutschen Fußball ergibt sich eine völlig neue Qualität des Ausverkaufs durch die Vorgänge rund um die gekaufte Lizenz des SSV Markranstädt. RasenBallsport (oder Red Bull ?) kann man gar nicht als Verein ansehen, da es nichtmal die Möglichkeit gibt Mitglied zu werden ohne auf der Gehaltsliste des Salzburger Brausemagnaten zu stehen.

    • Ich stimme Dir in Teilen zu. Aber letztendlich ist es jedem Fan selber überlassen, ob er sich in irgendein Konstrukt einbinden lässt oder nicht. Zumal die Sache mit der Mitgliedschaft sich ja ändern soll. Das kann man nun gespannt beobachten; und sollte es auch tun – ich glaube, das solche Verhältnisse im Fußball noch häufiger anzutreffen sein werden.

  6. Das ist es, was ich als Grundvoraussetzung für das ganze (Zusammen-)Leben sehe, und was vielen im Fußball einfach fehlt: Respekt. Mit K statt C, ganz ohne FIFA.

  7. Der Artikel kann nur ein schlechter Scherz sein.
    Es geht den meisten doch nicht um Kultur, Tradition, whatever. Es geht um eine elementare Sache. Ein Fußballverein existiert in der Regel, um sportlich erfolgreich zu sein. Dafür wird das Drumherum zunehmend kommerzialisiert. Das oberste und eigentlich einzige Ziel bleibt aber: sportlicher Erfolg.
    Was ist das oberste Ziel bei RB Leipzig? Gewinnmaximierung für den Herrn Mateschitz, mit Hilfe von sportlichem Erfolg. Das widerspricht jedem sportlichem Denken. Das widerspricht dem Sport an sich.

    • Die Gewinnmaximierung und der sportliche Erfolg gehen in diesem Fall aber Hand in Hand. Und wie ich oben bereits schrieb: Man kann den Fans nicht die Leidenschaft für „ihren“ Verein absprechen.

  8. Pingback: #Link11: Des einen Freud’… | Fokus Fussball

  9. sinnloser Artikel ohne wirkliche Aussage, ausser „Juhu, in meiner Heimatstadt wird bald Spitzenfußball gespielt, da sind mir die Umstände egal!“ … Toll, wirklich Klasse.

    U.a. schreibst Du: „Nein, wir wollen alle, dass unsere Vereine auch unsere Vereine bleiben. Wir wollen Fan mit Mitspracherecht sein. Gleichzeitig wollen wir, dass unsere Vereine Geld für gute Transfers ausgeben, damit wir auch im kommenden Jahr hochklassige Mannschaften zu Gast haben. Aber woher soll das Geld kommen, wenn Spieler für 28 Millionen Euro von einem Verein zum anderen transferiert werden und wir auch gern noch beheizte Toiletten in den Stadien hätten? Es ist der typische Fall von “Das eine ohne das andere wollen”. – Deine 28 Millionen find ich persönlich jetzt schon unrealistisch (geschweige denn 100 mio. für einen Bale) und nicht nachvollziehbar und dann kommt RB und pumpt noch mehr Geld in das eh schon finanziell überzogene Fussballbusiness – wo soll das alles enden, wenn RB, Abramowitsch, Scheich XY, Bayer, VW, Hopp, etc etc so weiter machen? Muss man bald 500mio Eur auf den Tisch legen um ein halbwegs brauchbares Team auf dem Platz zu haben? Dieser ganze Geldwahn kotzt mich nur an. Und ja, dann geh ich halt zum Rumpelfussball in der Stadtliga!

    Desweiteren denke ich, dass RB den Gedanken eines (vor allem Sport!) e.V. komplett aushöhlt! Zum Bsp.: ich könnte bei Werder Bremen (ausgelagte Profifussballabteilung, der Rest e.V.) Mitglied werden und in der 4.Mannschaft mitspielen, dh. ich kann mich aktiv als Sportler beteiligen. Wo kann man das bei RBL? (Ich red jetzt auch nicht von „Fanmitsprache/Fanmitwirkung) In jedem großen Sportverein kann man sich aktiv beteiligen, nur bei RB nicht?! Und die tun was für Leipzig? Achja, das ist übrigens auch so der Gedanke hinter diesem 50:1, die Vereine gehören einer Interessengemeinschaft, die als erstes das Interesse haben, einer gemeinsamen Sportart nachzugehen.
    Toll, immerhin stellen die ein Jugendleistungszentrum in Leipzig hin, was vermutlich die wenigsten Kinder von innen sehen werden…

    Lustig find ich aber, dass viele (bzw. höre ich das oft, Leipzig hat sich das verdient, weil…) RB-Fans die Daseinberechtigung „ihres“ (lol – das geht ja gar nicht) Vereins mit der Tradition der Sportstadt Leipzig begründen (ua. Gründungsort des DFB (das Haus vergammelt übrigens und ist stark Einsturzgefährdet – interessiert bei RB keine Sau), der 1. dt. Fussballmeister Lok, Aufarbeitung der jüdischen Fussballvergangenheit mit Vertretern von LOK/Chemie/BSG und anderen Vereinen nur nicht RB… usw.)

