Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Der kleine Blog-Einkaufswagen

15 Kommentare

Ja, ich bin eine Verpackungskünstlerin.

Ja, ich bin eine Verpackungskünstlerin.

Der langjährige Leser mag sich noch an meinen Artikel zur Einkaufssoziologie erinnern. Ich beobachte Menschen gern, die einkaufen, überlegen, sich streiten, sich versöhnen oder penibel auf einer Liste Dinge abstreichen.

Vor einer Woche nun schrieb ich dies:

Gemeinsam mit Christine (die als Mama arbeitet hier bloggt und hier twittert) entstand erst ein Gespräch über Einkäufe von Singles, alleinerziehenden Müttern und dem, was der Inhalt über uns zu sagen vermag. Den Abschluss bildete ein „Kommende Woche zeigen wir unseren Einkauf“ – und nun, so soll es sein.

Jeder Wochen(end)einkauf beginnt mit einem Einkaufszettel, den ich jede Woche wieder sorgfältig schreibe. Und den ich – natürlich – vergesse. Ich meinem Leben habe ich gefühlt 6783 Einkaufszettel geschrieben und davon drei mitgenommen.

Der (vergessene) Einkaufszettel.

Der (vergessene) Einkaufszettel.

Im Prinzip lässt sich mein Einkauf mit Prioritäten einteilen. Ich möchte nämlich a.) meine Joghurtschublade auffüllen, b.) das Käsefach mit den relevanten Käsesorten Camembert, Schafskäse und Mozzarella bis zum maximalen Fassungsvermögen vollstopfen, c.) Kartoffeln kaufen, d.) meine Katze vor dem Hungertod schützen und e.) Getränke kaufen.

Habe ich diese Sachen erledigt, kann ich schon einmal nicht verhungern. Meine Devise: Ist Käse im Haus, schmeckt jedes Essen. Vermutlich könnte ich sogar das Katzenfutter mit Ziegenfrischkäse überbacken und würde es mögen. Und Kartoffeln… Nun. Ich liebe Kartoffeln. Das ist ungewöhnlich, meine Mutter hasst Kartoffeln. Ungefähr so, wie ich Milchreis. Ich kochte einst ein Kresse-Martini-Süppchen, das – ich schwöre! – nur nach Kresse und Martini schmeckt. Eine Kartoffel kommt hinein, für die Bindung. Ich tat meiner Mutter eine Portion auf und sie sah mich in der Folge drei Minuten lang an, als hätte ich sie vergiften wollen.

Tadaa! Drei Jutebeutel voll Lebensmittel. Mit dem Fahrrad transportiert.

Tadaa! Drei Jutebeutel voll Lebensmittel. Mit dem Fahrrad transportiert.

Weil ich alles mit dem Fahrrad transportiere, kaufe ich die ganze Woche über Mineralwasser ein. Am liebsten mag ich ohnehin Wasser aus der Glasflasche, aber das gibt es nur, wenn sich einer meiner Freunde oder die anrückende Verwandtschaft bereit erklärt, zwei drei vier Kisten mitzubringen. Rotwein kaufe ich auch meist – dann ist etwas was da, wenn Gäste kommen. Oder ich in Selbstmitleid versunken auf dem Sofa sitze.

Für die merkwürdigsten Blicke sorgt meist mein Blumenkauf. Nicht wenige Gäste sahen bereits erfreut auf die roten Rosen auf meinem Wohnzimmertisch. Erfreut, weil sie hofften, dass sich endlich jemand erbarmt hätte und tiefere Gefühle für mich hegen könnte. Aber nein: Ich kaufe mir jede Woche Blumen selber. Frauenzeitschriftenkompatibel könnte ich nun sagen: Weil ich es mir wert bin. In Wirklichkeit mag ich einfach Blumen und sehe nicht ein, warum ich darauf verzichten sollte, nur weil mir kein Mann die Blumen kauft. Selbst als ein Mann genau wissen wollte, welche Blumen ich am liebsten mögen würde (rote Tulpen), blieb es bei „Du bekommst mal welche“. Ich bekam sie nie.

Achja: Und morgen gibt es selbstgemachte Burger mit Rosmarin-Kartoffelspalten und Bier. Lässt sich gerade nur nicht am Einkauf erkennen. Irgendetwas muss ich vergessen haben…

15 Kommentare zu “Der kleine Blog-Einkaufswagen

  1. Ich schaue interessiert auf einen anderen Punkt des Fotos: Sehe ich da den Rahmen des neuen Fahrrads?

  2. Ich kaufe mir auch manchmal selbst Blumen – zwar nur die von Aldi, aber das ist viel schöner als die dicken langstiligen Rosen, die ich früher bekam, wenn der Haussegen schief hing. 🙂

    Und einen Einkaufszettel habe ich eigentlich nie. Ausser, wenn ich etwas für die Kinder auf gar keinen Fall vergessen darf. Sowas wie „Sammelbox Edekasticker“ oder „Haarspülung XY“.

