Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Vom Bauchgefühl und Verstand

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Oft, zu oft, muss man sich entscheiden. Zwischen dem, was der Verstand einem sagt und dem, was der Bauch lieber möchte. Der Verstand sagt, dass man auf seine Ernährung achten sollte, der Magen schreit laut „Pommes mit extra-Mayo!“ Der Verstand erhebt Anspruch auf die richtige Entscheidung, der Bauch tut es auch.

Es beiden recht zu machen, ist beinahe unmöglich. Natürlich, die einfachen Dinge, da gehen sie konform. Ob ich heute den grauen oder den fliederfarbenen Pullover anziehe, ob es die flachen Schuhe oder die schönen Absätze sein sollen.

Und dann gibt es diese Dinge, die wälzt man vom Bauch in das Gehirn, wieder zurück. Und irgendwann, gehen diese Dinge in die Beine. Denn dann läuft man vor dem Problem einfach weg, anstatt sich auf den Bauch oder das Gehirn zu verlassen. Auch eine Möglichkeit. Nur, dass Probleme gerne schneller sind und Magen und Kopf als ohnehin eher träge gelten.

Besonders wenn zweite Personen involviert sind, wird es schwer. Schließlich haben auch sie einen eigenen Kopf, einen eigenen Bauch und dazu meist auch zwei äußerst intakte Beine. Man kann selber ein Problem für sich lösen – aber was hält diese zweite Person davon?

Es gibt diese aufwendigen Entscheidungen. Nicht: Welchen Film sehen wir heute Abend (da hat mein Kopf nix zu sagen. Ich brauche abendliche un-intellektuelle Unterhaltung), sondern: Wir fahren in den Urlaub. Wir buchen die Tickets für eine Reise in sechs Monaten.

Ist es zu sehr „Gewälze“, wenn man fragt, ob man in sechs Monaten noch das möchte, was man jetzt möchte? Ist es vielleicht feige, sich nicht einfach auf das Gefühl zu verlassen, dass beide sich einfach nur auf den Urlaub freuen? Aber was, wenn in sechs Monaten andere Menschen in beider Leben aufgetaucht sind, die einen gemeinsamen Urlaub nicht sehr schätzen? Wenn beide Menschen einfach nicht mehr das selbe Ziel haben? Kein örtliches Ziel, sondern ein „Wir“-Ziel?

Sollte man einfach etwas wagen und dem Verstand sagen: „Hej, alles geht gut.“ Oder dem Bauch: „Du hast doch keine Ahnung.“ Was macht man dann? Kann nicht die Leber die Entscheidung übernehmen?

„Einen trockenen Rotwein, bitte!“

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5 Kommentare zu “Vom Bauchgefühl und Verstand

  1. Man zahlt doch auch in die Rentenversicherung ein, obwohl man sich nie sicher sein kann, ob man das Rentenalter überhaupt erreicht. Also: Urlaub buchen und Vorfreude genießen! Vielleicht ne Reiserücktrittsversucherung abschließen…

  2. ich kann Julia nur zustimmen. Einfach machen. Du kannst es nicht bereuen denn es war deine Entscheidung. Vielleicht sagst du hinterher es war ein Fehler. Aber aus Fehlern lernt man. Daran kann man nur wachsen. Aber sich auf etwas zu freuen ist immer gut und die Freude setzt ein wenn du die Entscheidung getroffen hast. Hab ja selbst lange unter Entscheidungsfindungsschwäche gelitten. Es gibt nie DIE richtige Entscheidung. Das sind alles Momentaufnahmen. Das wird ein toller Urlaub. Ich bin da total zuversichtlich.

  3. Eine Reiserücktrittsversicherung ist ein sehr guter Plan. Und wenn es dann tatsächlich in sechs Monaten einen oder vielleicht sogar zwei andere, irgendwie dann doch mitinvolvierte Menschen geben würde: wie toll können sie sein, wenn sie eine solche Reise nicht verstehen können und blockieren wollen? Na? Eben.

    Buchen. Möglicherweise noch einen Plan B machen, für wenn man dann doch mal lieber alleine was machen will. Und ab dafür.

  4. Es wäre zu schön, wenn’s auch mal einfach wäre. Ich habe in der letzten Woche einen Flug nach weit, weit, verdammt weeeeiiiit weg gebucht. Der Grund dafür besucht mich im Juni. Ob er im August noch genug Grund für diese Reise ist, weiß ich nicht… Aber ich hab gehört Sydney soll toll sein.

    Augen zu und reingestürzt, selbst, wenn es in 6 Monaten anders aussieht. Glücklicherweise gibt’s ja nicht nur einen Weg…

  5. und jetzt wo die sonne scheint, sieht ja alles plötzlich besser aus. was ein wenig licht mit einem machen kann…

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