Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Hinter all diesen – Blogs

15 Kommentare

Ich hatte immer gehofft, ich würde nie in die Situation kommen, wo ich mich als Ulrike-die-Bloggerin rechtfertigen muss. Eigentlich muss ich es immer noch nicht, trotzdem ist heute ein Leser zu weit gegangen – und das kann und will ich nicht ignorieren.
Als mein Mailprogramm mich heute nachmittag über einen neuen Kommentar informierte, guckte ich schnell nach. Auch nach langem Geblogge freue ich mich immer noch über jeden Kommentar und jede Diskussion, jeden Meinungsaustausch, der hier stattfindet. Dies geschieht mit zwei Regeln, die ich für einen zivilisierten Gedankenaustausch unabdingbar halte:

1. Die Kommentare werden nicht anonym abgegeben. Das hat sich so eingespielt und das finde ich gut so. Auch wenn einige sich Phantasie-Namen geben, sind das doch immer welche, die zumindest mir sagen, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt.

2. Ein gewisses Niveau wird gehalten: keine Beschimpfungen, jeder wird für voll genommen, Respekt vor dem anderen.

Der Kommentar, den ich heute bekam, erfüllte keine dieser zwei Bedingungen. Er stand unter meinen Eintrag zum Traummann, der – wer hier mit Verstand liest – gerne mit einem Augenzwinkern gelesen werden darf; der Kommentar lautet:
„Du bist so hohl, du süße Brillenträgerin, daaas geeeeeeht gaaaaaaaaaaar nicht. Geh offline, tust der Welt nen Gefallen, Süße. Daaaaaaaaaanke.“

Ich habe nichts gegen Kritik – ansonsten würde ich meinen Blog nicht öffentlich machen. Ich habe aber massiv etwas gegen diese Art der Meinungsäußerung.

1. Wer mich anscheinend so „hohl“ findet, ist nicht gezwungen, meinen Blog zu lesen. Das steht jedem frei. Über das „Süße“ äußere ich mich erst gar nicht.

2. Der betroffene Eintrag ist auf Seite 2 des Blogs, meint: hier hat jemand mehr als einen Artikel gelesen – muss also doch irgendwie interessant gewesen sein. Die Bezeichnung „Brillenträgerin“ lässt ebenfalls darauf schließen – denn im Profil trage ich meine Brille nicht, wohl aber auf den Fotos mit Kesro.

3. Kritik sollte konstruktiv sein. „Du bist so hohl,“ ist keine konstruktive Kritik. Sie ist verletzend und ohne weitere Begründung. Wer so viel wie die betreffende Person gelesen hat, wird gemerkt haben, dass man meinen Blog mit schon erwähntem Augenzwinkern lesen sollte. Natürlich bin auch ich oft gemein, politisch unkorrekt – aber Texte über Macken meiner Freunde, lasse ich vorher autorisieren – oder „erlaube“ eine Gegendarstellung.

4. In der Sidebar findet sich meine Email-Adresse. Wer seine Kritik hier nicht los werden möchte, kann mir gerne eine Mail schicken – es gibt auch eine Antwort.

Nun habe ich mich doch gerechtfertigt, auch wenn ich es nicht wollte. Aber auch wenn mir gerade gesagt wurde, ich solle mich nicht aufregen: das tue ich. Feigheit ist eine Eigenschaft, die ich nicht schätze. Punkt 30 auf der Liste.

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15 Kommentare zu “Hinter all diesen – Blogs

  1. klingt nach einem viel zu jungen maedchen. erfahrungswerte…

    hab heute auch sowas aehnliches gehoert, von menschen, welche es eigentlich nich noetig haetten.

    da muss man wohl mit leben…

  2. da ich selber in der situation war, bleibe ich dabei: nicht aufregen.
    diese feigheiten sind einfach erbärmlich. wir begeben uns in eine gewisse „öffentlichkeit“, aber wie bei jeder zeitung steht es einem frei, diese zu kaufen/lesen.
    meine maxime: keine zensur keines eintrages – solange sie nicht anonym ist. ich – und du auch – mögen diskussion und sind kritikfähig, aber nur mit einem gegenüber das nicht anonym ist.
    warum die leute meinen, dass sie einen verletzen wollen und dann nicht die eier haben zu sagen wer sie sind…. naja.
    schade ist nur, dass menschen die wie du einen kreativen output haben durch solche geschichten gebremst und verunsichert werden. zum kotzen.