    Dein Foto ist viel schöner als meins, ich glaube, ich versuche nochmal ein höher aufgelöstes hochzuladen.

    Allerherzlichste Grüsse, Christine

  3. Ich wohne direkt über einem Edeka – da bin ich fast jeden Tag. Ich glaube ein Wocheneinkauf würde mich mittlerweile überfordern 😀

  4. Klasse Idee! Ich kaufe auch fast jede Woche Blumen für mich. Und bekomme auch immer mal wieder welche von Freundinnen als Gastgechenk. Wieso sollte ich denn nur Blumen im Haus haben, die von Maennern kommen?

  5. Warum schreibt eigentlich niemand den Einkaufszettel mit dem Smartphone? Ist das eher so eine Männerkiste? Oder hat es nur nicht die Schönheit eines Einkaufszettels? Gerade wegen dem Einkaufszettel bin ich total dankbar, dass man das Smartphone erfunden hat. Vorher war ja immer so, dass einem unterwegs Sachen einfallen, aber der Einkaufszettel zuhause am Kühlschrank hängt. Kommt man heim scheitert man an der Erinnerung. Hat man zufällig unterwegs die Gelegenheit die Einkäufe zu erledigen, hat man nie den Einkaufszettel dabei. Das Smartphone hat mein persönliches Einkaufzettelmanagement geradezu revolutioniet. Danke Cloud geht das sogar über Gerätetypen hinweg und auch ein gemeinsamer Einkaufszettel mit dem Partner wird damit Wirklichkeit.

    Danke an Ulrike und Christine für diese wunderbare Blogparade. 🙂

  6. Pingback: Mein Wochenendeinkauf – eine Blogparade | Clumsy Mama bloggt jetzt

  7. Pingback: Mein Wochenendeinkauf - Blogparade

  8. Blumen kaufe ich auch meistens beim Wochenendeinkauf, meistens auf dem Markt am Blumenstand. So auch heute. Meine Schwägerin und ihr Mann haben übrigens eine sehr moderne EInkaufszettel-Schreibmethode entwickelt. Die schreiben das im Smartphone, in Notizen oder so. Das kommt dann alles in die Cloud und man kann abhaken. Wahnsinn. Ich habs noch nicht ganz verstanden, fürchte ich. Imponiert mir aber sehr.

  9. Ja das Einkaufzettel-Vergessen ist ein weit verbreitetes Phaenomen 🙂 Meist halte ich mich aber eh nicht daran und kaufe gern spontan, was mir so an neuen Produkten begegnet oder probiere mich durch die Kaesetheke. Blumen gibt es bei uns auch fast jede Woche – egal wer sie mitbringt und auch gerne vom Discounter.

  10. Ich bin Einkaufszettelfetischistin. Bei uns hängt ein Magnetblock an der Mikrowelle und da wird penibel eingetragen was wir brauchen. Wenn er mal (!) vergessen werden sollte, bin ich ganz fuchsig. Aber zu 99,9% wird er mitgenommen und im Laden wird alles abgestrichen. Herrlich! Eine To-Do-Liste zum Sofort-Erledigen quasi 😀

    • Ach so P.S.: Ich hab die Smartphone-Methode versucht und kann trotzdem immer noch schneller was mit dem Stift schreiben, als in mein Smartphone zu tippen. Außerdem ist das Handy nicht unbedingt in der Küche immer am Mann, wenn mir was einfällt, was auf den Einkaufszettel muss. Das schreib ich doch lieber direkt so auf 😀

  11. Wieso ist bisher niemand über die Kresse-Martini-Suppe gestolpert? Ich komm nicht drüber weg … Kann ich dazu vielleicht ein paar Details haben?
    Einkaufszettel schrieb ich nie. Neuerdings werde ich dazu genötigt, sowas per Wunderlist zu führen, weil es so praktisch ist. Ist es auch. Aber mein Hirn ist auch total praktisch. Vor allem wenn es regelmässig trainiert wird *gg
    Weil ich aber ein braves Weibchen bin, Wunderlisten wir. Und es hat schon was für sich wenn alle Familienmitglieder jederzeit Zugriff auf den online zur Verfügung stehenden Einkaufszettel haben. Und weil ich nie ohne Smartphone unterwegs bin kann der auch nicht liegen gelassen werden. Und es entstehen Situationen wie: „Ich hab dir xy mitgebracht. Weil es auf der Liste stand!“ Leider aber auch: „Nein, das habe ich nicht mitgebracht, stand ja auch nicht auf der Liste ;p“

  12. Pingback: Mein Wochenendeinkauf - eine Blogparade | Mama notes

  13. Pingback: #12von12 im Februar 2016

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