Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Gute Redakteurin sucht guten Chef

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Die Überschrift lässt es erahnen: Ich suche einen Job. Einen Neuen. Einen Tollen. Und weil über das Internet angeblich sogar Liebe gefunden werden kann, glaube ich fest daran, auch über das Internet einen Job zu finden.

Wäre dies eine Kontaktanzeige, würde dort stehen „Gute Redakteurin sucht tollen Chef, der weiß, was er an der guten Redakteurin hat, der angemessen bezahlt und was vom Schreiben versteht“.

Dafür biete ich einiges. Was wäre sinnvoller? Mit meinen Schwächen zu beginnen und zu den Stärken zu schwenken? Die Schwächen nicht zu erwähnen, den Anderen in dem Glauben zu lassen, Superwoman würde vor ihm sitzen? Schwierig. Schwierig.

Also fangen wir mit meinen Schwächen an. Ganz ehrlich. Ich kann zickig werden. Manchmal. Wenn ich Hunger habe, dann werde ich grantig. Ich werde traurig, wenn meine Arbeit nicht wertgeschätzt wird. Ich kann nicht mit Kaffeemaschinen umgehen. Manchmal ist mein Schreibtisch unordentlich. Und ich desinfiziere mir fünfmal am Tag meine Hände.

Meine Stärken gleichen das aber wieder aus: Ich kann schreiben. Kurz und lang. Nachrichtlich und kolumnesk. Über Fußball und über Politik. Über das Vermischte. Und über Reisen. Über Literatur. Über Wirtschaft. Und über Musik.

Ich kann fotografieren. Ich kann filmen. Ich kann vor der Kamera stehen und werde nicht rot. Ich kann Videos schneiden. Ich kann bei nächtlichen Notfällen innerhalb von drei Sekunden aufstehen und brauche nicht einmal Kaffee, um einsetzbar zu sein (Aber ich mag Kaffee und würde ihn nicht ablehnen!). Ich arbeite gern am Wochenende, ich arbeite auch am Abend gern. Ich arbeite generell gern. Ich brenne für das Schreiben, den Journalismus. Ich bin kreativ, eine Themendreherin. Ich kenne den Unterschied zwischen „über“ und „mehr als“, ich weiß, dass „aber“ und „doch“ zwei verschiedene Worte sind. Phrasen und Redewendungen nutze ich selten und hinterfrage sie permanent.

Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch mindestens eine spannende Geschichte zu erzählen hat. Deswegen werden die Geschichten auf dieser Welt nie ausgehen. Die Menschen erzählen von Liebe und Hass, von Gewalt und Frieden, von dem kleinen Glück und dem großen Glück und dem, was dazwischen liegt. Man muss nur genau hinhören, seine eigenen Gedanken beiseite schieben und lauschen.

Journalismus ist mehr als das Abschreiben von Agenturen. Eigentlich ist genau das kein Journalismus. Journalismus ist das Hinterfragen und das Erklären und das Verstehen-wollen von dem, was um uns herum ist. Etwas nachzuerzählen, das ist nicht schwer. Ein guter Journalist kann den roten Faden finden, das heraussuchen, was für die Menschen wichtig ist. Und es dann so schreiben, dass es jeder versteht, so wiedergeben, dass jeder versteht, was die Nachricht für ihn bedeutet.

Erwähnte ich, dass ich eine gute Journalistin, eine richtig gute Redakteurin, bin?

Bevor ich es vergesse – was ich mehr als alles andere kann: über mich selber lachen. Laut und heftig. Und Backen. Torten, Kuchen, Kekse, Brot. Ich kann mit gutem Gewissen behaupten: meine Kollegen werden alle zwei Kilogramm abnehmen, wenn ich nicht mehr da bin.

Wer möchte der nächste Adressat meiner Kuchen sein?

Kontakt, Lebenslauf und noch mehr Leseproben, Videos und und und … unter: ulrike.bertus (at) gmail.com.

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9 Kommentare zu “Gute Redakteurin sucht guten Chef

  1. Du bist all das. Und ich werde mich morgen mal auf die Suche machen. You’ll never walk alone.

  2. Lieber sich fragender Chef,

    Sie mögen sich nun bestimmt wundern: Kann das sein? Wie kommt es, dass jemand, der bäckt, twittert und bloggt ein ernsthafter Journalist sein kann? Ich frage mich das auch immer, ehrlich. Aber wenn Sie Ulrike kennenlernen, werden Sie feststellen, dass es sich hier um eine hochintelligente Frau handelt, quasi einen »Natural Born Writer«. Sie ist ein Champ. Solch Leute will man in seinem Team haben, aber keinesfalls gegen sich. Zugreifen!

    (PS: Und die Marmelade erst!)

  3. durch zufall auf diesen blog gestoplert, aber hätt ich einen, ich würde dir nach dieser „bewerbung“ sofort einen job geben!

  4. Als Ex-Chefin, die Ulrike niemals freiwillig in diese Situation gebracht hätte, wenn sie noch an Bord wäre, kann ich nur sagen: Chefs, greift zu! Holt euch diese Frau, diese Journalistin, diese Kollegin in euer Team! Sie schreibt nicht nur hervorragend, hat nicht nur superkreative Ideen, arbeitet nicht nur über jede Stundenzahl hinaus, sie hat das Klima in unserem Team auch um 37 himmlische Grad erwärmt. Sie wirkt wie ein Wohlfühlkissen, in das man sinken möchte, wie ein Wirbelsturm, dem man zuschauen will und wie ein Ton, der nie verklingen darf. Sie ist ein Schatz! Ein ostfriesisches Original, ein seltenes Talent, ein wunderbarer Mensch.

  5. Hallo, schau bitte mal in Deine Emails. Danke.

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