Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Mama Ulrike

12 Kommentare

Heute mittag, mit ein paar Volontärskolleginnen kam das Gespräch auf, was wir uns von unserer Zukunft erwarten. Also nach dem Volo, wenn wir große Journalistinnen sind und wahrscheinlich als freie Mitarbeiter ein klägliches Dasein fristen.

Eine Kollegin war der festen Überzeugung, dass wir Frauen mit dem Beginn unserer journalistischen Ausbildung gleichzeitig unterschrieben hätten, dass wir Single bleiben, keine Kinder bekommen und uns nur dem Beruf widmen würden. Weil die unregelmäßigen und sehr zahlreichen Arbeitszeiten eine Beziehung und Kinder nicht ermöglichen würden. Zwar behaupte ich das auch scherzhaft, bin aber der festen Überzeugung, dass es nicht so ist. Einige meiner Arbeitskollegen führen ja auch Beziehungen, sind verheiratet und haben Kinder. Warum sollte das für uns Frauen nicht gelten? Warum kann ich nicht trotz 10 – 12 (oder mehr) Stunden Arbeit eine Beziehung führen? Ich vermute eher, dass das Problem nicht ist, eine Beziehung zu führen, sondern vielmehr, jemanden kennen zu lernen. Wenn man des abends müde nach Hause kommt und dann nur noch schlafen will.

Und warum sollte ich keine Kinder haben? Warum sollte ich keinen Mann finden, der bereit ist, den Hausmann zu mimen? Oder warum muss ich ein schlechtes Gewissen haben, wenn ich mir eine Tagesmutter für mein Kind gönnen würde? Liebt es mich später weniger, weil es einen Teil seiner Zeit bei einer fremden Frau verbracht hat (mir hat das nicht geschadet)?

Ich frage mich, woran es liegt, dass ich trotz des noch nicht so lange zurückliegenden Korbes so positiv bin. Ist bestimmt Kesro dran schuld… (Hier sollte sich ein *grins* verstecken, aber das passt ja nicht zu mir)

Auf jeden Fall: die war doch blöd. Und so hässlich, dass sie sicherlich aus anderen Gründen Single bleibt. So! Pah! Pfh! Doppelpah!

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12 Kommentare zu “Mama Ulrike

  1. Da ich nicht der guten Seite der Macht fröhne, enthalte ich mich da besser oder? 😉

  2. Richtig so! Also der Eintrag, nicht der Kommentar 😉 Theoretisch kann alles klappen, was man sicht wünscht. Ich arbeite allerdings noch an der sicheren Methode… Aber trotzdem schonmal weiter so! 🙂

  3. Die Einstellung macht’s 😉 Deine Kollegin bleibt bei der Einstellung sicherlich immer Single 😉

  4. Wenn man will, dann geht das auch irgendwie. Ich hab da immer eine meiner zwei Dozentinnen im Kopf – beide Professorinnen, beide tingeln viel durch die Welt, beide haben Männer, die ebenfalls erfolgreich in der Wissenschaft arbeiten. Ich weiß noch nicht wie sie es gemacht haben, aber beide haben mehr als 2 Kinder. Wie das Familienleben dann aussieht ist noch mal ne andere Sache…Aber wenigstens die eine erzählte von ihrem Sohn, der morgens um 5 Uhr abgeholt werden wollte…Kann also nicht so unnormal sein?!

  5. Journalismus bedeutet ja nicht automatisch das große Abenteuer: man kann auch auf den Lokalseiten einer Provinz-Zeitung versauern 🙂

    Allgemein liegt Deine Bekannte nicht so falsch: auch im 21. Jahrhundert geht die Gesellschaft von einer klassischen Familie aus, in der die Frau maximal Halbzeit arbeitet und der Mann die Kohle heranschafft – alle anderen Szenarien werden nach allen Möglichkeiten, die Steuern und Gesetzgebung ermöglichen, behindert.

