Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Näher zur Dir II

6 Kommentare

Nicht nur körperlich kommen einem einige Kunden zu nahe – auch das was sie erzählen, ist so privat, dass mir manchmal ganz anders wird. Ich habe schon von Mordversuchen und Rosenkriegen erzählt bekommen, da konnte man aber meist davon ausgehen, dass die Leute sowas von einen an der Marmel hatten, dass man das alles getrost vergessen konnte. Vorgestern hatte ich aber eine Kundin, die eigentlich recht normal war, nur das, was sie erzählte, war etwas äähm menschlich.

Die gute Frau war ca 80 und kaufte eine Menge Weihnachtsdeko ein, zudem eine Packung von diesen hässlichen Männerunterhosen, die auch mein ehemaliger Nachbar trägt; ich bin professionell, über die Träger mache ich mir schon längst keine Gedanken mehr. Nun fing aber die Kundin an. „Die sind für meinen Sohn.“ Kurz nachgedacht, der Sohn konnte so zwischen 35 und 60 sein. Ich: „Oh, zu Weihnachten?“ Sie: „Nein, einfach nur so. Ich habe keine Lust, seine Unterwäsche immer zu stopfen.“ Ich: „Nee, das muss ja auch nicht sein.“
So, lieber Leser, mit schwachen Nerven nun aufhören zu lesen, denn nun kommt eine Aussage, die in ihrer Tragweite kaum zu überbieten ist.
Die Kundin „Ja, der hat immer viele Löcher in der Unterwäsche, der kratzt sich so viel, na, Sie wissen schon wo.“ Mmh, das ist Information, die man nun wirklich nicht hören möchte. Aber es ging noch weiter „Und diesmal kaufe ich diese blaue Unterwäsche. Der Junge (!!!!) arbeitet bei Hema im Lager und da ist es ganz schmutzig. Da können Sie sich vorstellen, wie dreckig die weisse Unterwäsche wird.“
Da frage ich mich doch: rennen die da im Lager in Unterwäsche rum? Drehen die da ein neues Village People-Video zu YMCA?

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6 Kommentare zu “Näher zur Dir II

  1. Also wenn man sich kratzen muss, dann muss man sich kratzen. Da gibt es überhaupt keine zwei Meinungen!

  2. aber muss die mutter des sohnes diesen umstand der verkäuferin mitteilen?

  3. Besser als:
    „Am Wochenende braucht er keine, der hat ja auch nen Swingerclub ne?“
    Immer das gute sehen.
    Ach scheisse, es geht echt aufs Ende zu.

  4. Wie gut, dass du meine Oma nicht kennst. Die fängt auch mitten auf dem Marktplatz an von ihren Verdauungsproblemem zu erzählen und hat auch sonst keinerlei Taktgefühl gegenüber niemandem. Allerdings kauft sie meinem Vater keine Unterhosen.

  5. Es ist schon toll, was man zur Zeit „da draußen“ so alles erlebt! Ich finde es amüsant, aber ich bin ja auch den ganzen Tag mit normalen Menschen zusammen und hab sowas eher als Ausnahme. Ich sollte mir einen Nebenjob hinter einer Ladentheke suchen, dann weiß ich mal, was ihr so durchmachen müsst! 😉

  6. Hmmm, also wenn Sohnemann über 35 Jahre alt und notorischer Sackkratzer ist, noch bei Mutti wohnt – zumindest lässt er dort waschen/flicken und sich einkleiden- wird diese Frau evtl. noch öfter zum Unterwäschekauf für Junior zu euch kommen, denn eine Frau wird er auch trotz oder besser wegen der Slips vermutlich nicht finden. DECKUNG!

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