Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Dieses soll ein Erfolg sein?

3 Kommentare

Und wieder mal ist es soweit. In regelmäßigen Abständen freuen sich die Medien über die größten in Deutschland gebauten Kreuzfahrtschiffe und reisen mit großem Gepäck um zu sehen, wie viel zu klobige Schiffe die kleine Ems von Papenburg bis Emden durchqueren. Was für viele Schaulustige einen Tagesausflug wert ist, ist für viele hier wohnende eine Katastrophe. Zwar sichert die Meyer Werft einige tausend Arbeitsplätze, die wären aber auch ein paar Kilometer flußaufwärts in Emden immer noch da, doch zerstört die Überführung der Luxusliner einen Fluss inkl. Land drumherum.
Bis vor einigen Jahren wurde geguckt, wann eine Springflut angesagt ist und passgenau wurden die Schiffe durch die Ems manövriert. An den Seiten zum Ufer nur wenig Platz, am Ufer und auf den Deichen alles niedergetrampfelt von Schaulustigen. Vor einigen Jahren wurde dann – angeblich zum Schutz vor Sturmfluten – ein Sperrwerk gebaut, dass aber nur einen Sinn hat: für die Überführung der Schiffe das Wasser so hoch stauen, dass diese leichter bis Emden schippern können. Leichter ist dabei eine Kategorie, die näher erläutert werden muss: leichter nur in dem Rahmen, dass die Aussenseite der Schiffe nicht ans Ufer schrammen, die Schiffe nicht auf Grund laufen und die ganze Prozedur an einem Tag vollzogen werden kann.
Was aber währenddessen mit allen drumherum passiert, ist den Verantwortlichen schnurzpiepegal: die Deiche werden aufgeweicht und könnten einer Flut überhaupt nicht mehr standhalten, das Wasser drückt in die Gräben hinter den Deichen und macht den Boden noch weicher, das Wasser in der Ems wird salziger da kein Austausch mehr stattfindet und der Hafen von Leer, der auf dem Weg von Papenburg nach Emden liegt, wird unbenutzbar, da nix raus oder rein kann. Längerfristig wird durch die zusätzlichen Ausbaggerungen die Ems immer schneller, die Deiche werden noch brüchiger, die normalen Herbst- und Frühlingsstürme zu einer ziemlichen Gefahr und im Fluss entstehen durch die Schnelligkeit tiefe Gräben, die zu einem Nachrutschen von Erde aus dem Uferbereich führen. Klingt furchtbar? Ist nur leider so. Und wer sich immer noch nicht vorstellen kann, wie groß ein Schiff ist, dass durch einen kleinen Fluss soll, hier mal ein paar Fotos (wie sagten Tebbe und ich? „Die Idylle trügt.“)

Links die Halle, daneben das Schiff mit den Maßen: 315 Metern Länge und einer Breite von 36,8m. Das nächste Schiff wird noch 35 meter länger.

Blick runter zum Fluss, durch den das Schiff soll…

Schiff frontal. Ist ja schon irgendwie beeindruckend…

Die beide Damen vorne im Bild äußerten sich auch sehr kritisch. „Schön ist das ja… Aber wer braucht das? Und wie soll das durch die Ems durch?“

Wer das letzte Bild vergrößert, sieht hinten ein kleines Tor. Da fährt das Schiff im September durch – bis Emden. In Emden kommen dann Innenbauten in das Schiff und mein Bruder kann sein Auto nicht mehr an seinem Arbeitsplatz abstellen, weil da dann die Arbeiter der Werft ihre Kantine haben (oder waren es die Umkleidekabinen?).
Ups, ich war politisch. Dabei bin ich das doch so ungern.

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3 Kommentare zu “Dieses soll ein Erfolg sein?

  1. Wie heisst es so schön: Der Mensch macht die Natur nicht kaputt, er ändert sie nur. Und zwar in Richtung „für Menschen unbewohnbar“.

    Die Natur ausgerechnet für Kreuzfahrtschiffe zu zerstören, die ja mit gigantischem Energieverbrauch (dieselelektrisch statt wie Transportschiffe mit einem hocheffizienten Zweitakt-Diesel direkt auf die Schraube wirkend – verschleudert viel mehr Treibstoff, aber die Passagiere werden nicht erschüttert) die Leute nicht etwa irgendwohin bringen, sondern mehr oder weniger sinnlos über die Weltmeere schippern…

    Wenn ich dort oben wohnen würd, wär ich mächtig sauer. Aus meiner Entfernung gönn ich mir ein zynisches Grinsen und sag nur: „Nobel geht die Welt zugrunde“ 🙂

  2. He, nix gegen Kreuzfahrschiffe! 🙂

  3. sowas sinnfreies. wer braucht die teile überhaupt? ^^

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