Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Ein Stöckchen – mit Hass und mit Liebe

4 Kommentare

Weil Stöckchen so vintage sind und weil meine beste Kesro darum gebeten hat – ein Stöckchen. Das erste seit – nun, seit langem.

1. Blind oder taub – was wäre dich für dich schlimmer und warum?

Ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Vielleicht blind. Weil ich Musik so liebe. Aber wäre ich blind, könnte ich nie wieder diese Herzklopfer haben, wenn ich aufs Meer sehe und mir die weißen Kronen der Wellen entgegentanzen. Also vielleicht doch taub? Aber ohne Musik? Ohne das Lachen meiner Freunde in den Ohren? Mmh…

2. Würdest du deinem Kind für immer Schönheit, Weisheit oder Reichtum geben, wenn du dir eins davon aussuchen könntest und warum?

Nein. Gar nichts. Weil Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt (was etwas fürs Phrasenschwein wäre. Aber: Schönheit ist so unfassbar relativ. Angelina Jolie beispielsweise finde ich gar nicht schön. Während andere sich ja scheinbar überschlagen, sobald sie nur ein Bild von ihr sehen). Weil Weisheit eine Entwicklung ist. Ist Weisheit von vorneherein gegeben, ist man altklug. Nicht weise. Und weil Reichtum nicht glücklich macht. Vielleicht entspannt. Aber vielleicht kommt Weisheit vor allem durch die Abwesenheit von Reichtum, weil man anders an viele Dinge herangeht?

3. Welche Person in der Öffentlichkeit wird deiner Meinung nach total überschätzt und wie ist sie wohl wirklich?

Jogi Löw. Ich glaube, dass er so dumm war, sich schlechte Berater zu suchen. Auf die er leider auch hört.

4. Wie viel Geld würdest du dafür bezahlen, eine komplette Fremdsprache in dein Gehirn übertragen zu lassen, so dass du sie sofort fließend sprechen und schreiben kannst?

Es gibt so viele Sprachen, die ich gerne sprechen würde. Russisch, italienisch, spanisch, gälisch, gotisch, französisch. Aber einfach so ins Gehirn einpflanzen lassen? Das wäre mir zu einfach, zu unpersönlich. Bei den Sprachen, die ich spreche, mag ich den Gedanken daran, wie ich einzelne Worte gelernt habe. Wie ich mir das englische Wort „disappointed“ habe auf der Zunge zergehen lassen, weil ich es so schön fand. Wie ich das niederländische „bos“ ganz langsam gesagt habe, selber hörte, wie ich das „s“ leicht zischelte und über mich selber lachen musste. Wie ich im Lateinunterricht plötzlich begeistert war, weil ich Catulls Gedicht „Carmen 85“ lernte, das wohl zu den weisesten Dingen gehört, die jemals geschrieben wurden. (Der Vollständigkeit wegen: „odi et amo. Quare id faciam, fortasse requiris: Nescio, sed fieri sentio et excrucior.“ Die Übersetzung: „Ich hasse und ich liebe. Vielleicht fragst du, warum ich das tue: Ich weiß es nicht, aber ich fühle, dass es geschieht und ich quäle mich.“

5. Woran liegt es, dass die Zeit immer schneller vergeht, wenn man älter wird und was könnte man dagegen tun?

Wenn man etwas macht, was man mag, vergeht die Zeit schnell. Wenn man etwas nicht mag, vergeht die Zeit eher zäh. Vielleicht merken wir, je älter wir werden, was wir mögen – und wir tun es. Deshalb vergeht die Zeit schneller. Was man dagegen tun kann? Entweder nur Dinge tun, die man nicht mag. Oder es so hinnehmen wie es ist – und glücklich sein.

6. Wenn du Essen nur noch aus einem Land haben könntest, welches wäre es?

Aus ökologischer Sicht Deutschland. Wobei: eher Niederlande. Denn eher esse ich Tomaten aus Groningen als aus dem bajuwarischen Süden. Hat etwas mit der Entfernung der Lieferung zu tun. Außerdem haben die Niederländer „Albert Heijn“. Geht es nicht um die Umwelt: Indisch.

6. Würde es dir gefallen, wie früher mit der ganzen Familie in einem Haus zu wohnen?

Nein.

7. Welche Tätigkeit, die typischerweise dem anderen Geschlecht zugeordnet wird, kannst du gut und machst du gerne und oft.

Fußballgucken und Bier trinken. Handwerken kann ich zwar, aber ich habe keine Zeit. Auch Gabelstaplerfahren kann ich. Aber wo? Deshalb: Fußballgucken, Bier trinken und zotige Witze reissen.

Und nun muss ich mir selber Fragen ausdenken. Ich werde das Stöckchen aber liegen lassen. Und wer sich äußern möchte, der kann es tun. In seinem Blog, hier im Kommentar, bei Facebook. Aber sagt mir Bescheid, meine Lieben.

1. Gibt es „für immer“?
2. Wenn man nicht merkwürdig angeguckt werden würde, wenn man mit der Tupperdose seine Wurst oder seinen Käse kaufen würde – würdest Du es tun?
3. Weit abgelegenes Haus oder Wohnung mitten in der Stadt?
4. Gibt es bessere Hälften oder ist man auch alleine ein Ganzes?
5. Wenn alle Menschen eine Sprache sprechen würden – würden Sie sich trotzdem besser verstehen?
6. Was ist Dein Lieblingswort? Und warum?
7. Gibt es feste Regeln für Moral oder ist Moral relativ? Und was ist dann moralisches Verhalten?

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4 Kommentare zu “Ein Stöckchen – mit Hass und mit Liebe

  1. Das mit der Moral … das mit der Moral 😉

  2. Gut, dass ich erst meine Antworten gegeben hab bevor ich Deine las – sehr poetisch formuliert!

    Und spannende neue Fragen. Schon das „Für immer“ weckt den Zyniker in mir, der sagen will: „Gilt zumindest für die, die sofort nach der Trauung vom Bus überfahren werden“, und die bessere Hälfte darf sich NUR DANN so nennen, wenn sie einem selbst genügend Freiraum lässt, um allein ein Ganzes zu sein. Moral ist _immer_ subjektiv, Grundsätze sind eher „Best Current Practices“ 🙂

  3. Pingback: Antworten, die die Welt nicht wirklich bewegen « Your Friendly Neighborhood Lorelei

  4. Zur Frage 5: Also ich hab mal gelesen, dass die Zeit langsamer vergeht, wenn man was komplett Neues macht. Das macht man als Kind ja quasi den ganzen lieben langen Tag und das Hirn baut sich dabei seine Verknüpfungen. Und während man dann als Kind geistig quasi auf langsamen Landstraßen unterwegs ist, fährt man als Erwachsener auf immer schnelleren Autobahnen. Ist ja alles schon mal da gewesen, man kennt die Abkürzungen. 😉

    Deshalb vielleicht öfter mal komplett neue Dinge tun. Weg fahren (Hinwege dauern immer länger als Rückwege, wenn man den Weg noch nicht kennt). Etc.

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