Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Von der dummen Fiesigkeit

4 Kommentare

Da erzählte die Ex-Kollegin mehr als ein Jahr lang, sie schlafe mit dem Chef. „Er will seine Frau für mich verlassen“, sagte sie. „Er liebt nur mich“, sagte sie. Sie zeigte SMS: „Bitte verlasse mich nicht“, stand darin. Mit Fehlern (Unter uns, es war mehr ein: „Bite verlas mich nich“). Nun ist herausgekommen: die ganze Geschichte gelogen, die SMS hatte sie an sich selber geschickt (hätte ich auch selber draufkommen können). Und man fragt sich doch: Wieso denkt sie sich das mehr als ein Jahr aus? Gibt es so etwas nicht eigentlich nur in schlechten Vorabendserien? Landen die Frauen dann nicht in der Psychiatrie oder werden – äußerst dramatisch aufgearbeitet – von einem Bus erfasst, kurz bevor sie in der Kirche Buße tun wollen? Wie kommt man auf die Idee, sich so etwas auszudenken? Auch wenn man die Phantasie hat, solch eine Geschichte zu entwickeln: moralisch muss man schon ganz schön neben der Spur sein.
Und während ich die vergangenen Tage noch wütend war (auf sie und auf mich), bemerke ich doch, dass ich sogar so etwas wie Mitleid für dieses Mädchen entwickele. Wahrscheinlich wollte sie nur etwas Aufmerksamkeit und Zuwendung. Vielleicht auch Anerkennung, weil sie es geschafft hat, den Mann welchen rumbekommen zu haben (schließlich frisch verheiratet und so). Trotzdem: doofes Ding. Ich. Weil ich das geglaubt habe. Jawohl. Von nun an glaub ich an nix mehr. Nur noch an den Fußballgott. Jawohl.

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4 Kommentare zu “Von der dummen Fiesigkeit

  1. Klingt echt, wie aus nem schlechten Film. Hat sie noch mehr so Sachen gebracht? Dann sollte sie vielleicht wirklich mal psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Mir machen Menschen, die fernab der Realität leben, Angst. Aber mich interessiert besonders: Ist sie eine Ex-Kollegin seit das heraus gekommen ist?

  2. Ich habe in letzter Zeit auch ein wenig mehr über derartige Parallelwelten zu hören bekommen. Scheinbar haben auch Männer einen Hang dazu, sich ihre Welt schönzubasteln…

  3. Schon faszinierend…ich hätte da ja immer Schiss gehabt, dass der Chef rauskriegt, was ich so über ihn erzähle. Hätte eine ziemlich peinliche Konfrontation werden können. Und irgendwie kommt sowas doch immer raus….wahrscheinlich hast du Recht, die Dame hat ganz dringend ein wenig Aufmerksamkeit gebraucht!

  4. also: ich habe nicht mit ihr bei der zeitung zusammengearbeitet. das war bei einem arbeitgeber zuvor (und für die oldenburger: und nicht im ein-euro-laden im fabelhaften nadorst). gefeuert wurde sie dort aber wegen ähnlicher dinge.

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