Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Held(en)

21 Kommentare

Also ich. Eine Heldin. Wobei sich das noch zeigen muss. Ich war immer die Verfechterin des Alleine-Wohnens, ich habe es gehasst, mit meiner ganzen Familie unter einem Dach zu wohnen, vor dem Badezimmer warten zu müssen und aufzuwachen, sobald einer der anderen aufsteht und meinte, Lärm machen zu müssen.
Über sechs Jahre habe ich nun alleine gelebt und wage nun den großen Schritt und gründe mit einem mir sehr lieben Freund eine WG. Trotz riesiger Nachfrage nach Wohnungen in Oldenburg haben wir gestern die Zusage für eine unglaublich tolle Wohnung bekommen, die genau zwischen Innenstadt und Uni gelegen ist, in der Nähe eines kleinen Waldes liegt, gerade saniert wird und einen für meine Macken unglaublichen Vorteil hat: ich sage nur: neues Badezimmer. Und was noch viel toller ist: das Tinchen gleich gegenüber, mit genug Lungenvolumen kann ich von meinem Arbeitszimmer mit ihr in der Küche ihrer Wohnung kommunizieren – wir wünschen uns aber Walkie Talkies „Ulle an Tinchen, Ulle an Tinchen“.
So sehr ich mich auch freue und im Geiste schon meine Zimmer einrichte (es sind zwei. Die Wohnung hat drei Zimmer: zwei kleine und ein großes. Ich bekomme die beiden kleinen. Yuhu! Ein Arbeitszimmer!! Das ist so intellektuell!), ich habe trotzdem ein wenig Angst: Ich bin ein Morgenmuffel, ich werfe morgens bei schlechter Laune auch mal mit einem Becher, ich bin schnell von Leuten angenervt und manchmal bin ich einfach der unkommunikativste Mensch der Welt. Nachher mag mein zukünftiger Mitbewohner mich schon nach einer Woche nicht mehr und ich habe einen Freund verloren? Und eine Wohnung? Und nur Stress?
Aber eigentlich überweigt die Freude: endlich ist jemand da, wenn ich abends nach Hause komme (nicht immer, aber manchmal), wir müssen nicht mehr mühsam und krampfig unsere Zeit zusammen kratzen, um mal gemeinsam einen Kaffee trinken zu können: das machen wir jetzt, wenn wir beide Zuhause sind. Meine legendäre Verletzungsanfälligkeit (irgendwo ist ein Messer: ich renne rein) ist nun gut aufgehoben: er kann Blut sehen, er ist angehender Krankenpfleger und kann somit fleissig Verbände üben. Seine Fische und meine Katze können Streitigkeiten stellvertretend austragen und zur Not machen wir alle Türen zu und gucken, welche Anlage man weiter aufdrehen kann (seine, meine ist kaputt).

An die stylishen unter euch: Eine Wand in dunkelrot oder lieber in einem warmen grauton?

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21 Kommentare zu “Held(en)

  1. mutig, mutig 😉

    also ich kanns mir bisher nicht vorstellen mit jemand anderem zusamen zu wohnen und gerade der badezimmer-faktor wäre da ausschlaggebend *g*.

    zu den farben. meine eltern haben ihr schlafzimmer mit einer roten wand und dem rest in einem grauton. sieht echt schick aus 😉

  2. wg-leben ist toll! man kann einfach grey’s anatomy o.ä. zusammenschauen, fein kochen oder einfach mal seinen frust ablassen (nicht im negativen natürlich) wenn man nach hause kommt. und dass du morgens eben nicht redest sagste dem einfach mal, dann ist der auch nicht verwundert/sauer und außerdem kann man ja auch in wgs mal die tür zu machen wenn man seine ruhe haben will. ich glaube, du wirst es mögen 🙂

  3. ach ja, ich wollte noch herzlich für meinen „award“ danken 🙂 kann ihn leider nicht weiterverleihen weil ich außer dir und kesro keine (aktiven) mädelsblogger verfolge. oder aber ich verleihe euch beiden den einfach auch noch mal 😉

  4. das wichtigste in einer wg ist die tür – die man zumachen kann oder die offen steht. der rest findet sich!

    und ich würde die wand rot streichen, allerdings nicht das ganze zimmer. ich habe in meiner wohnküche die hälfte rot und es ist klasse. gibt energie und hilft beim wohlfühlen…

    und der award sieht da wirklich sehr schön aus 🙂

  5. Ebenfalls danke für den Award! 🙂
    Ich kann ihn auch nur an euch wieder zurück- bzw. weiterverleihen. Aber der Button alarmiert mein Mediengestaltungs-Auge! 😉 Hab auch das Original schon gefunden, irgendwie ist er so krisselig geworden auf dem Weg.

    Und die Wand? Dunkelrot!

  6. das klingt fantastisch und freut mich riesig, liebe ulrike. ich wusste auch nicht so recht, ob das zusammenleben mit einem anderen menschen klappt oder nicht und ich bereue es zu keinem einzigen tag. ihr werdet eine menge spass haben, da bin ich mir ganz ganz sicher. und was die wandfarbe angeht: orange. unbedingt!

  7. mmh, danke für die tipps. vielleicht mache ich dann das schlafzimmer mit einer dunkelroten wand und das arbeitszimmer mit einer schönen grauen… oder umgekehrt??? aaah!

