Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Words

5 Kommentare

Ich habe letzte Woche mit Philipp festgestellt, dass es gar kein vernünftiges, kein erotisches Wort für den Hintern gibt. Und in der Tat klingt Hintern nach „Ich muss die Pampers wechseln“, Arsch nach „definitiv nicht erotisch“, und Kehrseite klingt nach eben jenem Problem: „Ich weiss nicht, was ich sagen soll.“
Selbige Schwierigkeit tritt bei jedem Wort für die primären Geschlechtsorgane auf. Benoite Groult hat das in ihrer Einleitung zu „Salz auf unserer Haut“ auch schon mal thematisiert. Ich habe nur vergessen, zu welcher Schlußfolgerung sie kam. Deshalb sind wir zu keinem Ergebnis gekommen. Nur soweit: auf französisch klingt jedes Wort für alles sehr chic.
Also: derriére – der Hintern.

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5 Kommentare zu “Words

  1. Da ist die deutsche Sprache mal wieder benachteiligt. Im Amerikanischen dagegen gibt es z.B. das niedliche heinie, sowie meinen persönlichen Lieblingsausdruck badonkadonk.
    In diesem Sinne …

  2. Das französische Wort klingt hier nur tres chic, weil es eben nicht als „Hintern“ gleichgestellt wird (und genau das heisst es ja: „hinterteil“).

    „He, der hat aber einen knackigen Arsch“ ist inzwischen so umgangssprachlich, dass Mann dies schon längst als Kompliment wahrnimmt und nicht als vulgär 🙂 Bei Frauen ist das Thema viel viel komplizierter, weil was immer man gern sagen will, es darf auf keinen Fall „fett“ klingen. Dabei bietet mein Porno-Englisch eine Vielzahl an Vokabeln. Sweet cheeks, aber auch da bin ich mir nicht sicher, wie sehr es nach Gosse klingt.

    Zum Glück kommt man aber meist ohne die Benennung der Geschlechtsorgane aus, und im Falle eines Falles kann man mit Gesten und Streicheleien sich auch ohne Worte aus der Affäre ziehen. Oder neue Worte erfinden 🙂

  3. Po ist nicht gut? 😉

  4. Nein. Denn es handelt sich um etwas, das ernstgenommen werden will und es auch sollte.
    Po klingt nach: bitte guck mich nicht an, mich gibts eigentlich gar nicht. Dann doch echt lieber Arsch.

  5. Ich hab mal versucht, die erotische Begrifflichkeit von einer (anderen) Seite zu betrachten – nämlich der, dass man vielleicht erotische Begriffe eher in intimer Zweisamkeit tauscht und für die Öffentlichkeit eher distanzierende Worte wählt, um dem Wohlgefallen an einem Allerwertesten Ausdruck zu verleihen. Aber ich bin nicht wirklich weiter gekommen, weil ich – für die intime Zweisamkeit – keine passende Bezeichnung gefunden habe 😉
    Allerdings finde ich es auch gar nicht verkehrt zu sagen, dass jemand einen „tollen Hintern“ oder einen „knackigen Arsch“ hat…

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