Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Vom Leid mit den Männern

11 Kommentare

Im Folgenden soll es nicht um mich gehen. Mein Leid mit den Männern lässt sich in einem Wort (leidvoll) beschreiben, dafür braucht es keinen Text. Nein, es geht um meine Babykatze, mittlerweile eine Teenagerkatze. Es geht um Margarethe. Denn Margarethe ist rollig. Das erste Mal. Sie hat es geschafft: Bevor sie im kommenden Monat kastriert werden soll, erlebt sie die Leiden einer Katze. Und sie leidet Höllenqualen. Und mit ihr ich und auch der alte Katzenopa Fezzy.

Die vergangenen drei Nächte waren geprägt von infernalischem Geschrei. Dass eine kleine Katze solche Töne erzeugen kann – unfassbar. Vergangene Nacht nahm ich Margarethe (wir beide am Ende unserer Kräfte) auf den Arm und führte mir ihr ein Frauengespräch. Sie, ich. Im Fernsehen flimmerte Eistanzen. Es war spät.

Als Frau von 28 Jahren versuchte ihr zu erklären, dass sie keinen Erfolg bei Männern haben wird, wenn sie sich wolllüstig über ein Handtuch zieht und dabei kehlige Geräusche von sich gibt. Auch die Masche mit dem „Ich halte DIr mal meinen Hintern genau ins Gesicht und pupse los – Du findest schon Gefallen daran“ würde nicht ziehen. Sagte ich ihr. Verständnislos sah sie mich an. Aber immerhin schwieg sie. Ich sagte also zu ihr, sie müsse sich einmal vorstellen, ich würde den ganzen Tag durch die Wohnung laufen, schreien und mich ab und zu am Sofa reiben. Ich bin sicher: Für einen Moment blitzte Verständnis in ihren Augen auf.

Ich erzählte ihr noch von diesem und jenem. Dass Teenagerschwangerschaften auch bei Katzen nicht gut seien. Und dass sie zu gut für den Nachbarskater wäre, der gar keinen Schwanz (also Katzenschwanz) mehr habe und Fezzy immer verprügeln würde. Sie kuschelte sich in meine Hand, rollte sich zusammen und schlief ein.

Am Morgen musste ich leider feststellen, dass es wohl die Erschöpfung des heftigen Liebeskummers war, die sie in den Schlaf getrieben hatte und nicht meine weisen Worte. Als ich unter der Dusche stand, hörte ich nämlich erneutes Wehklagen, gepaart mit Pfoten, die an Fensterscheiben kratzten. Vor der Terrassentür stand oben beschriebener Kater, wahrscheinlich bereit für allerlei Schandtaten mit meinem Katzenteenager. Aus seinem Kehle kamen gurgelnde Geräusche. Auf meiner Seite des Fensters stand Margarethe, leidenschaftlich am Schreien. Auf dem Sofa stand Katzenopa Fezzy – wütend am Fauchen und Knurren. Eine wundervolle Geräuschkulissen. Ganz wundervoll.

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11 Kommentare zu “Vom Leid mit den Männern

  1. hmmm,das beste waehre warscheinlich sie einmal werfen zu lassen ne? Aber ich weiss ja,es gibt schon zuviele dieser zauberhaften wesen auf dieser welt,und ueberhaupt warscheinlich haben die kater dise ganzen ohrfeigen nach dem geschlechtsakt verdient……ich hoffe das sie nach der operation ihre ruhe hat…. 🙂
    bis dann regido

  2. Ist das nicht als Legende enttarnt worden, das Katzen einmal werfen sollten? Wobei ich Katzenbabys ja sehr schätze und die bei euch im Norden ja genug Auslauf haben 😉
    Allerdings tun mir beim Katzensex die Frauen immer so leid. Ich würd die Tür nimmer mehr aufmachen. Erst recht nicht, wenn Fezzy schon so genug angepisst wurde von dem frechen Nachbarsarschkater.

  3. das Leben als Katzenmama ist eben kein Zuckerschlecken…

  4. zum glück verschwinden diese symptome nach der sterilisation. die meisten zumindest. lass sie doch etwas MTV gucken… erst ’16 and pregnant‘, dann ‚teen mom‘. farrah, maci, amber und catelynn werden ihr die rolligkeit schon austreiben…

  5. ach ja, das kenn ich auch noch … punky hat diese geschichte mit arsch hinhalten bei zur seite gestrecktem schwanz übrigens bei jedem mann gemacht, der damals zu besuch kam. verstörend. nach der kastartion war ruhe.
    und ja: einmal werfen lassen bringt der katze nix außer stress (gerade in dem alter) und der welt noch mehr katzenbabies.

  6. Auch kastriert haben sie gelegentlich noch seltsame Anwandlungen wie einem den Hintern entgegenstrecken (was genau die Katze da von MIR erwartet, ist mir allerdings nicht klar) oder die eigene Schwester besteigen, obwohl man(n) gar nicht mehr kann. Ist aber kein Vergleich zum Rolligsein, das für die Katze übrigens hormonell auch reinster Stress ist.
    Bloß schnell zum Tierarzt, und vorher NICHT noch einmal werfen lassen!

  7. Keine Sorge. Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, Margarethe einmal werfen zu lassen. Sie ist mit ihrer unglaublich nervigen Rolligkeit nur der (für sie und mich erlösenden) Kastration zuvorgekommen. Argh!

  8. @Lorelei: Das ist aber nicht nur für Katzen hormonell reinster Stress, oder? 😉

  9. Ähm, also … Kesro, ich weiß ja nicht … Willst Du uns damit sagen, daß Du regelmässig am Fenster stehst und die Bauarbeiter gegenüber anmiaust, während Ika wütend faucht und knurrt?

  10. Huch! Woher weißt du das??

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