Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Was man sagen sollte

2 Kommentare

Achtung, wird ein wenig pathethisch.

Es gibt diese Momente bei der Arbeit, die verfolgen einen auch noch Tage danach. In erster Linie sind das Unfälle. So auch der, der am vergangenen Mittwoch drei Tote forderte. Und es muss nicht einmal so sein, dass man direkt beim Unfall dabei ist – das, was danach kommt, ist manchmal auch schlimm. So am Freitag als ich zu der Unfallstelle fuhr und dort auf die Eltern, der drei Toten (17 Jahre, 21 Jahre und 22 Jahre) standen und Kreuze aufstellten. Die Freunde waren da, weitere Verwandte. Rund 30 Menschen, die weinten und Kreuze für ihre Kinder, Neffen, Nichten und Freunde aufstellen.

Das sind keine schönen Momente. Gar nicht. Und auch wenn man versucht, in dem Fall möglichst professionell zu bleiben: es geht kaum. Meine Stimme zitterte, als ich mit dem Vater des toten Mädchens sprach, und ich hatte Tränen in den Augen.

Wenn man dann zur Ruhe kommt, sind merkwürdige Gedanken in einem Kopf. Weil man sich nicht traut zu ahnen, wie sich die Eltern und Freunde fühlen müssen. Und sich doch irgendwie vorstellt, wie es ist, wenn wichtige Menschen im Leben plötzlich einfach nicht mehr da sind. Weg, so einfach. Und man hat vergessen, zu sagen, wie wichtig diese Person einem wirklich war.

Schließlich geht man mit Freunden und Familie oft völlig selbstverständlich um. Nie sagt man, wie wichtig sie einem sind, wie glücklich sie einem machen und wie gut es tut, dass sie hinter einem stehen. Ich höre das selber auch gar nicht so gerne – aber wenn man nach solch einer Begegnung wie oben nach Hause kommt: dann wünscht man sich, alle wichtigen Menschen anzurufen und zu sagen: „Gut, dass Du da bist! Ohne Dich würde was fehlen.“

Ich könnte die Woche des „Ich sag allen, wie wichtig sie mir sind“ ausrufen – oder mein Mobiltelefon zur Hand nehmen und es tun. Einfach so. Mal sehen.

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2 Kommentare zu “Was man sagen sollte

  1. Ich frage mich gerade, warum man über so private und traurige Ereignisse in der Presse berichten muss. Als Außenstehender kann man doch nie wirklich richtige Anteilnahme zeigen und muss eigentlich sofort wieder zur Tagesordnung übergehen, sonst wird man noch verrückter als man es ohnehin schon ist.

    P.S.: Lebt dein Auto wieder?

  2. Gut, dass du da bist! Ohne dich würde was fehlen!

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