Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

… daß ich Konsequenzen fürchten muß

Ein Kommentar

Als ich meine aktuelle Stellung antrat, wurde mir nahe gelegt, nicht zu sagen, dass ich studiert hatte. „Handwerker haben was gegen Akademiker“ wurde mir gesagt. Und ich war erstaunt. Überhaupt nicht erstaunt war ich, als ich merkte, dass diese Aussage nicht zutraf. Zum einen lässt sich diese Tatsache kaum verbergen, zum anderen hatte ich keine Lust, mir eine Lebensgeschichte auszudenken, die nicht die meine war. Als dann so langsam durchsickerte, stiess ich mehr auf Respekt denn auf Abneigung. Denn da den Jungs da die Putzfrau weglaufen ist, fege ich zur Zeit acht Stunden am Tag eine Halle in der Kabinen gebaut werden. Das ist keine schöne Arbeit und dreckig ist sie auch – aber anstatt Schadenfreude entgegengebracht zu bekommen, höre ich nur ein ehrliches „Ich finde das echt krass, dass du das machst! Ich würde den Job nie machen!“ Ich habe noch keinen getroffen, der irgendwie eine doofe Bemerkung gemacht hat – und da ich im Pausenraum meinen Spion sitzen habe, bin ich mir auch recht sicher, dass es auch da noch nicht allzusehr dazu kam. Natürlich reden einige nicht mit mir, aber die haben an sich eine Meise. Und die meisten legen eher Wert auf andere Dinge: Humor, Schlagfertigkeit (wenn ich das vorher noch nicht war: nun bin ich das!) und vor allen Dingen ordentliches Geflirte. Wer sich unattraktiv findet: arbeitet mal nur unter Männern. Die fangen ratzfatz an, alles für die Frau in ihrer Mitte zu tun. Ehrlich!

Und ausserdem mal wieder ein Lied des Tages: Johnny Cash: Love´s been good to me. Habe leider kein anderes Video gefunden, aber das Lied ist alles wert. Alles. (Stehe ja nicht so sehr auf Tribut-Videos)

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Ein Kommentar zu “… daß ich Konsequenzen fürchten muß

  1. Das Vorurteil ggü Studierten ist: sie wissen nicht, was Arbeit bedeutet, was es heisst jeden Tag früh aufzustehen und richtig hart zu schuften.

    Du zeigst ja, dass Du genau das kannst. Wenn man dann auch andersherum jedem, der arbeitet, mit ehrlichem Respekt begegnet (hattest Du ja als Verkäuferin schon so gemacht) und eben nicht auf Titel oder Berufe Wert legt, dann ergibt sich die Achtung der anderen von allein.

    Schön, dass Du so anpacken kannst! Öffnet Dir für später auch einen wertvollen Blick, den viele, die mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurden, nicht bekommen.

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