Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Das Auto, mein Freund

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Ich habe eine innige Beziehung zu meinem Auto. Es hat einen Namen (Duncan) , bekommt nur vernünftigen Diesel in den Tank und ein wenig fungiert er auch als fahrender Schuhschrank (damit man auf Terminen auch immer die richtigen Schuhe an hat).

Am Dienstag ist der Kleine aber ausgegangen. Aus. Einfach so. Auf dem Weg zur Arbeit ging der Motor aus – und nicht mehr an. Mein sofort angerufener Bruder vermutete ein Problem mit der Wegfahrsperre – dem war nicht so. Der Mechaniker, der dann auch irgendwann angerufen wurde, beruhigte mich: „Das sieht nach einem defekten Kurbelwellensensor aus.“ Einen Tag später rief er mich an, um zu sagen, dass Ford den falschen Kurbelwellensensor geschickt hatte. Zwei Tage später rief er nochmal an: „Neuer Kurbelwellensensor ist drin, das Auto springt trotzdem nicht an. Liegt wahrscheinlich am Zahnriemen.“ Mir wurde schwarz vor Augen. Das war am Freitmagmorgen.

Am Freitagnachmittag fuhr ich in die Werkstatt – mit dem Fahrrad. Ganz sportiv. „Es ist doch nicht der Zahnriemen.“ Beim Auslesen waren mehrere andere Fehler angezeigt worden. Widersprüchliche Fehler vor allem. Aber irgendwie vermutete der Mechaniker: „Könnte was mit der Spritpumpe zu tun haben. Die baut etwas wenig Druck auf.“ „Etwas wenig Druck“ sind übrigens 30 bar – von 300. Heute (Sonntag) schleppen mein Bruder und der Stiefvater den Wagen in eine Spezialwerkstatt, die sich mit Pumpen auskennt. Der Mechaniker hat kapituliert.

Nun sitze ich mitten in Ostfriesland – ohne Auto. Und das seit Dienstag. Ich bin auf die Gnade meiner Kollegen und Freunde angewiesen, die mich mit zur Arbeit nehmen. Einkäufe werden mit dem Rad oder zu Fuß erledigt. Aus dem Dorf weg? Komme ich nicht. In der Stadt würde ich mit Bussen und Bahnen fahren – hier fährt kein Bus in Richtung meines Arbeitsortes. Gar keiner. Und der Bahnhof im Ort wurde vor mehr als 25 Jahren geschlossen.

Ich weiß auch nicht, wann ich mein Auto wiederbekomme. Und mich interessiert auch, ob ich die Reparatur vielleicht abarbeiten kann. Mit Fegen vielleicht? Oder indem ich mich dekorativ auf einer Motorhaube fletze? Ich könnte Boxenluder werden. Dann bekomme ich auch sicherlich einen Dienstwagen…

PS: Und wer sich nun berufen fühlt, Fachwissen von sich zu geben (das ich beim Googeln nicht so leicht finde): Ich habe einen Ford Fiesta, Baujahr 2003, TDCI, 68 PS. Gelaufen knapp unter 100.000 Kilometern.

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10 Kommentare zu “Das Auto, mein Freund

  1. Möglicherweise ist es kein gutes Jahr für Autos mit Namen. Clint jr. hat auch immer noch seine Kaspermütze auf und so langsam setzt auch da die Ratlosigkeit ein. Ich drücke uns die Daumen, dass sich doch nach alles zum bezahlbaren Guten wendet.

  2. Das ist ja wie bei Dr. House!

  3. Das Theater hatte ich letztes Jahr….Im Endeffekt hat der Fips ne Herztransplantation bekommen und ist jetzt wieder soweit fit. Wobei er langsam auch alles andere von sich schmeißt – Auspuff….neuerdings werden auch Schrauben an den Türen locker. Aber da weiß man zum Glück, was es ist. Aber wenn die Mechaniker schon nicht mehr weiter wissen bzw. allen Kram probieren und es doch nicht klappt, ist das schon ärgerlich. Gut nun, dass er in ner Spezialwerkstatt ist. Dort hatten sie mein Motorproblem dann auch rapzap gelöst.

