Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Bettet euch!

3 Kommentare

Einer der besten Plätze auf der Welt ist mein Bett. 140 Zentimeter mal 200 Zentimeter nur für mich, bedeckt von einer 220 Zentimeter mal 260 Zentimeter großen Decke, diversen Kissen, einer Wärmflasche und diversen Decken, falls ich friere. Sich abends frischgeduscht ins Bett legen, die Füße unter die Wärmflasche schieben: das lässt beinahe jeden noch so bescheidenen Tag versöhnlich enden.

Als ich vergangene Woche dies hier schrieb:

 

fragte unter anderem @danielrehn mich, wie man eigentlich im Bett essen könnte, ohne sich einzusauen. Und weil die Büro-Jungs zurzeit Leipziger in ihren Betten fotografieren, naja: Ich schreibe jetzt mal über Betten.

Fakt ist: Es ist gar nicht so leicht, im Bett zu essen, lieber Daniel. Es empfiehlt sich, nicht mit Sonntagsklamotten ins Bett zu gehen und nur Mutige wagen es, bereits ihre Schlafkleidung anzuziehen.

Ich bin ein typischer Dekolletee-Kleckerer. Meint: Pro Mahlzeit fällt mindestens ein Bestandteil meiner Nahrung in meinen Ausschnitt. Am Ende des Tages finden sich dort Saucen-Reste und Brötchenkrümel; selbst eine Buchstabennudel verirrte sich seitlich in den BH. Und deswegen ziehe ich, besonders wenn ich in halbliegender Position Essen zu mir nehme, nichts mit Ausschnitt an. Regel Nummer 1 also: Kein tiefer Ausschnitt, keine gute Kleidung – wer im Bett liegt und Kartoffeln mit Zwiebel-Sahne-Sauce isst, hat für den Tag ohnehin mit der Sexualität abgeschlossen.

Weil Krümel im Bett stören – man kennt das Sonntagsfrühstücks-Croissant-Dilemma – ist etwas mit Sauce zu empfehlen. Und machen wir uns nichts vor: Spritzt man etwas Bolognese-Sauce auf die Decke, kann man es entweder mit einem Taschentuch wegwischen oder ignorieren und warten, bis es trocknet. Der Mensch verliert in der Nacht rund 500 Milliliter Schweiß, da macht der Teelöffel Bolognese-Sauce das Laken auch nicht mehr ekelig. Aber am nächsten Tag: Bett beziehen! Folglich Regel Nummer 2: Packt euch Taschentücher, Klopapier oder Küchenrolle neben das Bett oder aber lernt es, Dinge zu ignorieren. Ich habe übrigens Taschentücher am Bett.

Das Leben verlangt von uns. Wie die Sims müssen wir Kontakte pflegen, arbeiten, aufs Klo und Hobbys nachgehen. Es ist nicht schlimm, am Wochenende das Bett nicht zu verlassen und sich unter der Bettdecke zu verkriechen (in der Woche geht das natürlich auch): Man kann nicht immer Hauptdarsteller in einem ermüdenden Computerspiel sein. Deshalb Regel Nummer 3: Es gibt keine Zubettgehzeit. Es gibt nur eine: Bettwohlfühlzeit; und die ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

My Bed Is My Castle. Ein altes wie wahres Sprichwort. Wo sind wir mehr wir, wo hadern wir mehr damit, wen wir dorthin lassen? Ich zeige nicht jedem mein Schlafzimmer; dabei habe ich nicht einmal Plüschhandschellen irgendwo hängen. Es ist einfach ein Rückzugsort; manchmal sitze ich auf dem Teppich davor und lackiere mir die Fingernägel und genieße die Ruhe, die der Raum bietet.

Oder ich sitze im Bett, gucke 30 Rock und esse Kartoffeln mit Sauce. In Jogginghose, mit furchtbarem Bloggerdutt und dem liebsten Band-Shirt. Weil ich es kann.

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3 Kommentare zu “Bettet euch!

  1. Gran. Di. Os! Danke für die wunderbare Anleitung 😉

  2. Ich gehöre eher zu den Ignorierern. Klopapier, Küchenrollen etc hätten in meinem Bett nicht auch noch Platz. Obwohl es auch 140×200 misst. Vielleicht liegt es an der Katze, die hier auch am liebsten rumlümmelt. Vielleicht sind das genau die fehlenden qcm für Klopapierrollen oder so

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