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Politik oder:Warum SPD-Chefs dünn sein müssen – aber CDU-Politiker nicht unbedingt dick

5 Kommentare

Für alle politisch interessierten unter uns mal was zum drüber nachdenken. Oder einfach so.

Warum SPD-Chefs dünn sein müssen – aber CDU-Politiker nicht unbedingt dick

Dass man Kurt Beck nicht mag, ist augenscheinlich. Es stellt sich nur die Frage: warum? Er fällt nicht auf und eigentlich höre ich immer nur was von ihm, wenn andere sagen, dass sie ihn nicht mögen. Dabei hat Herr Beck doch alles, was der gemeine Mensch mit Väterlichkeit verbindet: einen Bart und einen Bauch – und diese Aura des Mannes, der alleine nach oben gekommen ist.
Zu seinem Leidwesen reicht das nicht. Und wird es nie reichen. Zwar hat er genau das, was man als Landesvater haben möchte (inklusive weingeschwängerter Nase), doch um eine Partei zu leiten, die gerne auf ihre Wurzeln im Arbeitermilieu verweist, ist es nicht genug: Ein Arbeiter ist drahtig, schliesslich steht er morgens früh auf und arbeitet die ganze Zeit. Der Vorsitzende einer Arbeiterpartei sollte also genau so aussehen. Nicht wie die Großkopferten, deren Kopf von gefüllter Gänseleber und Speckschwarte ebenso aussieht und glänzt wie das Gegessene. Alle Körper erfolgreicher SPD-Politiker erzählen die Geschichte von Verzicht und Arbeit, von Kampf und Sieg, von Enttäuschung und Niederlage: Kurt Schumacher, Willy Brandt, Hans-Jochen Vogel, Gerhard Schröder und Franz Müntefering. Dagegen haben die erfolglosen Parteichefs, die, die heute keiner mehr kennt oder die keiner mehr kennen will, eines gemeinsam: einen Bauch.
Bei der CDU/CSU ist der Fall anders – leichter – gelagert: hier konnte ein fülliger Franz-Josef Strauß genauso erfolgreich sein wie ein schlaksiger von Krieg und Verzicht gezeichneter Konrad Adenauer. Der Grund: die Geschichte ist eine andere. Ein Strauß stand – und steht immer noch – für die erfolgreichen Geschäftsmänner, die sich Leberpastete und Speckschwarte gönnen können; ein Konrad Adenauer ist Sinnbild für alle, die nach dem Krieg abgemagert waren und im Laufe der 1950er Jahre ihre Rundungen wieder fanden – und nicht am Fliessband, unter Tage oder am Stahlofen arbeiteten.
Alles eine Frage der Interpretation und der Geschichte. Oder des Willens. Oder der Körperform.

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5 Kommentare zu “Politik oder:Warum SPD-Chefs dünn sein müssen – aber CDU-Politiker nicht unbedingt dick

  1. der beck ist nicht nur dadurch unglaubwuerdig. der laeuft einfach quer durch die gegend und es scheint als wenn er nur sachen anfasst die grade in und verwertbar sind. da fehlt die struktur, kontinuuitaet und glaubwuerdigkeit. ein parteichef der spd darf nie dem erst besten wind folgen. schlingerbeck. muente und struck waren da schon nen anderes kaliber.
    und mal ehrlich, beck als kanzler? ne, danke. schon auffaellig das er in meinungsumfragen auch so abstinkt gegen die kanzlerin.

    wir haben quasi das gleiche problem wie der bvb. einer der sichs mit allen gut machen will ist ungeeignet die probleme die beide haben zu loesen. es muessen wieder siege her, und das geht nur mit nem beisser/ner beisserin mit eiern auch mal unpopulaere sachen zu machen.

  2. Wenn mein Vater sich jemals Bart und/oder Bauch zulegt, werde ich ihn nicht wiederwählen! 😉

    Der Beck ist doch genau wegen Bart und Bauch der Prototyp der Kellnerinnen-Arsch-Grapschenden Kegelbrüder, so jemanden würde ich nie wählen können, egal aus welcher Partei.

  3. Gute Theorie! Ebenso ist es für die SPD schwerer ungemütliche Sozialreformen durchzusetzen, als für die CDU.

    Ich mag den Beck nich. Und ich muss zugeben, das Äußere spielt da ebenfalls eine Rolle.
    Aber als viel gewichtiger sehe ich ebenfalls dieses unstrukturierte Hin-und-her.
    Grad kommt mir da der Vergleich mit einem kleinen (von mir auch bärtigen) Nager, der sich im Todeskampf gegen die große Schlange (nicht wertend gemeint!) befindet. Der Nager windet sich in alle Richtungen, um sich Luft zu verschaffen. Beck versucht krampfhaft aus dem Schatten der Kanzlerin zu treten. Die hat im Gegensatz genug Rückenwind, um entsprechend ruhiger agieren zu können.

  4. Beck mit Adenauer zu vergleichen ist unfair – damals gab es noch ein Vertrauen in die Politik. Allein die Europa-Verträge, die damals ausgehandelt wurden. Während jetzt bei den dringend nötigen Reform-Verträgen alle von „Wir sind Netto-Zahler! Raus aus der EU!“ (besonders in Österreich) reden, feierte man damals die Politiker noch für ihren Weitsinn und ihre Visionen.

    Heutzutage geniessen Politiker ein noch geringeres Aussehen als Gebrauchtwagenverkäufer, Versicherungsfritzen und GEZ-Schergen – ich glaub net, dass man dies mit schickem Aussehen allein irgendwie kompensieren kann, also isses eh wurscht, wie schiach oder fesch die Honks im TV daherkommen 🙂

  5. Ich finde schon, dass Aussehen damit zu tun hat. Beck ist nicht in der Tradition und die SPD schwört sich ja gern selbst ein. Ist ein wenig wie mit dem Scharping damals. Der hatte einfach kein SPD Image und der war zu lahmarschig.
    Die SPD mag vielleicht einfach die lauten, die polemischen. Und Beck hat eben das Problem, dass er den Job nicht wirklich kann. Er kann Landesvater sein, Weinfeste eröffnen und wichtig aussehen dabei, aber außen-, sicherheits- oder gesundheitspolitik? ich glaube das geht ihm zu weit und so versucht er alles offen zu lassen.
    heute schreien aber alle nach antworten, nicht nach offenen fragen. er ist damit einfach falsch und selbst ein schröder hatte eben mehr vom staatsmännischen als beck. was echt tragisch ist.
    und das merkel eine schlimme konkurrenz ist…. naja, offensichtlich eben.
    wenn die SPD nicht alles richtig macht und frau Merkel einfach weiter macht wie bisher, dann verbrennt der Beck eh bei der nächsten wahl und dann mal sehen. Ich tippe auf wahlkampf der damen. (nur bitte nicht frau nahles)

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