  4. Mein kleiner Sporti hatte letztes Jahr im Armaturenbrett plötzlich ein verdächtig blinkendes Symbol. In der Fach-Werkstatt war man aber überfragt da der Fehlerspeicher mehrdeutige Fehler ausspukte. Die Fehler wurden einfach gelöscht und wenn die Lampe nochmal aufleuchten würde, sollte ich sofort wiederkommen.
    Ich war natürlich noch nicht ganz vom Hof der Werstatt gefahren, da blinkte mich dieses Lämpchen schon wieder ganz freundlich an.
    Man riet mir dann, ich sollte den Wagen lieber stehen lassen, da es sein könnte, dass die Bremsen ausfallen, weil man sich nicht ganz sicher war, was der Fehler bedeutet. Hätte man mir das vorher gesagt, wäre ich nichtmal vom Hof gefahren!!!
    Am Ende war der Drehzahlgeber kaputt. Und das bei einem gerade mal 3 Jahre alten Audi A3 mit 56.000 km… Aber wenigstens hatte man mir einen kostenlosen Leihwagen zur Verfügung gestellt…

    Ich drücke dir die Daumen, dass dein Duncan bald wieder fit ist!!!

  5. Also mal am Rande: Zahnriemen merkst du. Dann frisst sich der Motor fest, es gibt Rabbatz und Tamtam. Der Zahnriemen hätte locker sein können, aber das kann man in 20 sekunden testen.

    Hat schon mal jemand – und es ist so naheliegend das ich mich schäme – daran gedacht, Anlasser und Lichtmaschine zu verdächtigen? Kein Mucks würde ich mal erst dran denken, den Stromfluss zu testen. Wenn der Anlasser orgelt – fein! Wenn nicht: Anlasser!

    Außerdem nett: Sicherungen geprüft? Wenn Sicherungen ok, Anlasser Ok und Lichtmaschine ok, dann gehste hin und lässt – dein Auto ist modern genug – den Fehler auslesen (ja, das geht. Da steht dann einfach auf dem Monitor: Das ist kaputt! [mit Teil das kaputt ist]).

    So, jenuch Benzin 😉

  6. Lichtmaschine ist erst neu und ist es nicht. Ausgelesen wurde sofort. Erst zeigte das Gerät den defekten Kurbelwellensensor. Nach Neu-Einsetzung zeigte das Gerät (also das Lese-Ding) gleich drei Fehler an. Die übrigens ausgeschlossen wurden. Es gibt sicherlich einen zweiten Teil….

  7. Erinnert mich stark an meinen Fiesta, der konsequent an jeder Ampel ausging. Und jede Werkstatt machte etwas anderes verantwortlich und reparierte für teures Geld. Und dann kam ich wieder nur bis zur nächsten Ampel. Insgesamt hat mich das ein halbes Jahr und fast 1000 Euro gekostet….

    Gefunden hat den Fehler übrigens ein älterer ADAC-Mitarbeiter. Er hatte eine Vermutung, guckte unter die Haube und hatte den Übeltäter: ein kleiner Draht war durchgeschmort, 50 Cent in der Nachbestellung….

    Seitdem vertraue ich nur noch älteren Mechanikern, die sich noch mit Motoren auskennen und nicht nur mit diesen Lesegeräten!

    Fürchte allerdings, dein Fiesta leidet an etwas anderem. Oder hast du noch einen Choke?

    Drück dir die Daumen, dass sie es bald finden!

  8. nein, einen choke habe ich nicht mehr. aber wenn es so ein kleiner draht ist – dann laufe ich amok. aber morgen nimmt mein stiefopa, ein alter seemann mit weißem wallenden haar und dröhnender stimme, das in angriff – und wird den mechanikern sagen, dass ein armes kleines mädchen nun im dunkeln mit dem fahrrad durch westoverledingen fahren muss…

  9. War das eine self-fulfiling prophecy?
    thatgirlthere hat gesagt…
    „das schöne am sommerurlaub planen: von sonne und meer träumen. das blöde am sommerurlaub planen: hoffen, dass es keine reparatur dazwischen kommt, die aus dem sommerurlaub einen tag am strand von norddeich macht.“

  10. Gute Besserung für Duncan.

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