Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Prinz Valium at Work

15 Kommentare

Was mache ich eigentlich bei der Arbeit? Ich meine, ausser dreckig zu werden und Tittenschränke zu fotographieren (ich habe da noch einen entdeckt, hatte aber meine Kamera nicht dabei!).

Eigentlich laufe ich nur im Kreis, räume den Männern ihren Dreck weg und habe nebenbei ungemein viel Zeit Menschen zu beobachten. Und das ist für mich als passionierte Beobachterin ein Heidenspass. Denn die Arbeit da macht Verrückte. Und einige sind soweit hin, dass M. und ich teilweise nur dastehen können und wahrscheinlich beide den Kopf vor die Wand klatschen wollen. Also ich ziemlich sicher, bei ihm hege ich selbige Vermutung.

Die dunkle Seite vertreten durch:

Prinz Valium:

Der junge Mann redete gleich am ersten Tag mit mir. Nicht, weil er sich für mich interessierte (als Kollegin), sondern weil er jemanden zum Reden brauchte. Und eigentlich ist er auch nicht mehr so jung. Aber er schläft im stehen. Er betreibt – so sein ihn hassender Teamkollege – „Augenpflege von Innen“ und ist zudem äußerst indiskret. Als ich einmal vor der Halle telefonierte, kam er danach zu mir und meinte: „Ich habe Dich belauscht. Ich kenne das Problem.“ Fakt ist: ich telefonierte mit Schalke. Und da gab es kein Problem, ausser: „Ich habe Kündigungsfristen einzuhalten.“ Und eben dieses meinte er. Er könnte morgen überall eine Stelle haben, er sei ja so gut. Fakt: vielleicht gut, aber laaaaaangsam. Und eigentlich bezweifle ich auch das „gut“. Eigentlich bezweifle ich, dass irgendjemand scharf darauf ist, ihn als Angestellten zu haben oder als Kollegen. Dazu sage ich nur, was S. angeblich zu ihm gesagt hat: „Geh weg. Du machst mir Angst.“

Der einsame O.:

Also wenn einem einer so richtig Angst machen sollte, dann ist er das. Aber sowas von. Er darf sich einigen Frauen (sind ja kaum welche) schon nicht nähern, nun versucht er es bei uns. Der häufigste Satz ist: „Ich kann ja immer arbeiten. Auf mich wartet ja niemand.“ Zu einer verheirateten Kollegin sagte er „Ich wäre auch so gerne verheiratet“ und mich frage er, ob ich ihm eine Mund-zu-Mund-Beatmung machen könnte (NEEE!). Dabei ist das nicht auf die schäkrige Art, sondern auf die ekelige, aufdringliche Art. Plötzlich steht er hinter einem. Schweigt. Wartet auf ein „Hallo“, nur um daraufhin zu sagen, dass das Leben für ihn als Single keinen Sinn habe, er doch eine Traumpartie sei („Ich bin häuslich. Und romantisch. Und auch kinderlieb.“) und er wüsste, dass auch ich Single sei. Bin ich nun offiziell übrigens nicht mehr. Also schon. Aber für ihn nicht. Habe eine heisse Affäre mit M., die irgendwie keinen zu wundern scheint. Die ich aber – bevor sich nun alle beschweren, dass sie nix davon wussten – natürlich NICHT habe. Egal. Der einsame O. ist ein Freak. Und definitiv die dunkle Seite.

HS. Der Mann mit dem Problem.

Und zwar mit irgendeinem, dass er durch seine Art mir gegenüber zu kompensieren versucht. Aber ich kann es nur noch einmal sagen: wer eine Schweini-Gedächtnisfrisur hat und mir nach der Geschichte letzte Woche nicht mehr in die Augen sehen kann: tja, der hats einfach nicht geheckt. Vielleicht sollte ich Mitleid haben? Ach, nee….

Die gute Seite der Macht vertreten durch:

M., den Mann mit dem großen Herzen:

Ohne Übertreibung. Ohne ihn hätte ich schon längst hingeschmissen. Also eigentlich brauchte jeder bei der Arbeit einen M.: er hat nie schlechte Laune, weiss immer die richtigen Dinge zu sagen, hilft, packt an und verschönert gerade meinen kleinen Wagen. Damit bald jeder weiss: da kommt Ulrike. Nur die dunkle Seite mag er genau so wenig wie ich. Und Paula mag er nicht. Paula ist langsam, prollig und eigentlich ein Mann. Der durch Dinge hervorsticht wie: „Die Kabine bau ich an einem Tag…“ und dann drei braucht, nicht ohne dabei haltlos und völlig wirr mindestens zwei Decken und drei Lampen zu schrotten. Und die Nerven M.s, der morgens mit ihm fährt, arg zu strapezieren. Mit Bushido und Sido. In der Prollkarre und mit Geschichten vom Wochenende, in denen er definitiv gerade die Hauptrolle spielt.

A.,

Trotz der massiv schlechten Laune der letzten Tage die gute Seite. Mann mit einer ausgeprägten Abneigung gegen dumme Menschen und Lageristen, die das Dehnungs-h nicht beherrschen. Wäre nicht das, hätte er spätestens mit der Aussage, er sei schon mal im St. James Park (NUFC) gewesen und er würde gerne eines meiner Lieblingsbuch (Bill Buford – Geil auf Gewalt) lesen, mein Herz gewonnen. Aber die schlechte Laune momentan, die schlechte Laune…. unerträglich.

