Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Tic – Tac – TOE

6 Kommentare

Gerne würde ich mich jetzt ein wenig mit Kesro batteln und ein Foto von meinem Zeh zeigen: aber zum einen würde ich ziemlich sicher verlieren (denn so spektakulär ist es nicht) und zum anderen schaffte ich es einfach nicht, ein scharfes Foto vom Fuß zu machen. Fakt ist: mein mittlerer Zeh am linken Fuß hat einen herrlich schimmernden blauen Fleck, der sich in einem Ring scheinbar um den Zeh schlängelt. Ursprung: irgendwas gestern. Oder vorgestern. Mir fallen am Tag so häufig Dinge auf meine Füße, dass es ein wahres Wunder ist, dass ich noch nie einen gebrochenen Zeh hatte. Ich weiss, dass mir am Freitag sehr schmerzhaft ein Teller auf den Fuß gefallen ist – er könnte auf den linken Zeh gefallen sein. Aber auch gestern bei der Arbeit fiel mir irgendwas auf den Fuß – wenn ich nur wüsste, was es war! Als ich meinen Mitbewohner von der Entdeckung meines blauen Zehs erzählte, erläuterte er mir, dass Menschen sich im Schnitt im Laufe ihres Lebens 50 Knochen unbemerkt (!!) brechen!
Wie gut, dass ich einen Krankenpfleger als Mitbewohner habe, ich erfahre hier immer die spannendsten Dinge über den menschlichen Körper (schliesst “ die ekeligsten Dinge“ übrigens ein) und wäre auch noch bestens versorgt! Im Badezimmer stehen zwei Flaschen Desinfektionsspray: eines, welches nicht brennt (für mich!) und eines, welches ein bisschen zwiebelt (für alle anderen!), im Nachbarzimmer sind manngifaltige Bücher über bestimmt jedes menschliche Leiden, das man so haben und nicht haben kann und sollte mir mal ausserhalb der Wohnung etwas passieren muss ich nur hauchen: „Station 22, Evangelisches.“ Dabei bin ich gespannt, was mir im Leben noch so alles passiert, denn eigentlich habe ich für mich schon meine Top 3 an Verletzungen gefunden (damit es spannender wird – von 3 bis 1):
3. Mit ca drei Jahren versuchte ich, mit dem Bobycar meines Bruders die Treppen vor dem Haus heraufzufahren. Zu meinem Stolz kann ich berichten, dass ich drei Stufen hinauskam bis die Schwerkraft ihr Recht forderte und ich rücklings samt Bobbycar die Treppen hinunter kullerte – Loch im Kopf. Mutter klemmte mich unter dem Arm und machte ihren wöchentlichen Gang zum Arzt (auch meine Brüder haben alles an Verletzungen mitgenommen, was man so mitnehmen kann).
2. Mit 11 Jahren träumte ich aus irgendwelchen bescheuerten Gründen anscheinend davon, eine Eis-Prinzessin zu werden (dabei sagte meine Sportlehrerin schon damals, ich hätte die Anmut und Grazie eines Nilpferdes). Auf dem Tümpel hinterm Haus versuchte ich mich an einer Pirouette, knallte mit einer anderen Eisläuferin zusammen, knickte um, lief blarrend nach Hause und liess mich mit heissem Kakao trösten. Am nächsten Tag: Fuß so dick wie mehrere Pakete Mehl, geröntgt werden konnte aus dem Grund erst nach weiteren sieben Tagen: Bänderriss und Dehnungen im Sprunggelenk: OP, während der OP wach geworden, Fäden zu fest gezurrt, Entzündung an der Narbe; gerade wieder verheilt möchte ich so einem A*** ausm Dorf in den Hintern treten, knicke um, gerade operiertes Band wieder ordentlich gedehnt. Ordentlich Ärger von meiner Mutter bekommen – dabei war der Typ wirklich ein Arsch!!!
1. Klein-Ulrike war beinahe sechs Jahre und spielte mit Klein-Wiebke (Freundin) und Klein-Monno (Bruder) auf der Baustelle von Wiebkes Eltern, kletterte munter auf der Zementmischmühle rum als Klein-Monno an einem Rad drehte und damit die Tonne der Mühle in Bewegung setzte: leider hatte ich meinen kleinen Finger gerade in der Nähe der Zahnräder, die sich unbarmherzig nahmen, was gerade da war: Finger hing nur noch an ein paar Fetzen haut, Opa musste mit dem Auto kommen, Klein-Ulrike kam schreiend ins Krankenhaus: Finger in letzter Sekunde gerettet, Königin im Kindergarten, Mutter am Rande der Verzweiflung.  
 

