Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Blogparade: Der Stadt-Style

4 Kommentare

Wie kläglichgequält ich gucken kann, wenn es um Outfit-Fotos geht.

Wie kläglichgequält ich gucken kann, wenn es um Outfit-Fotos geht.

Zurzeit gibt es einige Blogs, die Geburtstag haben. Da war gerade erst Adelina mit der feiernden Frage, was unser liebster Moment in MeinLeipzigLobIchMir ist. Nun feiert die liebe Laura, zugegeben der einzige Mode-Blog, den ich wirklich lese, mit LE Catwalk. Und weil es nicht nur um Leipzig geht, sondern vielmehr um die Stadt an sich, die typische Kleidung – ja, deswegen halte ich die Parade für eine gute Sache. Immerhin wüsste ich gern, was den Hamburger so ausmacht. Oder den Dortmunder. Oder den Berliner. Oder der geneigte Mainzwiesbadener(Fühlt euch alle angesprochen, macht mit und gewinnt vielleicht auch: alles Wichtige gibt es hier.)

Es ist natürlich überhaupt nicht mein Themenbereich. Noch nie hat jemand zu mir gesagt: „Ey Ulle. Ich mag Deinen Style.“ Aber es soll ja auch nicht um meinen Stil gehen, obiges Foto zeigt, wie gequält ich aussehen kann, wenn ich mich mal wie eine Modebloggerin hinstellen soll. Mein Gesicht spricht Bände – und es sind Bände voller Leid und dem Wunsch nach einer Jogginghose.

Also. Leipzig. Stil. Eine einheitliche Beobachtung ist da schwer. Es gibt so viele verschiedene Leipzigs. Das Hipster-Leipzig, das außerstädtische Medien häufig und gern mit Berlin gleichsetzen, ohne Ahnung dessen, dass die Stadt natürlich mehr ist. Es gibt das gediegene Leipzig mit hübschen Vorgärten. Es gibt das entstehende Leipzig. Es gibt das Leipzig, das gar nicht so lobenswert ist.

Prinzipiell halte ich nicht viel von Klischees oder Vorurteilen. Aber es ist vielleicht der passende Zeitpunkt, um über die sächsische Tricolore zu schreiben. Das ist kein politisches Statement, es ist nicht einmal ein außergewöhnlich modevorbildliches Statement. Die sächsische Tricolore ist ein Ausbund an – es tut mir leid – Geschmacklosigkeit. Drei Haarfarben, meist ist zumindest der Grundton Schwarz, angereichert mit Mittvierzigerinnen-Rot (das Rot also, dass Frauen tragen, die mit ihren Kegelklubs die Bahnen verstopfen und dort Sekt aus Plastikbechern trinken und etwas, das Friseurinnen dann vermutlich als „Ist gerade ziemlich hip“ bewerben. Häufig ist Grün, ich sah aber auch schon Blau und ein Blond simulierendes Gelb.

Glücklicherweise kenne ich mich kaum Menschen, die auf ihren Friseur gehört haben und mit der sächsischen Tricolore durch die Welt wandeln. Beim (Arbeits-)Amt war ich vor einiger Zeit jedoch umgeben von diesem Trend, der es hoffentlich nie über die Stadtgrenzen hinaus schaffen wird. Eine Frau versuchte sich sogar mit einem sächsischen Quintett, ihre abrasierten Haare waren in memoriam Stefan Effenberg wie ein Tiger gemustert, während der Pony die klassischen Merkmale der Tricolore aufwies.

Und nun muss ich aus dem Fenster sehen und an meinem Kleid herumzubbeln. Ich habe ein Loch in der Strumpfhose und das soll nun wirklich jemand sehen.

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4 Kommentare zu “Blogparade: Der Stadt-Style

  1. Oh, Sie meinen den „Karneval uffm Kopp“, wie ihn eine Berliner Friseurin anhand meiner Klagen über die modische Haartracht in Frankfurt (Oder) bezeichnete? Den gibt’s zumindest auch als ostbrandenburgische Bicolore: Oben schwarzer Haarhelm, drunter weißblonde Kante. Auch nicht schön.

    Sie gucken nur gequält auf dem Foto, weil da rechts in der Ecke eine Trägerin der sächsischen Tricolore steht, oder?

  2. Ey Ulle. Ich mag Deinen Style.

  3. Ach. Ich hatte immer diesen Eindruck, diese sächsische Tricolore ist eher im, sagen wir mal, kleinstädtischen und dörflichen Sachsen Mode, jedenfalls fällt sie mir dort geballt auf, und meine Hoffnung war, dass sie es nie über die Stadtgrenzen HINEIN schafft…

  4. Ich muss Dich enttäuschen – das von Dir geschilderte Phänomen war mir bisher nur als „Magdeburger Tricolore“ bekannt. Irgendwo gibt es sicher einen Haarfarben-Fuckup-Geheimbund mit Zellen in verschiedenen Städten und dem perfiden Plan, irgendwann die Weltherrschaft an sich zu reißen.

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