Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

What will your daddy do, when he sees your Mama kissin‘ Santa Claus?

6 Kommentare

Prinzipiell scheinen Weihnachtsmarktbesuche nur aus Gründen der Selbstkasteiung stattzufinden (ja, Lorelei, widersprich mir nur!): es ist voll, es ist eng und die betrunkenen Menschen um einen herum, lassen meinen eh schon bösartigen Charakter zur Höchstform auflaufen (auch wenn der Donnerstag mehr als Spass gemacht hat und auch der gestrige Weihnachtsmarktbesuch nichts – bis auf gutes Essen – vermissen liess; aber dies schreibe ich mehr den Begleitungen zu). Das allerschlimmte auf diesen Weihnachtsmärkten sind aber ganz klar die betrunkenen Frauen: die sind kreischig und die Definition von peinlich. Beispielsweise gestern: wir standen da nun so rum, tranken einen Glühwein, als zwei echte Weiber in Weihnachtsmarktmontur auf mich zustürzten, die eine mich umarmte und mir weis machen wollte, an einem der Stände befände sich eine Kamera und ich solle doch bitte lächeln. Als das verlangte Lächeln nicht einsetzen wollte, fingen beide an, ein selbstgedichtetes Lied zu intonieren – es war die Hölle. Und diese Weiber sind überall: meist knapp über 40, reden sie sich ein, jünger zu sein als sie wirklich sind. Und so färben sie sich die Haare in aubergin oder pumuckelrot, schneiden sie kurz, tragen Dreiviertelhosen zu Lederimitatstiefeln mit Blockabsatz und treten nur im Rudel auf. Schlendern sie über den Weihnachtsmarkt wird ihr Outfit noch durch a.) eine Weihnachtsmannmütze mit blinkenden Sternen oder b.) nach dem neuesten Trend durch einen roten Cowboyhut mit künstlichen weissen Zöpfen ergänzt. Die Augen sind dazu passend mit blauem Kajal umrandet und fertig ist das allerletzte Zeichen für den Weltuntergang. Sollte ich so werden, verlange ich, sofort notgeschlachtet zu werden.

Advertisements

6 Kommentare zu “What will your daddy do, when he sees your Mama kissin‘ Santa Claus?

  1. Ha! Das sind genau die Frauen, die im Zug nach Hamburg saßen! Brrr!

  2. Weihnachtsmarkt gehört halt in die gleiche Kategorie „großartiger Volksfeste“ wie Stadtfest und Fasching (letzteres mit noch übleren Leuten), kann aber im Vergleich ein paar Pluspunkte für sich verbuchen:
    1. Es gibt mehr Süßkram.
    2. Man darf eher wieder gehen oder
    3. auch gleich ganz wegblieben.
    Damit insgesamt besuchbar.

  3. Mein Bruder hat eine spezielle Bezeichnung für solche Frauen, die mir aber jetzt leider entfallen ist. Jedenfalls ist es ein Klischee, das wir Arsch auf Eimer passt.

    Dein Bratapfelkäsekuchenrezept kam übrigens sehr gut an. Hab gestern die Familie damit gemästet.

  4. Ganz schlimm sind solche Frauen, wenn sie einem Kegelclub o.ä. angehören und noch das gleiche T-Shirt tragen. Aber, um für etwas Toleranz zu sprechen: Irgendwie muss vermutlich jeder das Kind in sich oder die pubertierende 14-jährige rauslassen…
    Ich mache das, indem ich für den kleinen Maulwurf schwärme und mir eine Blechhupe zum Geburtstag wünsche, die ich natürlich nicht vor meinem vierzigsten Geburtstag in der Öffentlichkeit (Weihnachtsmarkt oder Fußgängerzone) ausprobieren werde, sondern damit nur, wie sich das für ein richtiges Kind gehört, Freunde und Verwandte in den Wahnsinn treiben werde.

  5. Du sprichst mir aus der Seele. Wir waren gestern in Aachen auf dem Weihnachtsmarkt und was man da sieht und hört sollte verboten werden. Ich frage mich, ob ich früher eine andere Toleranzgrenze hatte, oder ob sowas mittlerweile immer schlimmer wird??? Wie gut, dass ich Karneval seit ein paar Jahren souverän verweigere. Wenn Weihnachtsmärkte schon so schlimm sind, möchte ich ehrlich gesagt gar nicht wissen wie sich diese Leute an Altweiber oder auf dem Rosenmontagszug benehmen… :o(

  6. Genau diese Leute hab ich tagtäglich zur Weihnachtsmarktzeit im Zug sitzen. Glücklicherweise ist stets laute Musik auf meinen Ohren, so dass ich nicht besonders viel davon mitbekomme. Erste Amtshandlung nach dem Hinsetzen: erstmal nen Sekt o.ä. trinken. Und natürlich wird die ganze Zeit gelabert, gelästert, gelacht. Letzteres recht schrill und unüberhörbar – ein Grund, warum ich Weihnachten hasse!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s