    Ich könnt noch soviel GEGEN RB schreiben, aber ich habs nicht so mit langen Texten schreiben und ich glaub ich fang an mich zu verzetteln… Prinzipiell find ich das Schade, dass ein großteil so undifferenziert so einem Event hinterherrennt. MMn ist das RB-Projekt höchst fragwürdig!

    MfG

    • Nachtrag: generell sollten sich die RB-Anhänger vielleicht mal ein dickeres Fell wachsen lassen. Kritik an so einem Projekt wirds immer geben. Und wie eingeschnappt, pöbelnd, beleidigend und niveaulos RB-Fans dann auf den 11Freunde-Artikel reagiert haben, war erschreckend. Wie oft ich mir schon blöde Sprüche und in den letzten Jahren (berechtigte) Kritik bzgl. unseres Sponsors anhören durfte… aber dann behaupten genau diese Fans „euer Neid (?) ist unser Stolz!“ … ja, GEEENAU.

  10. Pingback: Presse 28.04.2014 | RB Leipzig News - rotebrauseblogger

  11. Pingback: Fankultur-Zwischenspiel | rotebrauseblogger

  12. Ich denke nicht, dass ein klardenkender Mensch sich zu einer globalen Aussage wie Leipzig hat keine Fußballkultur hinreißen ließe.
    Allerdings musste ich bei dem erwähnten „alkoholfreiem Weizen“ doch seeeehr stutzen, aber das nur am Rande…

    Frosch hat das schon sehr ausführlich und korrekt ausgeführt.

    Ich bin VfB Stuttgart Anhänger und hatte beinahe Tränen in den Augen, als letztes Jahr die Rückkehr zum alten Wappen beschlossen wurde. Für uns Fans eines „traditionellen“ Vereins ist diese Symbolik enorm wichtig, da in Zeiten von hoher Fluktuation im Kader die Identifikation mehr und mehr über solche Dinge geschieht. Natürlich ist das eine Romantisierug der alten, manchmal glorreichen Zeit.
    Ob die Rasenballer die anstehende Änderung des Logos auch so emotional entgegen sehen? 😉

    Ich möchten den Leuten, die ins ehemalige Zentralstadion pilgern nicht die Leidenschaft absprechen, allerdings kann ich mir nicht erklären wie man dieses Red Bull Franchise unterstützen kann. Ich kann das nur mit dem Argument ‚toll hier wird bald erstklassiger Fußball gespielt‘ erklären. Das Hoppenheim Phänomen, wo Waldhoffans einfach mal guten Fußball vor der Haustüre sehen wollen.
    Ob das Anerkennung verdient? Hmmmm Nein. Häme aber auch nicht. Aber Widerstand!

    • Vorneweg: Alkoholfreies Weizen ist sehr lecker!

      Wozu denn Widerstand? Wie bereits mehrfach betont: Ich bin auch kein RB-Fan, aber der Verein ist da und es geht nun darum, wie man mit Verein und Fans umgeht. Ständig dagegen zu argumentieren, bringt niemanden weiter. Ich persönlich bin gespannt, was nach der Saison 2017/2018 passiert, wenn Kind die 1. Mannschaft von Hannover 96 ausgliedert…

      • Widerstand, weil Red Bull neben Qatar Saint Germain den Höhepunkt der Perversion des modernen Fußballs bis dato darstellt. Meiner Meinung nach ist es fahrlässig dieses Konstrukt anhand der genannten Beispiele zu relativieren. Natürlich haben viele Vereine ihre Profiabteilung ausgegliedert und Teile an Investoren verscherbelt um an weiteres Geld zu gelangen, was ich alles genauso verteufel. Aber das Leipziger Red Bull Franchise ist nur ein Marketingvehikel und hat daher keine Berechtigung am Spielbetrieb teilzunehmen. Den Club gibt es in Salzburg, Liefering, New Jersey und São Paulo, hat also maximal eine corporate identity.
        Was bringt uns denn dann weiter? Eigentlich hast du recht und das sinnvollste wäre zu unterklassigen Begegnungen zu gehen und dort ne Wurst und ein regionales Bier zu sich zu nehmen und diesen ganzen Eventmüll hinter sich zu lassen.
        Ich würde nicht sagen, dass RBS Leipzig „Fans“ verblendet sind, aber sie haben definitiv andere Vorstellungen..aber um welchen Preis?

  13. An das Absprechen der Fankultur hab ich mich als RB-Fan der ersten Stunde – ja, ich war damals in Markranstädt dabei – bereits gewöhnt. Auch der Hass und die Beleidigungen, das mantraartige Wiederholen der immer gleichen Parolen lassen mich mittlerweile kalt.
    Was mich allerdings immer wieder stört ist, dass den Fans kollektive Verblendung unterstellt wird. Dass sie nicht wissen, wie das „Projekt“ aufgezogen ist. Dass sie sich ausschließlich von Energydrinks ernähren. Ich halte das „Konstrukt“ RB Leipzig für ehrlicher als viele andere Vereine. Die allermeisten RB-Fans wissen, auf was sie sich einlassen, sie geben sich nicht der Illussion hin, großartig mitbestimmen zu können, wollen es wohl auch nicht. Aber viele sehen hier ihre Chance, an der Entstehung von Tradition mitwirken, eine eigene Kultur jenseits der festgetrampelten Pfade gestalten zu können.

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