Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Es tut mir leid, ich bin für diese Dinge einfach nicht gemacht!

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Nachdem ich mich um den heiligen Abend schon erfolgreich gedrückt und ihn alleine mit meiner Katze auf meinem Sofa – ein spannendes Buch in der Hand und selbstgemachte Pralinen vom Lieblings-Wiwi im Mund – verbracht hatte, gab es heute kein Entrinnen: Weihnachten mit der Familie; morgens meine Mutter, nachmittags mein Vater – das harte Los eines Scheidungskindes. Überraschenderweise gab es keine wirklichen Ausfälle, die mich – wie sonst gerne – völlig aus der Bahn werfen. Keine wütenden Anfälle wegen meiner Stiefschwester, mit der ich irgendwie nicht auf einer Wellenlänge liege, keinen Streit mit meinem Vater (und das soll was heissen!). Nur das Gefühl, das mir sagt „Es tut mir leid, ich bin für diese Dinge einfach nicht gemacht.“ Irgendwie gehöre ich nicht wirklich zu meiner Familie – oder zumindest habe ich nicht das Gefühl (wobei meine Brüder hier einen absoluten Sonderstatus einnehmen: denn die beiden sind echt alles!), dass ich dazu gehöre. Und ich möchte nicht undankbar erscheinen, aber: ich glaube/ahne/sonstwas, dass meine Eltern nicht im geringsten wissen, wer ich bin. Oder erwarte ich zuviel? Dass sie mich nur angucken und wissen, wie ich mich fühle, was meine Sorgen sind, wie sie bei mir sein können? Freud würde sich sicherlich genüsslich die Hände reiben.
Aber ein absolutes Tophighlight heute, welches keinstenfalls unbeachtet gelassen werden sollte: da mein Outfit, das ich heute anziehen wollte, irgendwie nicht aussah, stand ich verzweifelt vor meinem Kleiderschrank und suchte nach einem Styling-Ausweg. Mein Blick fiel auf einen Rock, den ich seit fast zwei Jahren nicht mehr angezogen hatte – zu eng. Heute morgen nun nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und schlüpfte hinein – was soll ich sagen? Er passte wieder. Besser als je zuvor.
Manchmal sind Mädchenprobleme eben doch schnell lösbar und ein passender Rock kann einen den ganzen Tag entzücken!

*Du hast nie gefragt, darum hab ich nie was gesagt.
Für manche Dinge gibt es keine Worte, dafür gibt es Bücher oder Taschentücher.
Unsere kleine Welt, die immer gleichen Alltagsplagen.*

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