Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Missing

11 Kommentare

Es ist unglaublich wie man sich an Menschen gewöhnen kann. Femke und ich haben eigentlich nie weit auseinander gewohnt, immer so, dass man sich recht schnell besuchen kann. Und das nun 13 Jahre lang. Seit zwei Wochen trennt uns die längste bisher gemessene Entfernung zwischen uns: 180,12km. Und sollte ich in den nächsten Monaten dahin gehen, wo ich hin will: 192,08km (was den Kohl auch nicht mehr fett macht). Das schlimmste: man gewöhnt sich daran, dass bestimmte Leute einfach da sind. Spontan DSDS-gucken? Spontaner Tee? Schnell mal Kuchen holen und den Sonntag auf dem Sofa rumlümmeln und Sex and the City gucken? Besuche im Laden, spontanes gemeinsames Arbeiten? Geht nicht. Und das ist mehr als doof – es missfällt mir gänzlich.
Ähnlich: Wie sehr ich mich daran gewöhnt habe, nachts vor dem Schlafen gehen noch schnell bei ICQ zu gucken, ob B. online ist, um dann noch schnell den Tag abzukaspern, den Fußball schlecht zu machen, sich gegenseitig mental aufzubauen und sich bei spontanen emotionalen Fußballentladungen („Was ein Scheissverein!!“) auch mal anzurufen! Eine Entfernung, die map24 nicht einmal ausrechnen kann (stürzt ab), verhindert dies.
So langsam aber sicher gehen Leute, mit denen man regelmäßig was gemacht hat, alle weg. Sei es für immer oder nur auf absehbare Zeit: es fehlt einfach einiges. Und seien es die kleinen Dinge wie „kurz ein Teechen trinken“. Und auch wenn man weiss, dass man zu einigen den Kontakt nie verlieren wird (oder es zumindest sehr hofft) und viele neue, spannende Kontakte dazukommen: es tut doch weh. Da kann auch Sonnenschein nix ändern. 

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11 Kommentare zu “Missing

  1. Das ist genau der Grund, warum ich mich trotz aller „rationalen Vorteile“ (höheres ALG II, größere Flexibilität, da keine Kündigungsfristen des Mietvertrages – wenn dann doch der Traumjob ganz plötzlich um die Ecke kommt 😉 nicht nach dem Examen wieder bei meinen Eltern einquartiert hab. So gern ich sie hab, aber ich will alle Liebgewonnenen noch so lange wie möglich in der Nähe haben. Und ohne unsere „Montage“ gehe ich sowieso ganz schnell ein! 🙂

  2. Oh das kenne ich…auf einmal sind sie wieder verschwunden, die liebgewonnenen Freunde aus der Nachbarschaft, die zum täglichen Leben dazugehören. Und die Menschen wollen doch gar keine Veränderungen, das führt nur zu Verunsicherungen. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, das solche Veränderungen auch immer Überraschungen bereithalten. Mir ist es bis jetzt immer so ergangen, das ich wieder neue Bekannt- und Freundschaften geschlossen habe, die natürlich alte Freunde mit denen man schon fast sein ganzes Leben verbracht hat, nicht ersetzen können, aber doch andere Qualtitäten haben. Also Kopf hoch, mal schauen was die nächsten Monaten so für Dich bereithalten!

  3. oh ja, und wie ich das kenne. bei mir ist es mittlerweile fast umgekehrt – habe mich daran gewöhnt, dass die leute NICHT da sind und muss mich erstmal an die vielen spontanen möglichkeiten erinnern, wenn ich dann mal in town bin – was allerdings kein bisschen besser ist. der einzige vage vorteil ist die flexibilität, die es mit sich bringt: es ist eigentlich völlig egal, wo ICH hingehe, denn 1. sind meine liebsten ohnehin nicht an einem platz versammelt, also würde ich immer wen vermissen und 2. gibt es in mehreren städten die chance, dass schon jemand da ist den ich mag. dennoch merke ich bei jedem besuch wie sehr mir das spontane „mal eben“ fehlt. moderne kommunikation hin und her, es geht eben nichts über face-to-face.

  4. Irgendwie klingt das, als wäre ich gestorben.
    Ich bin aber noch da, und bald auch wieder richtig. Und scheiße ja!, da fehlt was.
    Aber ist ja nischt mehr lang und wenn ich wieder da bin, geht die Saison fast wieder los und dann kriegst du auch mit den 3lions noch eine Chance und wir können über Dortmunds Einkäufe lästern (hoffentlich nicht über Schalkes, auch wenn ich da schlimmes kommen sehe [wieder irgendein XXXwili, der dann die Rettung sein soll).
    Wie auch immer: Ich komme wieder! Und dann wird die Bundesliga wieder kaputtgelästert!
    [Dennoch schmeichelhaft nicht vergessen zu werden]

  5. achja, finde das neue layout übrigens toll! bin ein großer fan von dunkelgrau+rosaton-mix 🙂

  6. ich glaube, da erspare ich mir jetzt mal meinen kommentar.

  7. Acj ja. Wunderschönes neues Design ;)[vorhin vergessen]

  8. Du sprichst mir aus der Seele, mein Bertchen. Sprechen wir es ruhig mal laut aus (auch wenn das Deine Pathos-Toldeanzgrenze mit Sicherheit sprengt): Du fehlst mir! Wie sau! Und das ist gar nicht schön.
    Aber: wir behalten uns. Ob mit einem oder einer Million Kilometern zwischen uns!

  9. Bei mir war es zuletzt zwar „nur“ eine sehr liebe Arbeitskollegin, die einfach 490km weit weg gezogen ist, aber ich habe bemerkt, dass man auch nicht ganz so enge Freunde/Bekannte sehr vermissen kann! :o(
    Das ist jetzt mittlerweile über 2 Monate her und ich habe immer noch ein komisches Gefühl, wenn ich ins Büro komme und ihr Platz leer bleibt…

  10. @ supersonic: nein, du bist nicht tot. aber meine gesichtsfarbe wird schon ganz rosig, weil ich nachts genug schlaf bekomme (mein gott, wie das klingt!!!).

    @ luna: der mensch, der also das beamen erfindet, könnte unser freund werden.

    @ femke: hach….

    @ ronja: für die montage musst du eh eingeflogen werden. wenn ich im pott bin und du die welt der medien unsicher machst!

    UND NUN: SCHLUSS MIT HERZSCHMERZ UND PATHOS! 😉

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