Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Gestotter II

10 Kommentare

Mein glottal gesprochenes „T“ lässt mir keine Ruhe. Heute nachmittag machten Tinchen und ich eine schöne Radtour an der Hunte entlang und diskutierten über dieses Phänomen: Femke (auch aus Leer) spricht das „T“ ganz normal, C. (Emden) spricht es nur zum Teil glottal. Nachdem ich gefühlt alle Worte mit „T“ einmal durchgesprochen hatte, stellten wir fest, dass es vor allem bei Worten schief läuft, bei denen kurz nach dem „T“ ein „L“ folgt: Trottel, Viertel, Drittel, das englische glottal und so weiter. Seitdem achte ich permanent darauf, es auch ja richtig zu machen, was mir nach Tinchens Meinung nicht gelingt und meiner Zunge auch schon einen ordentlichen Muskelkater beschert hat. Habe also mal die beiden Worte „Trottel“ und „Viertel“ gesprochen und hoffe, dass es nun auch so klingt, wie es bei mir immer klingt: und nicht durch meinen Muskelkater verzerrt wurde.
Wir haben übrigens auch eine Erklärung dafür: Ostfriesen sind nicht faul, aber sie bewegen beim Sprechen den Mund/Kiefer nicht allzuviel; ein glottales „T“ verlangt nicht sehr viel Kieferbewegung. Der glottale Laut ist im Plattdeutschen recht verbreitet: mein Vater spricht auch heute nur plattdeutsch mit uns, meine Mutter hat zwar hochdeutsch gesprochen, aber eigentlich auch nur, damit wir es lernen – mit meinem Vater hat sie auch plattdeutsch gesprochen. Also nix mit „I´m sexy, because I´m bilingual“, sondern „ich habe einen Sprachfehler, denn ich bin zweisprachig aufgewachsen.“ Ich kann also meinen Eltern die Schuld geben, bei denen ich es mir einfach falsch abgehört habe! (Auch wenn ich es natürlich toll finde, dass Tinchen nun so viel zu lachen hat, Kesro sich freut und Senor Juan ein erneutes Telephongespräch mit mir kaum erwarten kann).

Ich entschuldige mich für den frechen Satz, den ich spreche. Aber findet mal einen Satz mit Trottel und Viertel! Das kann nur unfreundlich sein.

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10 Kommentare zu “Gestotter II

  1. hört sich doch ganz normal an, der trottel um viertel. ich kann da keine ähnlichkeit mit einer englischen aussprache erkennen. aber vielleicht bin ich auch zu sehr auf AE geeicht.

  2. Ich finde das auch normal.
    Ich bin aber ja auch teilweise durch Leute aus dem plattdeutschen Sprachraum geprägt. Vielleicht ist es mir deshalb auch so vertraut, dass ich es nicht bemerke.
    Mach dir nicht so viele Gedanken darüber. Du hast eine sehr nette Stimme.

  3. Ach DAS ist der glottal stop. Konnte mir das bisher gar nicht so recht vorstellen – hat wirklich etwas von Cockney.
    Interessant, daß die Ostfriesen das so aussprechen; bei den Hamburgern, wie mein Papa einer ist, klingt das T eher weich, fast amerikanisch – ich hab‘ also, wenn man’s recht bedenkt, von beiden Seiten kein richtiges T gelernt. Ich Troddel!

  4. Kein Wunder, dass mir das noch nie so aufgefallen ist. So dramatisch ist das ja gar nicht. Hört sich ein bisschen an als ob du das t verschluckst (was ja von der artikulationsstelle her auch irgendwie eine passende beschreibung ist) aber man versteht dich gut und hindert dich an nichts. Also warum die Gedanken?

  5. Ich empfinde es auch nicht im geringsten als schlimm oder auffällig. was mich nur schockiert hat: mehrere menschen haben mich unabhängig voneinander darauf angesprochen. werde nun gleich bei der arbeit fleissig das „t“-an-den-schneidezähnen gesprochen üben!

  6. Also ich find es nach wie vor markant und charmant gleichermaßen 🙂

  7. „Acht Viertel-Trottel sind halb so viel wie vier Volltrottel – egal ob sie in einem Viertel wohnen oder net.“

    Musste 10x hinhören, hatte auf einen wesentlich spektakuläreren Sprechfehler gehofft – ja, ich bin ein schadenfroher Trottl 🙂

    Pluralform des Tages: Trottelviertel – Die Viertel aller Trottel 🙂

  8. auf der suche nach musikalisch gleichgesinnten praktikanten hab ich gerade jemanden kennengelernt, der dich kennt. ihr wart auf der gleichen Schule, und eine deiner besten Freundinnnen ist die Schwester eines seiner besten Freunde – weisst wen ich meine?
    stelle mal wieder fest, dass die welt ein dorf ist 🙂

    nur ist es blogfremden menschen immer schwer zu erklären woher wir uns kennen. „ich kenne sie ursprünglich von ihrem blog“ – „blog?“ – „ja. da schreibt man so … äh. dinge“. fragezeichen im gesicht sind vorprogrammiert.

  9. Ich fand das auch alles ganz normal und sage jetzt hier die ganze Zeit „Trottel“, um herauszufinden, ob ich vielleicht genauso spreche.

    Viel markanter und ostfriesentypischer fand ich da schon das „daaaaaaaaaagewesen“.

    Naja. Sei´s drum.

  10. Aaaah. Aber „guten Abend“ erstmal.
    Hab mich grad irgendwie bei dir „festgelesen“… und denke jetz stark ueber meine Studienwahl nach. Als (Pseudo-?)Anglistin sollte man doch den Unterschied kennen, oder?
    o.O Wuensche noch einen schoenen Abend in der neuen Bude!
    *k i t*

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