Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Thank you for the….

12 Kommentare

Gestern, am Hafen sitzend, ein Bier trinkend und die Prae-HerbstLuft geniessend, schockierte ich meine Begleitung dadurch, dass ich einen seligen Gesichtsausdruck bekam, als ein Lied einer Sängerin lief, das ich mehr als gerne mag, welches aber anscheinend nicht musical correct ist: „From a distance“ von Bette Midler; als danach von ihr auch noch „Wind beneath my wings„* kam, war ich schier ausser mir vor Freude!! Als ich jedoch erneut in das Gesicht von Henning guckte, war mir klar: ich hatte einen Menschen mehr als geschockt. Aber wie kann man widerstehen, wenn Mrs Midler herzerweichend fragt „Did you ever know that you’re my hero, and everything I would like to be?“ und wen überkommt nicht ein schwermütiges Gefühl, wenn sie singt „From a distance we all have enough, and no one is in need. And there are no guns, no bombs, and no disease, no hungry mouths to feed.“**?
Hat nicht jeder ein paar „Ausfälle“ was den Musikgeschmack betrifft? Oder zumindest ein paar Lieblingslieder, die einem niemand zutraut? Wenn ich von ABBA „The Winner takes it all“ höre, steigen mir oft die Tränen in die Augen. Liebeskummer begleitet von „The winner takes it all, the loser standing small, beside the victory – thats her destiny“ ist einfach passend. Ein weiteres dunkles Geheimnis: Bonnie Tyler „Total eclipse of the heart“ in der 6:59h-Version; natürlich nicht zu empfehlen, wenn man nachts alleine Auto fährt (wer „Düstere Legenden“ gesehen hat, weiss, was ich meine. Ich sage nur: Kopf ab), aber in diesen ganz melodramatischen Momenten, die man alleine mit Katze und Rotwein bei Kerzenschein auf dem Sofa verbringt, ist das „And I need you now tonight, and I need you more than ever, and if you’ll only hold me tight: we’ll be holding on forever. And we’ll only be making it right cause we’ll never be wrong together“ genau das, was einen endgültig in eine glücklichmachende, weil so herrlich selbstbemitleidende, Verzweiflung treibt.

* Übrigens aus dem Film „Beaches“ – wer mal so richtig weinen möchte: angucken! Ein wundervoller Film über wahre Freundschaft.
** Am 07. Oktober 2001 saßen Femke und ich im Auto, heimkommend von einem Kurztrip auf die Insel, als im Radio berichtet wurde, die USA seien nach Afghanistan einmarschiert; im Anschluss an diese Meldung kam eben „From a distance“. Ja, das überschreitet jede Pathos-Toleranzgrenze, aber gerade deswegen vergisst man es eher schwer.

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12 Kommentare zu “Thank you for the….

  1. Ich gelobe Besserung im Toleranzbereich und wirklich geschockt hast Du mich ja auch nicht, liebe Frau Bertus – außerdem gehöre ich ja, wie Du weißt, zu den wenigen Männern, die „Take a chance on me“ auswendig können…

  2. Ich sach nur Against all odds. Und zwar von Mariah Carey! 😉

  3. Was denn, Bonnie Tyler geht nicht? Schade schade. Bei dem Lied muss ich aber immer an den Film Banditen (glaub ich) mit Herrn Willis denken, da kommt das auch vor. Ich gebe zu, Düstere Legenden kenne ich gar nicht.

    Wurde neulich mal bei Queen blöd angeguckt. „Was denn, DAS gefällt Dir?“ Tststs… in was für einer Welt leben wir…

  4. aber queen ist doch gut – schliesslich ist das kunst! wobei ich ja bei maria carey nun auch schwer schlucken musste…

  5. Das darf man aber nicht falsch verstehen. Ich find‘ Mariah Carey total scheiße! Aber gegen den Gefühlsschwall, den das Lied auslöst, kann ich mich schlecht wehren.

  6. also, ich habe da auch noch was zu bieten. „über sieben brücken musst du gehn“ von peter maffay. ich kann nur den refrain mitsingen, den rest des textes habe ich nicht genau im kopf.

    was musikgeschmack allgemein anbelangt: jedem das seine. jeder findet doch etwas toll, das mindestens ein anderer total blöd findet. geschmäcker sind halt verschieden und manchmal schwierig nachzuvollziehen.

  7. okay, dann beichte ich hier: wenn ich von kelly clarkson „one moment like this“ höre, werde ich auch immer etwas rührselig. das hatte ich wohlweisslich unterschlagen…

    „über sieben brücken musst du gehen“ – das konnte ich auswendig; und wird heute schliesslich ab und zu im stadion gesungen, da kann es nicht allzu schlecht sein.

  8. Ach… Because of you lässt mich auch nicht so völlig kalt. Mann, hier werden ja Sachen rausgehauen! 😉

  9. Sarah McLachlan – When She Loved Me lässt meine Gefühle jedesmal Achterbahn fahren. Da ist irgendwie alles drin, hoffnung, schöne erinnerungen, schlechte erinnerungen, glück, trauer,… immer nur für ein paar momente bis es wieder wechselt.
    traumhaft schön.

  10. „Because of you“ habe ich auch eine Zeit ständig gehört. Weiss gar nicht, warum. Warum hat man manchmal solch eine Schwäche für Musik, die man sonst nicht einmal mit Ohropax erträgt?

  11. hehe
    ich sehe kelly clarkson ist hier sehr beliebt.
    ich habe stundenlang „breakaway“ gehört nachdem ich das nachts bei viva gesehen hatte 😉
    und bonnie tyler ist ja wohl selbstverständlich
    🙂

  12. bei kelly clarkson muss ich immer lachend an hochdramatische ich-pack-mir-ans-herz interpretationen gemeinsam mit dem ex-cdp denken 🙂 aber witzig, ich hab gestern im auto ne alte kassette entdeckt und da waren so sachen drauf wie roxette – spending my time. und zu bonnie tyler hab ich übrigens auch ziemlich schmerzhafte erinnerungen. ich mag sowas, selbst wenn die lieder vielleicht schlecht sind.

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