Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Welten

2 Kommentare

Das Leben kann so grausam sein.

………. Heute morgen hatte ich mit einem mir in letzter Zeit sehr wichtig gewordenem Menschen noch von der Zukunft geträumt, die um einiges sympathischer war als die Gegenwart: darin kamen ein Büro mit Hafenblick, ein Bademantel, Morgenkaffee am Meer, alle wichtigen Menschen auf einem wundervollen Stück Land (keine Blender!) und absolutes Angekommensein vor.

………. Ich verlasse das Haus, den Kopf voller Dinge, die längst erledigt sein müssten, es regnet, es ist ungemütlich; in der Uni ist es viel zu laut, bei der Arbeit gibt es zu viel Weihnachtsdeko (wir haben September, verdamminochmal!), die Kunden sind zu anstrengend.

Diese Zukunftspläne voller Hoffnung, Erwartung und Angekommensein sind wundervoll, ja: phantastisch. Man versetzt sich in Szenen hinein, die für einen die Verdinglichung von Glück sind – von so viel Glück, dass man das Gefühl hat: wenn es erst so weit ist, renne man nur noch mit einem grenzdebilem Grinsen durch die Gegend und umarme jeden! Danach ist man auf einem Hoch, man ist positiv, man lächelt – dann geht man raus und die reale Welt holt einen ein. Das ist dann wie ein Kater, nach einer durchgesoffenen Nacht oder wie ein aus dem warmen Bett auf den kalten Boden fallen*. Auf jeden Fall furchtbar. Denn das Gefühl, dass man vorher noch hatte, schwindet so langsam, man wird hoffnungslos und sehr schlecht gelaunt**.
Warum kann ich jetzt nicht sehen, wo ich in zehn Jahren bin? Warum kann mir niemand sagen, ob wir in zehn Jahren wirklich an dem Ort sitzen und über unsere Zukunftsängste von heute lachen? Ob der Prinz im schwarzen Vanquish vorbeikommt oder ob er die Einfahrt verpasst? Ob Borussia Dortmund dieses Jahr doch noch Meister wird? Ob Werder am Mittwoch das Spiel gewinnt? Ob wir ein Büro mit Blick auf das Wasser haben werden? Oder eine kleine Wohnung, in der wir arbeitslos die ganze Zeit „Avenzio“ und „Frauentausch“ gucken? Eigentlich ist Leben ja spannend, aber manchmal einfach nervenaufreibend.

*nicht, dass ich oft aus dem Bett falle. Aber einmal hatte ich das. Und ich fand es furchtbar.
** noch dadurch verstärkt, dass ich gerade mein Glas Wein gen Mund führte und die dort drin gestorbene Mücke konsumierte… bah!

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2 Kommentare zu “Welten

  1. Das Leben ist so anders, als wir es uns vorgestellt haben. Und die ganze Zeit stellt man sich die Zukunft vor, natürlich rosig. Und dann ist man doch enttäuscht. Meine Devise: aufhören, sich die Zukunft auszumalen und zu erträumen, dann können wir nicht enttäuscht werden.
    Das Leben ist anders, als wir dachten. Eine traurige Erkenntnis für mich.
    Liebste Grüße!

  2. Ich sollte tatsächlich eine große Portion inneren Sonnenschein mit nach Oldenburg bringen… 🙂

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