    Dass es sogar GANZ ohne Mann geht beweisen tagtäglich die vielen Alleinerziehenden. Wenn etwas gehen muss, geht es auch. Der richtige Mann unterstützt Dich, und wer das nicht tun will, hat Dich eh net verdient. Punkt.

    Natürlich ist es ganz allgemein schwierig, jemanden kennenzulernen – genauer gesagt, die VIELE Spreu vom Weizen zu trennen. Aber genau da hilft Dir Deine Arbeit als Journalistin ja auch: Du kommst viel herum und triffst nicht nur dauernd auf neue Leute, sondern auch auf interessante Menschen, die eine Geschichte zu erzählen haben. Gegenüber eines langweiligen 10h/Tag-Bürojobs ist da die Chance auf etwas Weizen viel höher 🙂

  6. Da ist man mal drei Monate der Blogszene äußerst fern und auf einmal sowas: Ulrike ist blogtechnisch umgezogen, schreibt Sachen von Volontariat und Journalismus und ein gewisser Herr Knurrunkulus wundert sich, warum er seiner Lieblingstutorin gar nicht mehr auf dem Campus über den Weg läuft. The times, they are indeed a-changin‘.

    Nun bin ich natürlich sehr neugierig: Findest du vielleicht mal Zeit, mich per Mail auf den aktuellen Stand zu bringen. Ergo: Wo bist du, was genau tust du, und wie ist das so? 🙂

    Und noch was: Wieso seid ihr auf einmal alle bei wordpress? Wieso sieht das so gut aus? Und: Kann ich das auch? 😉

    Liebe Grüße und so

  7. Sind Frauen, die keine Kinder haben und Single sind/bleiben von Natur aus Versager? Warum hält sich dieses negative Bild der „alten (und natürlich hässlichen) Jungfer“ eigentlich immer noch in den allgemeinen Vorstellungen und hinterlässt eine offene und bleibende Wunde im Selbstwertgefühl?

  8. Ach ja – wenn eine Frau keinen Mann findet, liegt es nicht an ihrem Aussehen oder an ihrer Art, sondern an ihren (zu hohen) Ansprüchen 🙂

    @Julia: ich glaub nicht so sehr, dass es das Selbstwertgefühl ist – wenn man ungewollt Single ist, macht einem vor allem die Sehnsucht zu schaffen. Man überbewertet die Zweisamkeit sehr, wenn man allein ist, ohne diese Alleinsamkeit gesucht zu haben.

    @Ulrike: Ja nicht mit den Ansprüchen runtergehen! Alleinsein ist vielleicht nicht so spassig wie mit wirklich coolen Typen [wie mir *g*] zusammenzusein, aber mit dem Falschen zusammen ist die Hölle.

  9. Zu Julia und gegen den Trend:
    Das dachte ich auch: Warum?
    Also ich mag Kinder, bin ein Mann und würde sogar zuhause bleiben (Warcraft ist ja auch Karriere. Irgendwie). Aber es geht auch ohne Kinder und vielleicht muss auch an dem Bild mal gedreht werden.
    Männer sagen seit hunderten von Jahren einfach frei raus, wenn sie das nicht wollen, aber bei Frauen klingt es mitleidig wenn man drüber spricht.
    Ist nicht mein Kampf, aber wollte doch sagen, dass mir das auch aufgefallen ist.
    [Was nicht heißt, dass es nicht scheiße ist, wenn man welche will und das mit Job schlecht ist. Ging nur um das Gesamtbild: Schluß mit klassischem Familienbild wollte ich sagen]

  10. auch wenn man selbst immer so gern mit solchen zukunftsszenarien um sich wirft, es kann doch keiner von uns wissen, wo die reise hingeht. und selbst die hartnäckigen verweigerer (mich eingenommen) werden dumm aus der wäsche gucken, wenn sie plötzlich doch die sonntagabende mit dem traummann aufm sofa vorm kamin des einfamilienhauses verbringen, während im nebenzimmer der nachwuchs schlummert 😉

    oder eben auch nicht! sehen wir, was kommt!

  11. wen muss ich eigentlich bestechen, damit meine bonustipps nachgetragen werden? 🙂

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