Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Die Hose: Ein Ausdruck der Jugend

6 Kommentare

Ich schreibe mich hier noch quer durch den Kleidungsschrank. Vor kurzem der Rock, der meine Weiblichkeit irgendwie und mit viel Mühe unterstreichen soll. Auch die Nachtkleidung wurden schon besprochen, die Socken sollen bei Gelegenheit diskutiert werden (wer meint, dass da kein Gesprächsbedarf besteht, soll bitte an seinen oder seine Liebste/n nackt nur in schwarzen Socken denken. Und: Gesprächsbedarf ist da!). Jetzt aber geht es um Hosen. Und da ist nur die neue Kollegin schuld. Und ein neuer Kollege. Denn der Kollege trägt die Hosen tief. Es sei vorweggenommen: Er kann es sich leisten. Die Frage ist nur: Warum tragen Männer gerne die Hosen tief, die Boxershorts aber hoch?

Ich wohne nun in einer Stadt. Und hier gibt es einen Vorteil: Ich kann beobachten. Und ein wenig auch empirisch Daten erheben, wobei sie wahrscheinlich keiner Untersuchung durch den Experten Björn D. stand halten würden. Aber nun.

Ich habe also beobachtet. Welcher Typ Mann trägt seine Hosen tief? Knapp unter dem knackigsten Punkt des Hinterns fängt die Hose an, scheint die Regel zu sein, die in irgendeinem Männerhandbuch verewigt sein muss. Ein Buch, das wir Frauen nie zu Gesicht bekommen. Da stehen so spektakuläre Dinge drin wie: „Warum es sinnvoller ist, seine Glatze würdelos durch die letzten drei Haare zu verdecken“ oder „Warum Blumen für Frauen keine Freude sind, sondern nur weitere Putzlast“ oder auch „Ein wahres Männergespräch findet nur im Kopf statt“. Wie gesagt: Wir Frauen werden es nie sehen.

Da sitzt die Hose also, das Shirt ist kurz und gewährt in der Rückenansicht einen Blick auf (von unten): Schuhe, Hose, Boxershorts, T-Shirt, Nacken, beginnende Glatze. Nicht immer beginnt eine Glatze, manchmal sieht man auch volles Haupthaar. Ich möchte hier nicht als Männerhasserin wirken. Ich liebe Männer. Vor allem, wenn sie mich zum Lachen bringen. Aber das ist ein anderer Eintrag.

Warum also tun besonders viele Männer zu Beginn der 30er noch einmal so etwas? Ich hatte zu Beginn des Studiums Freunde, die so rumliefen. Sie hatten das ganze Leben noch vor sich: das Studium, das mehr aus Party und Alkohol besteht, als jeder andere Lebensabschnitt. Sie hatten noch keine nörgelnde Freundin („Zieh die Hose hoch, Alter!“) und keine Verantwortung. Sie waren Anfang 20.

Vielleicht wird vielen mit Anfang 30 klar, dass nun das Leben kommt. Arbeit, Verantwortung, Riester-Rente. Und die Hose: Sie ist ein Stück Jugend. Ein Stückchen Unabhängigkeit, das zeigt: „Meine Hose hängt mir zwar in den Kniekehlen, aber hej! Ich kann es mir leisten…“ Was die meisten Männer nur leider vergessen: Der hübsche Knackpo, der mit 30 noch existent und mit 50 Geschichte ist, den sieht man ja nicht mehr, wenn er von Jeans und Boxershorts so verdeckt wird. Leider.

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6 Kommentare zu “Die Hose: Ein Ausdruck der Jugend

  1. Ich glaube, du hast völlig Recht. Wenn ich mich mal besonders jung fühlen will, ziehe ich meine schlagigste Hose an und etwas tiefer, damit ich beim laufen hinten drauftrete. Wie früher.

  2. ich glaube du hast nicht recht… im Buch stehts anders;-)

  3. Elms Boxershorts hab ich auch schon öfter gesehen! Ha!

  4. also ich finde jungs mit solchen arschhosen überaus anziehend.. manchmal sogar noch, wenn sie schon 30 sind. ab 40 wird’s glaub‘ ich erst wirklich prekär 😉

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