Die Eskapistin

Ich leide unter post-adoleszenter Bettverlustangst

Do the Limbo-Dance

6 Kommentare

Mir fiel heute auf, dass ich nun schon seit ca zwei Wochen mit derselben Playlist im Ohr rumlaufe. Meint: Momentan höre ich nur eine von mir zusammengestellte Liste, wenn ich unterwegs bin. Name: „Was ich gerne selbst singen könnte.“ Dazu gebe ich nun also auch noch folgende Information preis: Ich kann nicht singen. Ich konnte mal, aber seitdem ich 15 oder 16 bin, klinge ich beim Singen eher wie eine „alte, versoffene Hure“ (O-Ton Anne).
Als ich darüber nachdachte, warum ich diese Liste immer wieder höre, fiel mir auf, dass ich von den Liedern eigentlich auch immer nur bestimmte Zeilen hören möchte – den ganzen Tag lang; immer und überall.

  • Janove Ottesen: Down to the Vertigans: “ As long as the rain keeps pouring, you’ll have your fields of green. And as long as the sun keeps shining on your way, keep your engines running, once you start; keep your radio tuned to the national charts, you listen to it, whether you like it or not“
  • Paolo Nutini: Rewind: “I’m dealing with dilemmas in my not-so-stressful life and I’m drinking stronger spirits. I made my home here on the floor. And I’m losing all ambition. I’m a ghost“
  • Dorfdisko: Kurz vor Malmö: „Wir sind kurz vor Malmö, fast durch Kopenhagen.“
  • Janove Ottesen: Wonderful show: „I think it’s a wonderful show you put on, and that’s why I’ve been standing on my toes: Just to see you better than everyone else, I see you better than everyone else.“
  • Snow Patrol: Run: „You’ve been the only thing that’s right in all I’ve done.“
  • Thursday: How long is the night: “The day was so bright in the pictures
    In the photo album that you gave me, it’s all I have to live for.“
  • Nur sechs Lieder und die immer wieder. Wobei: zuhause laufen die dann fast nicht. Und wenn ich mir das in der Gesamtheit so angucke und reflektiere, könnte man meinen, ich leide unter schwerem Liebeskummer. Tue ich aber nicht. Nur das allgegenwärtige Gefühl der Schwermut. Aber das brauchen Leute, die Musik brauchen. Ansonsten könnte man ja auch Mr. President oder Scooter hören. Oder Captain Jack. Oder David Hasselhoff – womit ich nun auch auf diesen Blog verweise. Heute auch mal wieder „Driving in my car“ geguckt. Und noch ein neueres Video. Verdammt, wie kann man so aufgedunsen aussehen? Und hoffen wir nur, dass es sich um Selbstironie handelt? Mann David, Du warst der Star meiner Kindheit! Als Du Jill vor den Haien retten wolltest und Shaunie und Billy verkuppelt hast! Nicht einmal ein brennender Baywatch-Turm konnte Dir was anhaben! Und heute kannst Du kaum aus KITT aussteigen, kaum Dein Whisky-Glas halten und auch keinen Jet-Ski mehr fahren. Traurige Welt diese.

    *And it goes fast, you think of the past.
    Suddenly everything has changed*

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    6 Kommentare zu “Do the Limbo-Dance

    1. das mit den wenigen liedern, die man unterwegs einfach immer hören muss, kenne ich nur zu gut. ganz ganz schlimm ist bei mir das lied „tränengas im high-end-leben“ von kettcar, das einfach nicht mehr aus meinem ohr und erst recht nicht aus meinem kopf weichen möchte. und den ganzen tag begleitet mich die textzeile „eine panzerschlacht im sommerregen, sich selber viel zu wichtig nehmen, tränengas im high-end-leben, ich fands auch mies“. komischerweise läuft dieses lied bei mir zu hause auch so gut wie nie *grübelt*
      dass david hasselhoff mal der star deiner kindheit war, ist schon ganz schön böse. wobei ich ganz leise sein muss, wäre ich als kind für peter maffay gestorben…

    2. diese eine lied, das immer läuft, war seit beginn des jahres immer „stereophonics – dakota“ „thinking ‚bout thinking of you, summertime think it was june, yeah i think it was june…“

      seit dem herbst jetzt plötzlich „paolo nutini – these streets“. darin könnte ich absolut versinken.
      ich habe das gefühl, dass es immer ganz spezielle lieder sind, die einen da draußen durch die welt begleiten. sie dann im heimischen zimmerchen sitzend anzuhören wäre einfach nicht das gleiche.

      lg, nadja

    3. wohl wahr nadja, da hast du wohl recht. das geborgene kleine welt zuhause und die andere welt da draussen scheinen sich auch liedertechnisch nicht zu gleichen. irgendwie tut es gut zu hören, dass es anderen genauso geht wie einem selber. dass du ein frühlingslied hast, das dich über den ganzen sommer begleitet hat und ein herbstlied, das dich vielleicht über den ganzen winter begleiten wird, finde ich irgendwie schön.

    4. Eine kleine Ergänzung: Habe heute auf überfüllter Autobahn bei zu hoher Geschwindigkeit ein Lied gehört, dass ich vor vier Jahren während einer schlimmen Liebeskummer-Phase immer gehört habe. Ich nenne den Titel nicht – das ist peinlich. Aber die Erinnerungen war echt schlimm und irgendwie surreal. Musik als Erinnerung ist wie ein bestimmer Geruch oder eine Geste.

      Und: Ich kenne viele, die David Hasselhoff toll fanden! Peter Maffay ist da um nichts besser. Oder doch? Nein!

    5. oh nee, peter maffay ist mit sicherheit keineswegs besser *schäm*
      jetzt musst du aber auch dein liebeskummer-lied verraten, wenn du uns schon so gespannt machst. und keine angst oder keine scham: das liebeslied meiner schlimmsten liebeskummerphase, die zwei jahre andauerte (ja, ich weiß, dass ich nicht loslassen kann) stammt aus der feder von konstantin wecker. kann jetzt wahrscheinlich auch keiner nachvollziehen, wie ich mich bei herrn wecker zuhause fühlen kann – aber: ich gebe es wenigstens preis. also los, ulrike, raus mit der sprache!

    6. Lifehouse – Sick cycle carousel. So, nun ist es raus.
      Wecker ist ja nicht soooo schlimm. Immerhin wird ihm nicht vorgeworfen, eine Retorte zu sein. Aber ich mag Wader auch lieber. Wobei wir da anscheinend zur Musik der Gruppe 3 kommen. Gruppe 1 kann man gut zuhause hören, Gruppe 2 ist (gegen) für die Welt draussen und Gruppe 3 hört sich nur live gut an.

      Zwei Jahre sind echt viel, aber auch irgendwie verständlich.

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