Mensch, freue ich mich manchmal darauf, selber Mutter zu sein. 
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6 Kommentare zu “Tic – Tac – TOE

  1. Uaaah! Und das auf leeren Magen! Ich bin glücklich, dass es dir heutzutage so gut geht und du noch alle Gliedmaßen und wichtigen Organe besitzt! Und gute Besserung für deinen Zeh!!

  2. boah, das klingt schon ganz schön fies und ziemlich eklig, vor allem die nummer eins… ich könnte mit einem schädelbruch vor ca. 6 oder 7 jahren kontern, war auch nicht schlecht.

  3. Hilfe… da habe ich jetzt nur vom Lesen eine Gänsehaut bekommen…

  4. Ich habe zwar vier Geschwister, aber so ganz spektakulär waren unsere Unfälle nicht. Mein Bruder Christoph hat sich zwei mal das Kinn aufgeschlagen und musste genäht werden, bei Lorenz fällt mir gerade nur der Sturz vom Klettergerüst ein, der keine offensichtlichen Schäden hervorgerufen hat, Anna hat sich mal an unserer Terassentreppe den Kopf blutig geschlagen und hatte auch ein oder zwei Mal den Arm in Gips, Lukas hat sich als Kleinkind am Badewannenrand eine Platzwunde zugezogen (am Abend vor der Abreise in den Urlaub) und vor zwei Jahren einen Oberarmbruch nach einer rasanten Fahrradabfahrt im örtlichen Naherholungsgebiet. Meine Brüder hatten dazu noch diverse nicht unfallbedingte Operationen. Ich selbst hatte drei Mal den Arm in Gips, beim letzten Mal nach spektakulärer Notoperation und hysterischem Anfall, dass selbst der polnische Arzt mich nicht mit einem Gespräch über Klaviermusik beruhigen konnte,(du kennst nieccht Chopiin?)… und dann war da ja noch der Überfall…
    Ich weiß manchmal echt nicht, wie meine Eltern die kleinen Katastrophen und den ganz normalen Wahnsinn des Alltags überstanden haben.

  5. Ist dein Zeh auch so schön bunt, wie meiner nach der Kollision mit der Nichtschwimmerschnur im Woldsee?

  6. @Kesro: Gute Besserung auf diesem Umweg, da ich ja Dein Blog net les 🙂

    @Axel: Schädelbruch – weia!

    Und Ulrike: Sehr feine Verletzungen, gerade Nr. 1 kann wirklich was. Da kann ich leider nicht ganz mithalten.

    Aber:

    [1] Schlüsselbeinbruch

    Mit dem Moped gegen einen parkenden BMW geprallt. Mit dem wütenden Fahrer die Versicherungsdetails geklärt, das Moped von der Strasse aufgesammelt, dumpfe Schmerzen in der Schulter – und erst eine Stunde später im Krankenhaus erfahren, dass das Schlüsselbein durch war. Blieb eine Woche drinnen, der Knochen ist bis heut schief zusammengewachsen.

    [2] Loch im Kopf

    Im Kindergarten sind wir die grossen Steintreppen immer hinauf getobt. Bis ich halt mal ausrutschte. Alles was ich mir gemerkt hab war das „rote Krankenauto“ (Rettungswagen der Feuerwehr), meine Eltern hatten ziemlich Angst bei all dem Blut. War dann aber doch nichts ernsthaftes.

    [3] FAST den Arm beim Lenken gebrochen

    Bitte nicht nachmachen: Hendi liegt im Armaturenbrett, mitten in der Kurve klingelt es, man greift durchs Lenkradl hindurch zum Telefon und muss dann wieder zurücklenken, um nirgends gegenzuprallen. Da treffen zwei Instinkte aufeinander, ich glaub die Hebelwirkung hätt gereicht, um den Arm zu brechen. War jedenfalls SEHR knapp.

    [4] Hoden geklemmt

    Nichts dramatisches, aber Schmerzen ohne Ende. Mein DDR-Moped hatte einen Höhenunterschied Tank – Sitzbank von gut 5cm. Als ich frontal gegen einen schmalen Baum fuhr, rutschte ich mit Gewalt gegen diesen Tank. Diese Schmerzen waren echt die Hölle, ich war total grün, da ich mich im Gras wälzte, ehe ich irgendwann wieder denken konnte 🙂

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