T.. mein neuer Bruder:

Er weiss noch nix wirkliches von seinem Glück, aber ich möchte, dass meine Mutter ihn adoptiert. Alter schwankt ganz nach Lust zwischen 22 und 24, Laune immer ganz oben, tanzt auf Leitern, singt, dass einem das Trommelfell vor Schrecken platzt und ist dabei so unglaublich niedlich, dass mir mein Herz schier überläuft. Emotionale Inkontinenz galore. Dabei habe ich mir noch nie Gedanken gemacht, ob er sexuell attraktiv wäre (wobei er schon gut aussieht), sondern mag ihn einfach so gerne, dass ich jeden verprügeln würde, der ihm was antut. Gilt übrigens auch für die beiden hier drüber in der Liste.

Die Gebrüder Bb.:

VB: „Ulrike, du erinnerst mich an meine Nichte.“

Ulrike: „Oh, an Deine Lieblingsnichte?“

VB: „Nee, ganz bestimmt nicht.“

——————

VB: „Wieso arbeitest Du eigentlich hier?“

Ulrike: „Habe ich Dir doch erzählt…“

VB: “ Warum machst Du keinen Telefonsex?“

Ulrike: „????“

VB: „Bei der Stimme???“(Schwere Krise folgt. Wie klingt meine Stimme? Spreche die ganze Zeit Sätze vor mir her. Aber ich klinge wie ich halt klinge… Mag man seine Stimme nie?)

Team 17, die beiden. VB und PB. Und da geht es rund. Zuckerbrot und Peitsche. Aber immer so lieb, dass es wie bei lieben OnkelS ist. Auch wenn ich VB nun nur noch anmiauen darf. Fragt mich nicht warum. Ich weiss es nicht. Miauuuu! Und PB mich heute abend eigentlich zum Trinken abholen wollte. „Ach, ich muss meine Frau und Kinder nicht immer sehen. Ich weiss ja, wie die aussehen…“

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15 Kommentare zu “Prinz Valium at Work

  1. Ja Ulrike, warum machst du eigentlich keinen Telefonsex?
    Aus den Berichten könntest du sicher eine Kolumne bei der Zeit machen 😉

    Kennst du eigentlich „Footballer’s wife“ von Amy MacDonald? Sehr hübsch.. Ich musste an dich denken 😉

  2. vielleicht sollte ich über die telefonsex-sache mal nachdenken… mhhh….

    das lied kenne ich. aber warum denkst du an mich?
    a.) weil ich so eine bin (wehe!!!!)
    b.) weil ich über sie berichte??

  3. sicher eine gute einnahmequelle 😉

  4. Deine Geschichten aus dem Leben lesen sich klass, aber hast Du nicht manchmal das Gefühl, zuviel von Deinem wahren Leben hier preiszugeben? Ich mein, auch die dunkle Seite könnt hier mitlesen…

    Dein großer Fan aus G. 🙂

  5. Das ist ja nicht ihr Job für’s Leben, bei so einem Zwischenjob könnte ich mir das auch nicht verkneifen! 🙂

    Deine Stimme ist übrigens super, ich war nach unserem ersten Telefonat total begeistert. Allerdings finde ich sie nicht telefonsexgeeignet, was auch immer das heißt 😉

  6. Telefonsex bringt auch nicht so wahnsinnig viel ein wie man allgemein annimmt. Äh, also … habe ich gehört. 😉

  7. ich glaube, dass die dunkle seite nicht einmal weiss, was ein blog ist. und wenn sie es lesen, wissen sie immerhin, dass sie mich einfach in ruhe lassen sollen. aber ein teil der guten seite liest mit. der lieblingskollege mit dem anfangsbuchstaben m.

    also das mit dem telefonsex muss ich mir echt mal überlegen. liebe Lorelei, wie hoch liegt denn da so der stundenlohn, wenn du was weisst….. aber ich wüsste auch gar nicht, was ich da so sagen sollte. ähm, also. geschäftlich meine ich nun…

  8. Lies einfach eine x-beliebige Webseite mit Sexstories vor – diese offensichtlich von Männern erdachten surrealen Phantasien, die nicht einmal bei RTL2 als Filmstoff reichen würden. Oder den letzten Einkaufszettel. Männer sind simpler als Dein Kater, und schon der scheint net der hellste zu sein 🙂

  9. Der mögliche Verdienst pro Minute klingt vielleicht erst einmal sehr gut, auf die Stunde hochgerechnet, dabei muss man aber bedenken, daß man nur verdient, wenn man auch wirklich jemanden in der Leitung hat. Und das kann sich nur auf ein paar Minuten pro Stunde belaufen, mit viel Warterei dazwischen.
    In Zeiten des Internets ist das meiste Geld in dem Business ohnehin nur mit Chat plus Webcam zu machen. Wer will schon „nur“ telefonieren, wenn er der Frau auch per Webcam beim Ausziehen zusehen kann?

  10. Wieso haben hier manche eigentlich ein Bildchen und andere (ich!!) nicht? Das ist soooooo unfair!

  11. @ nummer 9: hast du denn eins eingestellt?

  12. Ähhh wo mache ich das denn? Muss ich mich dafür erst bei der Wörterpresse anmelden?

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  14. Pingback: 9 1/2 Wochen - heiss und dreckig « So who´s that girl there

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