  8. Ein großer Schritt!
    Ich habe lernen müssen, daß das WG-Leben für mich völlig unpraktikabel ist und dabei eine „Freundin“ verloren; seitdem bin ich glücklich alleinlebend, mit eigenem Arbeitszimmer (ein Arbeitszimmer ist wirklich was sehr feines!).
    Der Badezimmerfaktor ist nicht zu unterschätzen, besonders morgens, wenn frau es ohnehin eilig hat.

    Aber wer sagt, daß es nicht funktionieren kann? Ich denke, mit einer WG ist es wie mit einer Beziehung:
    „Hallo kaltes Wasser, macht es Dir was aus, wenn ich in Dich reinspringe?“

    Und ich bin generell immer für dunkelrot. Aber im Schlafzimmer? Hmmm … Für die Küche ist es unschlagbar!

  9. Ach was, das wird sicher klasse 🙂
    Man sollte nur vorher auf jeden Fall mal alleine gewohnt haben. Das hilft ungemein.
    Außerdem sollte jeder gute Student doch einmal eine WG mitgemacht haben oder? Ich werd mir jetzt vielleicht auch eine suchen.
    Finds aber viel schöner mit einen/er Freund/in zusammenzuziehen. Auch wenn das sehr belastend sein kann (Siehe Herr Hufländer.. 😉 )

  10. Hattest Du mir nicht gestern gerade gesagt, dass Du über den Blog keine Meinungsbildung betreiben willst … und nun so eine wichtige Frage, wie die Farbe der Schlafzimmerwand…?
    Dass ich euch beiden von Herzen Glück für das Zusammenleben in der Wohnung wünsche, weißt Du ja, dass es doof ist, dass Du jetzt weiter weg wohnst, weißt Du auch…

  11. Da ihr beide wohl kooperativ seid und ich gehe mal von beidseitigem Verständnis über die Macken des anderen aus, dürfte das doch alles kein Problem mit der WG sein. freu dich drauf . Neues Zimmer, Arbeit und Wohnen getrennt und einen Kaffeetrinkpartner. Das ist viel wert. Besonders letzteres, am Nachmittag mit Keksen und ner Menge Quatschstoff. Das wird sicher.

    Und eindeutig rot! Kann grau warm sein? Ins Arbeitszimmer sollte vielleicht irgendwas beruhigendes, was nicht so ablenkt?! Oder arbeitest du lieber unter Aggressionen? 😉
    Wie wäre es auch mit Streifen, Quadraten oder ähnlichem? Hört sich kompliziert an, geht aber schnell. Verschieden breite rote Streifen? Oder abwechselnd rot und grau? Soviele Möglichkeiten!

    Und zum Schluss: Ich bin gerührt über den Award! Meine erste Auszeichnung! Einrahmen und aufhängen 🙂

  12. Eine WG ist immer ein Arrangement auf Zeit – früher oder später, spätestens mit dem Ende des Studiums, werden ja die Karten neu geteilt, dann verlässt einer die WG und macht was ganz anderes. Bis dahin kann es aber eine großartige Zeit werden. Und ob man in der WG zurechtkommt wird sich zeigen, das kann man vorher nicht wissen.

    Der Morgenmuffel in Dir – he, Dein guter Freund wird auch seine Schattenseiten haben, aber da kommt ihr schon zurecht!

    Viel Spass!

  13. allie, musstest du das absolute antibeispiel für jede wg-gründung nennen?
    ich werde hier alle über wg-streitigkeiten auf dem laufenden halten, natürlich fotos online stellen und wer möchte, ist natürlich dann zur einweihungsparty eingeladen, um zu sehen, wie meine katze seinen fischen den garaus macht.

    achja: wir nehmen wahrscheinlich grau für die küche und ich die farbe „schlamm“ im schlafzimmer. arbeitszimmer bekommt eine dunkelrote wand – damit ich mich da wohl fühle, wo ich die nächsten vier jahre mit magisterarbeit und diss verbringen werde.

  14. wie genau muss man sich denn „schlammfarben“ vorstellen? 😉

    auf diesem wege übrigens auch vielen dank für den „award“ ;D

    lg, to_india

    ps: das übernachtungsangebot in meinem bescheidenen yorker zuhause steht. also wenn dich der wg-koller packen sollte, kannst du auch gern einfach mal vorbeischauen! ^^

  15. schlammfarben ist grau mit einem ganz leichten grünstich, ähnlich zu dem, was sich einige ins gesicht schmieren, um zu retten, was zu retten ist.

    (ich bekomme hier eine ganze menge kaution zurück und bin wirklich am überlegen, dies in einem wochenende york anzulegen… wir dürfen gespannt sein!)

  16. Jemand schmiert sich grau mit einem Grünstich ins Gesicht???

  17. diese gesichtsmasken, die gerade in amerikanischen serien und filmen auftauchen… wie heissen die denn nochmal?

  18. also wir haben eine dunkelrote wand im esszimmer, irgendwas hellbeiges im gäste-wc und dann noch knallorange im flur. bunt, aber schick.

    ich könnte mal die gesichtsmaskenfarbe für die küche vorschlagen.

  19. Achsooo, ja hatte ich auch mal, gibt’s bei DM. Aber das war eklig, als die auf dem Gesicht getrocknet ist.

  20. haha, ich dachte du meinst tarnfarbe! aber verstanden.. ist das denn gemütlich? ich würde das schlafzimmer mit einer sattroten wand machen und das arbeitszimmer sonnengelb, das ist nämlich sehr nett und hell und freundlich und macht direkt wohlfühlatmosphäre und gute laune – sehr förderlich beim arbeiten! mach ma fotos wenn du fertig hast 🙂

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