Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Weil ich ein Mädchen bin II

11 Kommentare

Achtung: nix für schwache Gemüter

 Gestern bekamen wir einen großen Aufbauer einer bekannten Hygienemarke mit Damenbinden. Als der da so stand, ich mit freiem Blick auf seinen Inhalt, stellte ich mir die Frage: Welcher Typ Frau benutzt eigentlich noch Binden? In meinem beschränkten Hirn glaubte ich bisher, fast alle Frauen würden Tampons benutzen. Wie wenig ich eigentlich von sowas weiss, bemerkte ich, als ich heute mal bei Wikipedia „Damenbinde“ eingab, um zu gucken, ob da irgendwas von Verkaufszahlen stände; tat es nicht, aber dafür etwas anderes: neben Tampons und Binden gibt es auch noch die so genannten Mond- bzw. Menstruationstassen und Naturschwämme. Was ein Naturschwamm ist, konnte ich mir ja noch vorstellen, wenn ich es mir auch nicht vorstellen wollte, aber was ich unter einer Menstruationstasse verstehen sollte, war mir völlig unklar – klingt irgendwie nach Frauentippi und Riesentampons aus Cherokeehaar. Also gegoogelt, Wikipedia wusste mal wieder Rat: eine Art Tasse (tatsächlich!) aus weichem Material, das eingeführt wird und Blut und so (ich verzichte hier auf das weitere) auffängt: nach ca acht Stunden kann man das Ding rausnehmen, ausspülen und weiter benutzen… Die Tassen kosten knapp 30 Euro, sollen aber recht kompliziert sein und so habe ich keinerlei Verlangen, die mal auszuprobieren. Da wird man nun schon über 50 % seines Lebens mit den Tagen/Menstruation/Regel gemartert und kennt doch nur die Hälfte der Möglichkeiten damit umzugehen.
Aber schon gestern hatte ich dieses Problem mit einer Freundin als wir überlegten, wie genau die Funktionsweise der Pille sei, wenn sie von Kritikern auch als Abtreibung gesehen würden, da einige von ihnen Nidationshemmer seien (Nidationshemmer: Einnisten einer befruchteten Eizelle wird verhindert). Wusste ich vorher nicht und auch für sie war es völliges Neuland. Oder die Tatsache, dass es für Oralverkehr ein Kondomäquivalent gibt. Glaubt ihr nicht? Das auf englisch als dental dam (im deutschen unschön: Lecktuch) bekannte Tuch kann in Apotheken gekauft werden und schützt vor so allerlei Geschlechtskrankheiten – allerdings auch vor Spass, wenn man Wikipedia trauen darf. Nur: warum Lecktuch? Ist das nicht einer der fiesesten Begriffe, die es gibt? Björn (mit dem ich dieses Thema heute nachmittag ausgiebig diskutierte) meinte, wir wären halt alt und spießig. Aber ist der Begriff des Leckens schon jemals ein schöner Begriff gewesen? So wie dieses Wort, welches ich kaum schreiben kann: bumsen. Da überkommt mich Mädchen körperliches unwohlsein – in jeder Situation!
Aber zurück: welche Frau benutzt noch Binden? Eine Packung habe ich heute verkauft und die genau an den Typ Frau, auf den ich auch getippt hätte: Mitte 40 mit wärmendem Stirnband, 7/8 Hose und schwarzen Stiefeln mit Blockabsatz. Oder bin ich da wieder total kurzsichtig und ignorant? Ist es normaler, Binden zu kaufen als Tampons? Werde das mal in den nächsten Wochen beobachten. 

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11 Kommentare zu “Weil ich ein Mädchen bin II

  1. *schauder* Das ist eindeutig ein Fall von „too much information!“

  2. fand ich ja auch. konnte es trotzdem nicht verschweigen. habe dir hoffentlich nicht den geburtstag versaut??

  3. Über den Mooncup hat mal irgendwann eine Frau an der UEA in der dortigen Unizeitung geschrieben. Sie hat die ökologischen Vorteile dargestellt (Tampons und Binden tragen halt auch zu Müllbergeb bei), man müsste halt nur immern ne Flasche Wasser mit aufs Klo nehmen und, um das Ding auszuspülen und es ab und zu in einem alten Kochtopf – möglichst nicht in dem die WG ihre Nudeln kocht – auskochen. Ich fand die Vorstellung schon damals ziemlich gruselig und hoffe, dass ich aufgrund der Sprachbarriere einfach die Ironie der Journalistin nicht verstanden habe.

  4. ich bin entsetzt!

  5. Darf man fragen, warum du auf genau diesen Typ Frau als Bindenkäuferin getippt hast? War es das Alter oder doch das Outfit? 😉

    Nein, ernsthafte Frage, weil ich genau diesen Typ in die Kategorie „Tamponverwenderin“ gesteckt hätte…bzw. meinst du das kann man überhaupt kategorisieren? Dazu ist das vielleicht eine zu persönliche/individuelle Entscheidung….

  6. Es gibt so viel ekeliges in der Welt der Binden, Pilze und andere Flüssigkeiten und Sekrete.
    Herrlich.
    Aber ich sag mal so:
    Wer solche „Becher“ benutzt, der hat auch Jogi-Tee im Haus und weiß was Karma ist.
    Und heißt Jutta.

  7. Also, habe mich auch mal gerade bei Wikipedia schlau gemacht, bin entsetzt über meine eigene Unwissenheit – bin schon 20L und kenne nicht mal die Hälfte aller Verhütungsmittel und Menstruationshygieneprodukte…wo führt das hin? Wenn ich mich schon in diesen doch für mein weibliches Geschlecht nicht unwesentlichen Bereichen nicht auskenne, wie sieht es da in anderen Fachbereichen aus? Zum Glück kann die Ulrike da einige Anstöße geben sich mit wichtigen Dingen auseinanderzusetzen!

  8. Also, habe mich auch mal gerade bei Wikipedia schlau gemacht, bin entsetzt über meine eigene Unwissenheit – bin schon 20L und kenne nicht mal die Hälfte aller Verhütungsmittel und Menstruationshygieneprodukte…wo führt das hin? Wenn ich mich schon in diesen doch für mein weibliches Geschlecht nicht unwesentlichen Bereichen nicht auskenne, wie sieht es da in anderen Fachbereichen aus? Zum Glück kann die Ulrike da einige Anstöße geben sich mit wichtigen Dingen auseinanderzusetzen!die andrea

  9. Hmm eventuell könnte ich da am Montag auf der Arbeit sowas mal checken. Könnte sein, dass das in manchen Markt-Media-Studien abgefragt wird. Hatte mich da aber noch nie an den Unterpunkt Damenhygiene gewagt…

  10. das wäre in der tat super und interesse hätte ich an der information wirklich!!

  11. zu allererst: ich bin gegen die yogi-tee-schublade. in die gehören „sekretauffang-gefäße“ nämlich auf gaaaaaar keinen fall.
    erklären könnte ich mir nutzung solcher gerätschaften tatsächlich aber nur mit dem enormen bedürfnis minimale ökologische fußspuren zu hinterlassen.

    aber ich weiß wer binden benutzt! tataaa
    frauen kurz nach der entbindung! es heißt mit tampons bestände zu dieser speziellen zeit ein erhöhtes infektionsrisiko (das gleiche gilt für die zeit nach abtreibungen).

    und mädels während ihrer ersten tage, jedenfalls wurden mir damals binden von meiner mutter vertickt, aber vielleicht ist das schonwieder anders…

    so…
    sonst kann ich allerdings nicht mehr zur bindenproblematik beitragen.

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