Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Verfolgt vom Zeitungsboten

8 Kommentare

Man hats nicht leicht und leicht hats einen. Heute. In der Stadt.

Ich: „Moin, ich bin von der XY (Zeitung). Ich mache eine kleine Umfrage zu …“

Tusse: „Aha! Dann muss ich mich bei ihnen beschweren!“

Ich: „Worum geht es denn?“

Tusse: „Wenn die Zeitung gebracht wird…“

Ich: „Da müssen Sie bei uns im Callcenter anrufen. Die Nummer kann ich ihnen gerne geben. Ich bin Redakteurin.“ (Gott! Wie toll das klingt! Mit Volo hätte sie auch nix anfangen können!!!)

Tusse: „Aber Sie sind doch nun hier!“

Ich: „Ja. Aber ich habe mit der Verteilung der Zeitungen ja nix zu tun.“

Tusse: „Wie?“

Ich: „Das machen Boten für uns.“

Tusse: „Und was ist dann Ihre Aufgabe?“

Ich: „Ich schreibe die Zeitung.“

Tusse: „Äh. Und wer verteilt die dann? Das ist ja voll kompliziert.“

Ich: „Noch komplizierter wäre es, wenn wir tagsüber schreiben und nachts die Zeitungen verteilen.“

Gör: „Wir?“

Ich: „Ja, das machen ja mehrere.“

Stummer Blick, voller Dummheit. (Ja, einige denken nun, dass das nicht wirklich passiert sein kann. Aber doch! Und es geht noch schlimmer… Nur weiterlesen…)

Ich: „Ach, geben Sie doch ihre Beschwerde bei mir auf und ich leite sie weiter.“

Tusse: „Also, der, der die Zeitung bringt – der fährt immer direkt an meinem Fenster vorbei. Morgens um vier. Und lässt den Motor aufheulen. Der hasst mich.“

Ich (total investigativ): „Und wissen Sie, wie der heisst?“

Tusse: „Nee, das sind ja immer verschiedene. Glaube ich.“

Ich (noch investigativer): „Jeder Zeitungsbote lässt vor Ihrem Fenster den Motor aufjaulen?“

Tusse: „Ja.“

Ich: „Gut, geben Sie mir mal Ihre Adresse. Ich leite das weiter.“

Dass ich die Adresse brauchte, um da morgen Abend hinzufahren und den Motor aufheulen zu lassen, muss ich nicht erwähnen, oder?

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8 Kommentare zu “Verfolgt vom Zeitungsboten

  1. Mopped nehmen, Auspuff absägen. Vor das Fenster, schwarzer Helm, feste Gas geben. Volles Verständniss.

  2. Muhaha! 😀
    Ein Morgen, an dem man sich direkt amüsieren darf, ist ein guter Morgen!

  3. Schön, wie manche Leute sich einreden, SIE wären der Mittelpunkt der Welt. 😉

  4. Was ich mich nur frage… Wohnt sie da ganz alleine? Wenn auf „meiner“ Straße ein Motor aufheulen würde, dann käme ich gar nicht auf die Idee, dass ich gemeint bin.

  5. Der Vorschlag von Björn ist spitze – bei mir ums Eck wohnen solche Moped-Heinis, und abgesägte Auspuffe nerven ohne Ende, da krieg ich (vor allem im Sommer, wenn man es ohne geöffnetes Fenster nicht aushält und durch die Vollkoffer mitten in der spannensten Stelle des Krimis KEIN WORT versteht) regelmässig einen Blutrausch.

  6. Danke danke. Das macht die Tankstelle, ich weiß was laut ist. Alternativ kannst du Flyer drucken, dass dort eine neue In-Disco ist, dann kommen die 3er mit Musik von alleine. Auch schön.

  7. And that is why I don’t talk to people anymore.

  8. Das ist ja irgendwie auch L. als L. can, oder?

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