Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Sind Namen Schall und Rauch?

6 Kommentare

Seit einiger Zeit – vor allem seit meinem Volontariat – trage ich mich mit dem Gedanken, den Nachnamen meiner Mutter anzunehmen. Ich hatte noch nie ein gutes Verhältnis zu meinem Vater (eher ein schlechtes bis gar keins) und mich nervt dieses ständige Gefrage nach meinem Nachnamen, da dieser recht selten ist. „Ach, sind Sie die Tochter von…..?“ werde ich sowas von häufig gefragt, dass ich in nächster Zeit irgendwann und ich baldiger Zukunft durchdrehen werde.

Aber den Nachnamen ändern ist nicht irgendwas. Möchte ich die Verbindung zu meinen Brüdern verlieren, die beide den Nachnamen meines Vaters tragen? Auch der Nachname meiner Mutter ist nicht unbelastet, weil ich mich für eine meiner Tanten in Grund und Boden schäme und sowieso. Auf der anderen Seite: besser sie als weiterhin ständig mit meinem Vater in Verbindung gebracht zu werden. Eine schwierige Entscheidung, weil ich die Brüder meines Vaters – sprich Onkels – wirklich liebe und glaube, dass sie sehr enttäuscht wären.

Einige werden jetzt fragen: „Das kostet doch auch sicherlich Geld?“ Ja, aber nicht sehr viel und im Prinzip ist es mir in dem Fall auch egal. Sind Namen also doch mehr als nur Namen? Warum macht man sich so viele Gedanken über sowas? Wenn der bürokratische Aufwand auch recht gering ist, warum hat man trotzdem das Gefühl, ein Teil seiner Identität zu verlieren, wenn auch einen Teil, den man gerne vergessen/vernachlässigen möchte?

Ach, ich nehme einen Künstlernamen an. Ulle Schnulle, Ulle Kolumne, Mulle. Irgendwas wird sich schon finden.

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6 Kommentare zu “Sind Namen Schall und Rauch?

  1. Für einen gewöhnlichen Allerweltsnamen spricht das „sich Verstecken können“: ob Arbeitgeber, neue Bekanntschaften oder irgendwelche Freaks, man ist über „ich google die Ulrike mal“ nicht fassbar. Anderseits, einen ausgefallenen Namen zu tragen ist recht elegant, man hebt sich vom Mainstream ab 😉

    Ich würd den Namen jetzt nicht ändern, sonst wär es ein sehr deutliches Zeichen, welches Du bei jeder Familienfeier erklären müsstest – wenn Dich jetzt schon die Fragen nerven, das würde eher schlimmer.

    Dann eher ein Künstlername, so wie die Journalistin aus Bibi Blocksberg 🙂

  2. Ich finde Deinen bisherigen Nachnamen sehr nett, kann aber auch nachvollziehen, wieso Du gern einen nicht ganz so seltenen Namen hättest. Meinen Familiennamen gibt es in Deutschland such nur ein paar Mal, das nervt manchmal schon. Ich hätte gern einen Namen, der nicht so leicht zuzuordnen und zu googeln ist. Vielleicht sollte ich heiraten?
    Ist das denn wirklich so einfach, den Namen zu ändern? Ich dachte immer, in Deutschland sei das, anders als in den Staaten, recht kompliziert. Wieder was gelernt.

    Karla Kolumna? 🙂

  3. Menno, mein Kommentar enthielt auch Karla Kolumna, ist aber vom WordPress-Spamfilter mal wieder geblockt.

  4. also generell finde ich es gut, wenn man einen nachnahmen hat, den es nicht 200 mal in jedem kuhdorf telefonbuch gibt. meinen gibt es in deutschland ungefähr sieben mal und vier davon ist direkte verwandtschaft.

    aber ich denke, das ist ja nicht deine fragestellung. ich denke, mir würde es sehr schwer fallen einen namen aufzugeben mit dem ich 25 jahre oder mehr gelebt habe.
    jetzt im moment stört es dich, weil die leute wissen, wer hinter dem namen steckt. aber wirst du denn immer dort in der gegend bleiben? woanders weiss dann kein mensch mehr, wer dein vater ist.
    wenn es ähnliche vorbehalte gegenüber dem namen deiner mutter gibt, dann ist das endergebnis nach aussen vielleicht das gleiche?

    aber natürlich sollte man das machen, womit man sich selbst wohler fühlt. egal, ob sich da dann jemand vor den kopf gestossen fühlt.

  5. Dann könnte ich dich ja gar nicht mehr Frau B nennen!
    Ich fände es total schwierig, meinen Namen abzugeben, was ja bei mir höchstens im Falle einer Hochzeit anfallen würde.
    Namen sind eben doch nicht nur Schall und Rauch sondern ein echtes Stück Identität, finde ich.
    Aber wenn man den eigenen Nachnamen irgendwie negativ besetzt, kann ich verstehen, dass man ihn loswerden will.
    Wärest Du dann eigentlich eine geborene B. oder geborene C.?

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