Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Five Stories 2007

2 Kommentare

01. August

Ein Abend voller Spass, Alkohol und guten Gesprächen endet mit dem getrennten Verhör durch zwei Polizisten, den quietschenden Reifen eines vor uns haltenden Polizeiwagens, Meneer X´s einziger Aussage „Ich weiss nichts mehr“ und meinem Vorhaben, einem Polizisten meine Brüste zu zeigen, damit er uns gehen lässt. Hat alles nichts gebracht, Verfahren läuft noch, nach einer Hausdurchsuchung bei Meneer X wurden seine Schuhe mitgenommen und sind bis heute nicht mehr aus dem Polizei-Labor zurückgekehrt. Nur so viel: so schuldig, wie es der Aufwand darstellt, ist keiner von uns.
Frühling, Sommer, Herbst 2007

Morgens mit Julia im See schwimmen und seinen eigenen Schweinehund überwinden: phantastisch. Die Spanner an der Seite: zu übersehen. Die Angst vor dem Riesen-Wels: unerschütterlich – bis zum Schluss. Bei Wassertemperaturen von 10 Grad brachen wir das Experiment Winterschwimmen ab. Dieses Jahr ein neuer Versuch. Definitiv mit Neopren.
16./17. Februar
Mini-Exkursion nach Oberhausen ins Centro und vor allem ins Gasometer. Centro kann man vergessen, aber das Gasometer ist wohl einer der wenigen Plätze auf der Welt an dem man sich nicht auf der Welt fühlt. Innen drin liegen, 100 Meter nach oben in die Dunkelheit gucken und eine dumpfe Stille – das machten wir eine Stunde und konnten uns nicht vorstellen, dass es etwas anderes als diese unglaubliche positive Dumpfheit geben kann. Danach war es draussen zu hell und zu laut – und zu real.
Später September
Ich hatte immer gesagt, er sei langweilig. War er nie, nur ich blöd. Er bringt mich zum Lachen, er bringt mich dazu, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Und er bringt mich fast dazu, meine Schüchternheit zu überwinden. Nur will er nicht. Erfahrungen, die man machen muss. Schlimm nur, wenn man den Kummer darüber mit ins neue Jahr trägt. 
31. Dezember
Nachdem Femke und ich ihren Freund in die Badewanne und somit aus dem Weg verfrachtet hatten, setzten wir uns vor den Fernseher und schauten mein Best-Of – eine von meinem Onkel erstellte DVD mit den besten Videoaufnahmen aus meinem Leben. Klein-Ulrikes erste Weihnachten, mein erster Schnee, Oma, Opa, Uroma. Und 23 Jahre später: die Trauer darüber, dass Menschen, die sterben, eine Lücke hinterlassen, die niemand füllen kann. Aber die Freude daran, dass der verliebte Blick in Richtung der ersten Enkelin/Ur-Enkelin von den Großeltern/der Ur-Oma auf Film gebannt wurde. 
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2 Kommentare zu “Five Stories 2007

  1. Also wegen deiner Methode, der Strafe zu entgehen bin ich immer noch platt!!

  2. Komme gerade aus Dresden: Da war es so furchtbar kalt, dass mich auch Winterschwimmen vermutlich nicht mehr schocken kann. Also: sobald mein Schnupfen weg ist, ab in den Woldsee 😉

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