Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Wenn jetzt Sommer wäre….

Ein Kommentar

… dann würde ich mich vor allem wundern, dass im Sommer Schnee liegt. Aber das nur nebenbei. Der Schnee hat uns im Griff. Ich finde das nicht schlimm, bin ich doch bekennende Entschleunigerin. Mal einen Gang runterschalten im Auto, nicht in den Supermarkt zu hetzen, sondern in Ruhe bedächtig den Weg dorthin gehen – all das kann nicht schlecht sein. Das Herz bedankt sich, der Adrenalinpegel sinkt und was ist schon so schlimm daran, mal 20 Minuten später nach Hause zu kommen?

Natürlich. Dieses Wochenende muss ich in Norden arbeiten. Das sind – dank merkwürdiger Streckenführung – rund 80 Kilometer mit dem Auto. (Im Endeffekt – und dank der terminleere – konnte ich mit dem Zug fahren). Aber da muss man dann mal lächeln – und entschädigt der atemberaubende Blick über weiße Weiten nicht für so einiges?

Aber egal. Es gibt viele Menschen, die nicht auf Schnee können. Nicht laufen, nicht fahren, sich nicht darüber freuen.

Dabei ist das mit dem Laufen zwar schwierig, aber einige machen es sich ja noch schwieriger. Ich sag nur: Nuttenstiefel. Zehn Zentimeter Absatz, weißes Lederimitat. Nicht nur, dass diese Frauen ihre eigenen Bänder und Sehnen gefährden – heute fiel mir beim Supermarkt eine von „denen“ vor mein Auto. Und in Norden sah ich, wie eine junge Dame alle zwei Meter schicksalhaft und geschwächt gegen ihren Freund fiel. Fremdschämen galore.

Dabei gibt es doch so tolle flache Stiefel (ich selber besitze zwei davon). Wenn jetzt Sommer wäre – dann wäre das Laufen mit Mörderabsätzen kein Problem. Im Winter ist das Laufen mit den hohen Schuhen ja nicht nur gefährlich – es sieht auch saudämlich aus.

Als ich vergangene Woche in Leipzig war, da hatten beinahe alle Frauen flache Schuhe an. Da rutschte niemand auf dem Kopfsteinpflaster der Innenstadt hin und her. Und Schwupps – laufe ich durch Leer und Norden, schon sehe ich sie wieder. Kommt daher die Redewendung „der kalte Osten“? Weil es dort – in Leipzig – kälter ist und man besser damit umgehen kann?

Denn umgehen kann der gemeine Ostfriese einfach gar nicht mit Kälte. Wind, Sturm, Regen – dagegen sind wir gewappnet. „Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung“ bekommt im Herbst bei Regen oftmals zu hören. Nun, wo der Schnee liegt, sagt das niemand mehr.

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Ein Kommentar zu “Wenn jetzt Sommer wäre….

  1. So richtig mit Schnee umgehen, kann scheinbar niemand, sonst würden nicht jeden Tag mehrfach Sondersendungen zum Wintereinbruch in Deutschland gesendet werden. Ich bin gestern nach Monschau (hübsches historisches Städtchen mit viel Berg in der Eifel) gefahren, weil wir dort mit dem Chor ein Weihnachtskonzert gegeben haben. Das bedeutete: eine enge einspurige, stark ansteigende, schneebedeckte Gasse bis zur Burg hochfahren. (Eine scheinbar noch engere und steilere schneebedeckte Gasse, den Berg hinunter zu fahren,hatte ich mich zuvor nicht getraut.) Auch wenn man Auto eigentlich keine Berge „kann“, hat es diese Hürde gemeistert und meine Todesängste waren zum Glück unbegründet.

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