Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Ulliulliulliulliulliulli

11 Kommentare

Etwas das mich meine ganze Kindheit und Jugend hier in unserem Dorf wie die Pest verfolgt hat, holt mich ein. Mein Spitzname: Ulli. Eigentlich nix schlimmes, schliesslich werden die meisten Ulrikes Ulli oder Uli genannt. Ich aber hasse diesen Spitznamen. Er passt einfach nicht zu mir. Zum einen kenne ich keine nette Ulli/Uli, zum anderen verbinde ich damit eine gehässige, kegelbruderverführende Triene mit kurzgeschnittenen, auberginfarbenen Haaren und Blockabsätzen unter den Quanten. Alles nichts Gutes. Und nun letzte Woche beim Arzt, der mich schon von eigentlich immer kennt: „Ulli, Du kannst reingehen,“ im Supermarkt „Ulli!!! Ich habe schon gehört, dass Du wieder da bist,“ in der Sauna „Ulli, schön Dich zu sehen.“ Jaja. Und nun heute eine SMS von Chef „Ulli, bist Du morgen wieder richtig fit?“ Ulli-Schnulli, Ulli von B(l)ödefeld, Ulli-Kuli, Ulli-Pulli – hab schon mehr gelacht.

Einfallslose Spitznamen sind die Geissel der Menschheit. Wenn sie passen und individuell sind, eine durchaus angenehme und irgendwie sympathische Sache. Aber aus jeder Ulrike und jedem Ulrich einen Ulli/Uli machen, aus jedem Wilhelm einen Willi? Wahre Freunde erkennt man daran, dass sie sich Gedanken machen, dass Spitznamen meist eine Geschichte haben, eine Anekdote als Hintergrund aufweisen können. Dass sie eine Schwäche oder eine Leidenschaft aufs Korn nehmen und manchmal gar nichts mit dem ursprünglichen Namen zu tun haben.

Ulli/Uli sagt nun wirklich nix. Stell Dich in die Stadt und schrei „Ulli/Uli“, dazu noch ein „Kati“ und die Hälfte der Frauen dreht sich um. Oder zumindest ein paar. Ein paar wenige. Vielleicht nur eine. Aber gesagt werden musste es nun einmal: Ich mag nicht Ulli/Uli genannt werden. Das macht die kleine Ulle traurig.

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11 Kommentare zu “Ulliulliulliulliulliulli

  1. Ich gelobe hiermit feierlich, dich nieeemals so zu nennen! 🙂

  2. Es gibt schlimmere Spitznamen als langweilige, Ulli 🙂

    Na, im Ernst, Dein Artikel weckt lang verdrängte Erinnerungen an das Sommerferienlager – da dort beim ersten Mal auch _einer_ aus meiner Schule dabei war, hat mich mein innig gehasster Spitzname bis ins Ferienlager verfolgt, wo er natürlich bis zum nächsten Sommer überlebte… Erst mit 14, nachdem ich mal einem dafür auf die Nase boxte, legte sich das. Und Du wühlst das wieder auf 😦

  3. also, als ich klein war, hab ich immer leute um ihre spitznamen beneidet. mit meinem ging das ja nicht, das fand ich doof.
    heute kennen mich im realen leben mehr leute mit einem meiner nicks statt meinem echten namen. und man hört instinktiv darauf, ohne sich was bei zu denken. auch ein wenig befremdlich, irgendwie.

  4. Tigger: was denn für’n Spitzname? Willwissen, willwissen, willwissen …

  5. Ach ja: nennt mich bitte nicht Lorchen.

  6. Uah, ich muss da mal truetigger zustimmen:
    ich wurde frueher tiffi genannt nach dem TIER (?) in der sesamstraße… und ich fand das gar nicht toll. dann lieber „langweilig“ mit dem verniedlichungs-i am ende der verkuerzung des namens…
    lieben gruss
    s.

    *auch mal was sag, obwohl sonst eig immer nur les*

  7. ps: gute besserung weiterhin!!!!

  8. ne tiffi hatten wir auch bei uns im jahrgang. und die wollte selbst gar nie anders genannt werden ;D
    ich glaube, es hat schon auch immer viel damit zu tun, in welchem umfeld der name entstanden ist.

  9. Muss ich noch mehr sagen…?

  10. Das Meer ist ja schief! Nicht, dass es ausläuft…

  11. @ tigger: du kannst uns nicht alle heiss machen und dann nix sagen! das gibt es hier nicht! raus damit!

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