Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Little sister?!

Ein Kommentar

Gestern kam es zu einer Begebenheit, die mich wirklich berührte. Dafür muss ich etwas weiter ausholen und werde hier nun mal etwas privater.
Meine Eltern sind geschieden und meine Mutter wird entweder dieses oder nächstes Jahr einen wirklich tollen Mann (kürzen wir ihn ab mit P.) heiraten. Als meine Mutter und mein zukünftiger Stiefvater zusammen zogen, gab es wirklich eine Menge Stress. Meine Mutter hat eigentlich kein gutes Händchen für Männer und ich muss zugeben, dass ich wirklich gegen diese ganze Sache war. Alles war mir zu viel. Eine neue Schwester, die er mit in die Beziehung brachte, die Wohnung in der Nähe meines Elternhauses und alles eben. Ich glaube, Scheidungskinder sind manchmal so. Nun gut. Im Laufe der Zeit hat sich die ganze Situation merklich entspannt. Wenn ich was tolles zu erzählen habe, rufe ich erst P. an und dann meinen Vater (wenn den denn überhaupt) – und wenn ich da bin ist es vielmehr Familie als das, was wir vor der Scheidung meiner Eltern hatten.
Und ich bekomme eben eine Stiefschwester: Nina. Auch das war nicht leicht. Ich war immer das einzige Mädchen, auch wenn ich nie ein richtiges Mädchen war (wegen Fußball und so). Im Laufe der Jahre sind wir nun aber wirklich vier Geschwister geworden. Meine beiden Brüder, Nina und ich. Aber irgendwas fehlte noch. So dieses letzte Mal Erlebnis, das wirklich zusammenschweisst.
Gestern klingelte nun mein Telefon, am Telefon Nina: „Ulrike, ich wollte Dir nur erzählen: ich habe eine drei in Englisch! Und das nur, weil Du so viel mit mir gelernt hast.“ (vorher eher so fünf) Sie hatte mich, sofort nachdem sie aus der Schule kam, ganz stolz angerufen. Und das fand ich echt toll.
Das kann man nun vielleicht nicht verstehen, wenn man diese Situation nicht kennt. Also so mit PatchworkFamilie und so. War aber wirklich bedeutend. Für meine kleine Welt zumindest. 

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Ein Kommentar zu “Little sister?!

  1. Klasse.

    Mit meinen Eltern (seit >30 Jahren verheiratet) komm ich nur sehr unterkühlt aus – nicht schlecht, aber nach 2h hab ich einfach nix mehr zu berichten, wir leben in eigenen Welten. Mit den Brüdern gehts besser, aber richtig gute Freunde sind auch wir nicht. Da ist Deine Patchwork-Familie was besonderes!

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