Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Die Haustür hinter Dir und vor Dir der Nachdurst

4 Kommentare

Es gibt so Dinge, die tut man, sieht das darauf folgende Elend schon vor sich, aber rennt mit offenen Armen ins Unglück. Alkohol ist so ein Beispiel. Ein kaltes Bier ist super, zwei kalte Bier sind super und solange Bier kalt ist, bleibt es auch super. Dann nimmt man noch einen Vodka dazu, schliesslich möchte man geschmackliche Abwechslung haben, einen Xuxu, vielleicht noch was anderes und schwupps ist es Morgen, man geht ins Bett, wacht auf und denkt nur „DAMN.“ Das Licht ist zu hell, die Kehle staubtrocken und dank der kleinen Sünde, die sich „Nichtraucher-raucht“ nennt, hat man auch ein Pappmaul, dass man nur noch unglücklich aus der Wäsche gucken kann. Das was ich dann noch versteh ist „home is where your heart is“
So gestern. Den halben Tag C. beim Umzug nach Hamburg geholfen (3. Stock!), abends lecker gegessen und angefangen, ein kühles Bier nach dem anderen zu trinken, zwischendurch ein Glas Vodka. Benommen von den Impressionen Danach die Lage der neuen Wohnung C.s ausgenutzt, der nun 100 m von der Reeperbahn entfernt wohnt und ab ins Getümmel: hier ein Astra, da einen Schnaps, die Tatsache, dass man hier noch in den Kneipen rauchen kann wurde schamlos ausgenutzt (unglaublich klug bei einer noch nicht abgeheilten Bronchitis) und zum Schluss noch KFC: wir nahmen mit, was ging. Ein freundliches Gesicht im Kreis der Vertrauten, im schwachen Licht.  Nur: ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es einen Tag nach dem Trinken gibt, einen Tag, der angefüllt ist mit Kopf, Magen, Kater und der stillen Verzweiflung, dass eine Regionalbahn eben keine Lichtgeschwindigkeit fährt und zwei Stunden Schlaf eben nur zwei Stunden Schlaf sind. Verschlafen in den S-Bahnsitzen Also mit 18 habe ich das besser vertragen.
Gute Nacht.

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4 Kommentare zu “Die Haustür hinter Dir und vor Dir der Nachdurst

  1. Das man das früher besser vertragen hat musste ich zuletzt auch feststellen!
    Ich muss aber auch sagen, dass ich mit 18 mehr „in Übung“ war als heute! Solange sowas nicht allzu oft vorkommt, ist so ein Kater-Tag doch zu verkraften… ;o)

  2. Was ein geiler Song – ich liebe diese Platte!

    Danke, dass Du mir mit Deinen Beiträgen immer wieder das Gefühl gibst, ich bin mit meiner emotionalen Hingabe für Tocotronic, die Sterne, Tomte und eben Kettcar nicht allein.

    Und ja – auch solche Momente kenn ich. z.B. am Samstag abend – nach einem Umzug (vom 3. Stock herunter) sass ich mit den Jungs noch bei einem Bier unter dem Sternenhimmel, wir liessen die Gedanken schweifen und es passte einfach alles. Hätt auch gut dazu gepasst.

  3. Ach die Ulrike – du schreibst mir aus dem Herzen, mitsamt Kettcar. Sehr schön!!

  4. Der besoffene Typ, der auf der Treppe schlief und nicht wusste, wo er wohnt, ist übrigens mein direkter Nachbar 😦

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