  3. Im Netz ist es so leicht, sich über jemanden lustig zu machen oder jemanden grundlos zu verletzen. Einige tun sogar gerne. Keine Bange! Und guter Eintrag dagegen. Solange deine Leser wissen, wie du es—dein Blog, deine kleine Blogwelt—gerne hättest, macht keiner sich Sorgen um die albernen Kommentare. Du hast hauptsächlich eine intelligente, sympathische Leserschaft (nicht vergessen—auch oft ganz spaßig!). Sie kann sehr leicht solche Dummheiten wie dieser Kommentar übersehen.

  4. es ist immer so einfach, jemandem anonym eins vor den bug zu knallen.

    ist mir auch schon mehrmals passiert. man weiß es zwar besser, ärgert sich aber trotzdem darüber. und genau darüber ärgert man sich dann gleich noch viel mehr.

    es ist armselig, ohne frage. gerade und vor allem dann, wenn man ahnt, aus welcher richtung derartige kommentare kommen.

    irgendwann wirst du drüber lachen können. glaub mir.

    (bis dahin lach einfach darüber, dass ich die wilden buchstaben nie beim ersten anlauf richtig lese9

  5. vielleicht sollte man eine art „nutzungsbedingung“ schaffen. eine art moralischer codex. natürlich wäre der völlig freiwillig und nicht zu kontrollieren, aber es wäre ein zeichen.
    vielleicht mit punkten wie:
    – eine email adresse ist minimaler anspruch um kommentare zu posten und auf der anderen seite lassen wir jeden kommentar drin, der sich zu erkennen gibt und rückverfolgbar ist.
    schwachsinn vielleicht, aber damit hätten wir unsere „regeln“ klar definiert und könnten uns (allen?) solche einträge leichter machen, weil wir vorher klare regeln aufgestellt haben.
    hmmmm.

  6. Don’t feed the trolls

    Über Motive solcher Subjekte nachzudenken ist verlorene Zeit.

    Gelesen, gelacht, F8 (war vor Windows beim Norton Commander die Löschtaste).

  7. dumme menschen gibts ueberall. im netz genauso wie in der realität. aber wenn einem leute das ins gesicht sagen, dann hat das wenigstens noch halbwegs charakter…

    ps: ich habe internet *juhu*
    aber nur im badezimmer *tjaaa*

    gruesse to_india

  8. Noch ein Plural: Die Hohle – Die Höhle (oder?)

  9. Manche Leute sind einfach zu dumm, um Ironie zu verstehen!
    Lass dich von sowas nicht unter kriegen.
    Wer solche Kommentare schreibt ist selbst hohl! :o)

  10. ich stimme supersonic zu: eigentlich müsste man sowas wie goldene regeln aufstellen… vielleicht sollten wir das als kleines blogosphäre-projekt ins leben rufen.

    ich danke aber allen für den zuspruch. vielleicht habe ich mich gestern etwas zu sehr aufgeregt, aber wer fieber bekommt und dann noch sowas lesen darf, ist irgendwann echt bedient.
    und werde mir die größte mühe geben, meinen „kreativen output“ nicht zu verlieren.

  11. Ich sach nur, jeder Idiot, der einen für ’nen Idioten hält, ist eine Bestätigung, dass man keiner ist! 🙂

  12. Ich kenn das. Man ärgert sich über so einen sinnfreien Kommentar und gleichzeitig ärgert man sich darüber, dass es einen nicht kalt lässt, wie es sollte.
    Du steckst hier eine Menge Herz rein und ich finds klasse 🙂

    Und die „goldenen Regeln“ find ich gut. Auch wenn sowas eigentlich nicht nötig sein sollte, weil es zum guten Ton gehört.

  13. Liebe Ulrike,
    aaaaahhhhh…, ich liebe deine Einträge! Noch immer! Und wie du mit diesem dummen Kommentar umgehst, großartig!
    Ich verstehe nicht…, hab nie verstanden warum Leute solch einen Mist schreiben, warum deren Feigheit sie KommentarMUTIG macht…
    Wer weiß wo die Probleme dieser Person liegen?
    Dein Blog ist einer von denen die man einfach einsaugt, Wort für Wort!
    Danke dafür!!!
    dein Tröpfchen

  14. ich stelle gerade fest, dass die email-adresse in deiner sidebar nicht die adresse ist, an die ich vor ca. 2 wochen meine mail an dich geschickt habe, ulrike. ist sie denn trotzdem angekommen? welche mail-adresse ist dir denn zukünftig lieber?

  15. Möchtest du sie denn verklagen? 😉

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