Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Erst in die Hölle und dann….

5 Kommentare

Nunja. Eigentlich genau andersherum. Erst zu IKEA und dann in die Hölle (Kettcar werden es mir verzeihen?!). Andere alternative Titel heute wären gewesen:

  • wie ich lernte, das Erwachsen-sein zu lieben.
  • Barfuß und nackt (herrlich reisserisch!)
  • when i was young
  • Der Geist der Jugend oder: ein Kindermärchen
  • Aber von vorne. Heute mittag beschlossen wir beim mensen – das Essen war fade, die Welt trist und immer trister werdend – spontan zum IKEA nach Bremen zu fahren. Knappe 90 Minuten mit dem Zug, das kann man an seinem letzten Ferientag ja auch mal locker machen. So bestiegen Ronja und ich den Zug und ahnten noch nichts von der Krise, die – vor allem auf mich – warten sollte. Mal ehrlich: ab wann ist man erwachsen? Ich stand vor einem wunderschönen Kissen in braun und überlegte, wie herrlich es doch zu meinem weissen Sofa passen würde. Schon da wurde klar: das sind Farben von erwachsenen Menschen; kein Hippiemuster mehr, keine indischen Kringel und keine pinken Fellkissen mehr! Nein: puristisch braun mit weiss. Kissen wieder weggelegt. Weiter gegangen. Vor den Bilderrahmen… Ratet welche Farben meine neuen Rahmen mit Bildern haben? Genau! Weiss und braun. Umgedreht, gleich das Kissen dazu geholt. Zudem wird nun meine Wohnung ausgemistet, denn zu braun und weiss passt kein Chaos – nun gibt es nur noch alles schick, ordentlich, erwachsen. Innerhalb von 45 Minuten fühlte ich mich aus meiner Kinderwelt herausgerissen (jaja, ich weiss, dass ich dieses Jahr ja auch schon 26 werde). Bitte, bitte, kann mir irgendjemand sagen, dass ich paranoid bin? Danke!

    Der Rest soll nur eine kurze Auflistung sein, der Herr liest nicht so gerne lange Texte.

  • gesucht wurde im IKEA:“… die kleine Katrin. Sie trägt keine Socken und einen roten Pullover.“
  • Vor uns an der Kasse das hässlichste Kind der Welt. Pendant möglicherweise zu Katrin. Er trug zu seinem Pullover nur eine Strumpfhose.
  • Im Zug zurück: Frau Anfang 40 setzt sich zu uns, quatscht zwei ahnungslose junge Männer (den einen kannte ich auch noch! Armer Kerl!) an und beginnt zu singen. Nicht leise, nicht einmal etwas zurückhaltend. Richtig laut. Dazu sprang sie im Sitz rauf und runter, der dazu unangenehm rythmisch quietschte. Mein Blick auf die Uhr zeigte: sie sang ganze neun Minuten – und es reimte sich alles. Danach ging sie.
  • Die Zugtoilette war ständig besetzt. Irgendwann wurde diese von einer Frau mittleren Alters verlassen: fettige Haare, abgewetztes T-Shirt, Trainingshose. Stellt sich neben uns, legt ihre Hand auf den Bauch und ächzt:“In der Türkei mache ich nie wieder Urlaub.“
  • Was soll an solch einem Tag noch passieren?

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    5 Kommentare zu “Erst in die Hölle und dann….

    1. haha!

      ich habe gerade die unsterbliche lyrik der jahrtausende gelesen und mich gelangweilt. ich weiss nicht, woran es liegt; vielleicht am wetter.
      aber das nur am rande

    2. In der Kurzfassung klingt es gar nicht mehr so bizarr…Könnte daran liegen, dass du den Text dieses wunderschönen Liedes verheimlichst!

    3. Ich bekomme den Text des Liedes leider nicht mehr zusammen. Im Gedächtnis sind der Ausgangpunkt des Liedes: Oldenburg, und zwei Begriffe: Schmetterling und Arsch.

    4. ich habe gelesen.

      war angemessen lang. aber wie kommst du darauf, dass ich, wenn er länger gewesen wäre, nicht …?

      was habe ich wann dazu wie wo gesagt?

    5. Irgendwann in der Cafete:
      Ich:„Das musst Du doch im Eintrag gelesen haben.“
      Herr Knurrunkulus:„Nein, das war so lang.“
      Ich:„Wie? Zu lang?“
      Herr Knurrunkulus:„Oder hast Du etwa den Eintrag xyz von mir gelesen?“
      Ich:„Nee, der war so lang.“
      Herr Knurrunkulus:„Siehste!!!“

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