Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Morgenmuffel Ulrike

5 Kommentare

Ich bin bekennender Morgenmuffel. Und zwar sowas von. Wenn ich ausgeschlafen habe, hält sich meine schlechte Laune in Grenzen. Schliesslich wurde mein hart verdienter Schlaf nicht von Weckern, rufenden Menschen oder jammernden Katzen gestört. Doch ausschlafen ist in der Woche nicht drin und zur Zeit erst recht nicht. Da ich mein Auto erst Ende der Woche abholen kann (Yuhu, ich habe ein Auto gekauft!!!!), bin ich noch auf eine Fahrgemeinschaft angewiesen, mit der ich eine Stunde zu früh im Büro bin. Was dies für mich bedeutet nun im folgenden:

Diese Woche beehrt meine Stiefschwester uns mit ihrer Anwesenheit. Das Problem: gute Laune schon am Morgen. Wenn mein Wecker aber um halb sieben klingelt, habe ich keine gute Laune. Nicht einmal Laune. Nur Hass (ein hartes Wort, das den Umstand sehr wohl trifft). Ich komme also aus der Schlafzimmertür, einen Klumpen der Wut im Magen und böse Worte prophylaktisch auf den Lippen, als sie vor mir steht und mir mit 15jähriger Mädchenstimme ein „Guten Morgen“ entgegenschmettert. Da stehe ich also vor der schweren Entscheidung: schmeisse ich ihr voller Hass ein „Schnauze, dummes Ding“ entgegen? Bewerfe ich sie mit den gestern getragenen Socken? Oder ignoriere ich sie und verschwinde schnellstmöglichst? Gestern ignorierte ich sie und knallte die Badezimmertür zu, heute grummelte ich ihr etwas ins Gesicht, das sie glücklicherweise nicht verstehen konnte (gelobt seien ihre mehr als mangelhaften Englischkenntnisse). Was tue ich morgen? Früher beschmissen meine Mutter und ich morgens gerne mal mit Bechern und Tassen (ja, wer uns kennt, kann sich dies kaum vorstellen), sollte ich diese Tradition wieder ins Leben rufen? Oder sollte ich ihr heute abend einen Vortrag darüber halten, dass morgendliche gute Laune völlig unangebracht ist und dem grausamen Leben nicht gerecht wird? Oder sollte ich mich wie eine 27jährige benehmen, die Klappe halten und nur im Geiste Atombomben und Gülle auf ihr Bett regnen lassen?

Heute abend werde ich sagen können: der Tag begann mit schwierigen Entscheidungen.

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5 Kommentare zu “Morgenmuffel Ulrike

  1. Hey, lass dir gesagt sein: Du bist nicht der einzigste Morgenmuffel. 😉 Ich kriege die erste Stunde morgens kaum die Augen auf, ja selbst meine Stimme soll sich Berichten zufolge anders anhören… 😉

  2. Öhm, 15-Jährige sind da bestimmt empfindlich. Du solltest ihr bei Gelegenheit klarmachen, dass das nicht persönlich gemeint ist…

  3. Schaff dir doch ein Gerät an, das für dich fröhlich antwortet. Setz dir eine lächelnde Maske auf. Lass dich von Musik wecken, die dir gute Laune macht. Keine Ahnung, ob man sich Morgenmuffelei überhaupt abgewöhnen oder abmildern kann. Die Musikpädagogin in mir sagt: Singen hilft immer! (Aber vermutlich auch nicht jedem)

  4. Anti-Morgenmuffel haben kein Verständnis für Morgenmuffel. Das habe ich jahrelang mitgemacht…

    Versuch sie einfach zu ignorieren. Es scheint ja erst mal nur eine Woche zu sein, in der sie sich vorgenommen hat dich morgens schon mit guter Laune zu beglücken… 😉

  5. Hau ihr einmal verbal richtig eine vor den Latz – mit 15 ist man noch halbwegs lernfähig, je prägender die Erfahrung, umso größer der Lernerfolg. Sie wird Dich dann zwar auch abends nur noch aus einem gewissen Sicherheitsabstand heraus ansprechen, aber morgens mucksmäuschenstill sein.

    Wenn Du hier keine klaren Zeichen setzt, wird sie sich vielleicht in den Kopf setzen, Dir durch penetrant gute Laune JEDEN Morgen zu einem besseren Start in den Tag verhelfen zu wollen. Wehret den Anfängen!

    Und bei 15 – so ein kleiner Genickbruch heilt da wieder, also keine falsche Zurückhaltung 🙂

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